Anzeige

Die blau erleuchtete Allianz Arena in München bei Nacht.

Tor für die Allianz? Die Analysten trauen der Aktie einiges zu. (Bild:Allianz)

Anzeige

Allianz SE – Fels in der Brandung

Seit Januar 2016 haben 26 Experten Analysen zur Aktie der Allianz SE gefertigt. Davon rieten 17 zum Kauf des Wertpapiers, sieben votierten mit „halten“ und zwei stuften das Wertpapier mit „verkaufen“ ein. Die Kurszielspanne reicht von 135 bis 190 Euro. Kumuliert man die Kursziele der 23 Analysen, so ergibt sich ein Durchschnittskursziel in Höhe von 156,83 Euro. Oliver Bäte, der Allianz-Chef, ist für die Mehrheit der Analysten offenbar der Fels in der Brandung.

Die Allianz SE ist eine Holdinggesellschaft mit Sitz in München. Dort ist sie seit 1949 ansässig – gegründet wurde sie 1890 in Berlin. Die Allianz SE wird von CEO Oliver Bäte geleitet. Der Holding sind die einzelnen Konzerntöchter direkt und indirekt zugeordnet. In Deutschland ist die Allianz im Versicherungsgeschäft Marktführer, sie ist aber auch global in über 70 Ländern tätig und kann auf 85,4 Millionen Kunden verweisen.

Mit über 142.000 Mitarbeitern erzielte der Konzern 2015 einen Umsatz von rund 125,2 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis in Höhe von 10,7 Milliarden. Als Vermögensverwalter managt die Allianz Vermögenswerte von 1,276 Billionen Euro. Die Société Générale prognostizierte am 6. September 2016 ein Sinken der Allianz-Aktie auf 135 Euro, Goldman Sachs äußerte am 22. Februar 2016 die Erwartung, die Allianz-Aktie werde auf 190 Euro steigen. Die Analysten der Deutschen Bank, von JPMorgan und RBC Capital blieben ein Kursziel schuldig, und die geäußerten Meinungen divergieren erheblich. Wie also geht es weiter mit der Allianz und CEO Bäte?

Geschäftsbereiche und Segmente der Allianz-Gruppe

Betrachtet man die Umsätze der verschiedenen Segmente der Allianz-Gruppe, so steht der Bereich „Lebens- und Krankenversicherung“ für einen Umsatzanteil von 53 Prozent, „Schaden und Unfall“ für 41 Prozent, „Asset Management“ für fünf Prozent und „Corporate & Sonstiges“ für ein Prozent. Deutschland als Heimatmarkt und Schwerpunkt steht für 24 Prozent des Umsatzes, West- und Südeuropa für 34 Prozent, die USA für zwölf Prozent, Wachstumsmärkte (Asien, Pazifik, Mittel- und Osteuropa, Lateinamerika, Mittlerer Osten und Nordafrika) für zehn Prozent, Broker Markets (Australien, Irland und Großbritannien) für fünf Prozent und das Spezial-Versicherungsgeschäft (Allianz Global Corporate & Specialty, Euler Hermes, Allianz Worldwide Partners, Allianz Re) für 15 Prozent.

Beim operativen Ergebnis sieht man die wahren Gewinner des Konzerns, nämlich 48 Prozent „Schaden und Unfall“, 32 Prozent „Lebens- und Krankenversicherung“ und 20 Prozent „Asset Management“. Die Top-3-Schwerpunktregionen sind hier Deutschland mit 26 Prozent, West- und Südeuropa mit 31 Prozent und die USA mit 23 Prozent. Die Allianz ist damit weltweit der führende Schadens- und Unfallversicherer, unter den Top 5 im Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft, der führende Kreditversicherer, global führend in der Reiseversicherung, zudem strategischer Partner der Automobilindustrie und kann auf sehr gute Rating-Einstufungen von Standard & Poorsʼs , Moodyʼs und A.M.Best verweisen.

Die Aktie und ihre Aktionärsstruktur

Die Aktie der Allianz ist via Xetra und an allen weiteren deutschen Handelsplätzen handelbar und schon 1895 konnte sie an der Berliner Börse gehandelt werden. Ebenso ist sie als ADR (American Depositary Receipt) außerbörslich (OTC) in den USA in US-Dollar verfügbar. Die Aktie ist eine nennwertlose Stückaktie (als vinkulierte Namensaktie) mit einem Grundkapital von 2,56 Euro je Aktie. Die letzte Kapitalerhöhung fand im Jahr 2003 statt und der letzte Aktiensplit am 28. April 1997. Die Allianz-Aktie ist Bestandteil des DAX, seit es diesen gibt. Insgesamt sind 457.000.000 Aktien ausstehend. Die Wertpapiere der Allianz SE gehören unter anderem den Indizes DAX, Euro Stoxx 50, Stoxx Europe 600 Insurance und MSCI World an. Insgesamt gab es per 31. Dezember 2015 469.464 Aktionäre, davon 16 Prozent private und 84 Prozent institutionelle Investoren. Die Aktionäre stammen zu 32 Prozent aus Deutschland und zu 68 Prozent aus dem Ausland. Der Markt bewertet die Allianz SE derzeit mit 67,98 Mrd. Euro. Die Aktie kostete in den letzten 52 Wochen zwischen 170,00 (via XETRA) und 118,35 Euro.

In den letzten fünf Jahren konnte die Allianz-Aktie rund 101 Prozent zulegen und hat sich damit wesentlich besser als der Gesamtmarkt (Benchmark: DAX Performance Index) entwickelt, der es auf rund 82 Prozent brachte. Gemäß den aktuellen Stimmrechtsmitteilungen sind 6,16 Prozent der Wertpapiere dem US-Vermögensverwalter BlackRock als größtem institutionellem Anteilseigener zuzuordnen. Die Allianz hat ihren Aktionären selbst während der Weltfinanzkrise eine solide Dividende gezahlt: Waren es 2008 und 2009 noch je 3,50 Euro pro Anteilsschein, hat sich die Dividende seither mehr als verdoppelt. Jüngst hatte sich die Allianz SE mit einer nachrangigen Anleihe 1,5 Milliarden US-Dollar bei Investoren aus Asien und Europa besorgt.

Fundamentaldaten

Für das Geschäftsjahr 2015, das zugleich das Kalenderjahr ist, denn bilanziert wird bei der Allianz SE zum 31. Dezember gemäß IFRS in Euro, wies der Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 125,190 Milliarden Euro aus. 2014 waren dies: 122,253 Milliarden; 2013: 110,773 Milliarden; 2012: 106,383 Milliarden; 2011: 103,560 Milliarden; 2010: 106,451 Milliarden und 2009: 97,385 Milliarden Euro. Für die letzten Jahre ist folglich ein stabiler Aufwärtstrend zu konstatieren. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag für 2015 bei 10,2 Milliarden Euro (2014: 8,8 Milliarden Euro) und als Jahresüberschuss wurden für 2015 mit 6,6 Milliarden Euro ausgewiesen (2014: 6,2 Milliarden Euro). Das Nettoergebnis je Aktie lag bei 14,56 Euro (2014: 13,71 Euro) und insgesamt wurden 3,3 Milliarden Euro an die Aktionäre ausgeschüttet.

Die Dividende für 2015 betrug 7,30 Euro je Anteilsschein und die Ausschüttungsquote beträgt somit 50 Prozent. Im Geschäftsjahr 2015 beschäftigte das Unternehmen gemäß Bilanz 142.459 Mitarbeiter. An liquiden Mitteln wurden 14,8 Milliarden Euro erklärt, das wirtschaftliche Eigenkapital ist mit 63,1 Milliarden Euro angesetzt, das gezeichnete Kapital beträgt 1,2 Milliarden Euro und die Verbindlichkeiten werden mit 782,8 Milliarden Euro ausgewiesen. Die Bilanzsumme liegt bei 848,9 Milliarden Euro. In den Bilanzprognosen für 2016 und 2017 werden Umsätze in Höhe von 109,72 und 113,79 Milliarden Euro angeführt. Das EBIT soll 2016 10,35 Milliarden Euro und 2017 10,24 Milliarden Euro betragen.

Der Gewinn je Aktie könnte für die Allianz 2016 bei 14,48 Euro liegen und sich 2017 auf 14,92 Euro erhöhen. Die Dividende könnte sich 2016 auf 7,30 Euro und 2017 auf 7,50 Euro belaufen. Der Cashflow je Aktie könnte sich 2016 auf 13,00 Euro summieren und sich 2017 auf 15,10 Euro erhöhen; 2015 standen hier 14,76 in den Büchern. Das Nettovermögen je Aktie soll 2016 bei 152,73 Euro liegen und 2017 auf 157,40 Euro anziehen. Die Nettoverschuldung soll 2016 19,44 Milliarden Euro und 2017 18,69 Milliarden Euro betragen. Die Allianz SE veröffentlicht am 11. November 2016 die Mitteilung für das dritte Quartal 2016, die Ergebnisse für 2016 folgen am 17. Februar 2017.

Charttechnische Betrachtung Allianz SE

Nach einem nahezu kontinuierlichen Anstieg der Allianz-Aktie seit Juli 2012 setzte im April 2015 eine leichte Konsolidierungsphase ein. Die Aktie stieg zunächst von rund 75 Euro auf gut 170 Euro, um im Juli 2016 auf ein zwischenzeitliches Tief von knapp 120 Euro abzusacken. Seither erreichte der Wert aktuell wieder die Marke von 155 Euro und könnte damit vor einem erneuten Trendwechsel stehen. Der Schlusskurs der letzten Handelswoche lag im Bereich von gut 150 Euro. Für die Konsolidierung seit April 2015 ist die 155-Euro-Marke ein recht wichtiger Wert. Sollte diese nachhaltig überschritten werden, so wäre das ein positives Signal für trendfolgende Käufe. Kurse über der eingezeichneten Trendlinie und oberhalb von 140 Euro könnten somit gegebenenfalls Kaufszenarien darstellen. Ein erstes realistisches Ziel wäre die Marke von 155 Euro, anschließend der Widerstand von 165 Euro. Die Abwärtsseite ist vorerst uninteressant. Lediglich aufkommendes Abwärts-Momentum könnte diese Annahme kippen.

Analyse: LYNX Broker

25.11.2016 | 15:09

Artikel teilen: