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Der chinesische Mischkonzern Midea hat jetzt das Sagen beim Roboterbauer Kuka. Hier im Bild Kuka-Roboter in einem VW-Werk. (Bild: Kuka)

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Chinesische Investitionen in Deutschland 2016 verdreifacht

Deutsche Firmen sind für chinesischer Investoren enorm interessant. 86 Milliarden Euro aus dem Reich der Mitte flossen im letzen Jahr in Übernahmen hierzulande. Diese Zahl dürfte weiter wachsen, heißt es in einer Studie. Die Firmenkäufe hierzulande zunehmend auf Widerstand, andererseits zeigen sich die Vorstände übernommener Firmen überrascht von der Fairness ihrer neuen Partner und der Langfristigkeit des Engagements.

Deutschland ist das favorisierte Ziel für chinesische Firmenübernahmen in Europa. Im vergangenen Jahr haben Unternehmen aus der Volksrepublik nach angaben von dpa ihre Investitionen in Europa von 30,1 auf knapp 86 Milliarden Euro nahezu verdreifacht und sich an 309 Firmen beteiligt oder diese übernommen, wie die Unternehmensberatung EY (Ernst & Young) ermittelt hat. Das waren mehr als in den vorangegangenen vier Jahren zusammen. Mit 68 Übernahmen war Deutschland das beliebteste Investitionsziel für chinesische Firmen vor Großbritannien mit 47 Akquisitionen. Die Berater rechnen trotz zunehmenden Gegenwinds mit weiter steigendem Interesse chinesischer Firmenkäufer.

Viele Firmenvorstände sind mehr als zufrieden mit ihren neuen Eigentümern und berichten von neuen Chancen in China, großer Sicherheit durch Wertschätzung der deutschen Standards und Fähigkeiten sowie eine sehr langfristig angelegte Strategie. Die Investitionen aus Fernost sind in den vergangenen Monaten trotzdem zum heiß diskutierten Thema geworden, weil es auch Kritiker chinesischer Investitionen gibt, die einen Technologie-Ausverkauf befürchten. Die Regierung in Peking verfolgt unbestrittenermaßen ganz offenkundig das Ziel, die technologische Weltführung zu übernehmen. Deutsche Partner der Chinesen wenden ein, dass dies mit den Deutschen geschehen solle und nicht gegen sie.

China ist nach dapa-Angaben aber keineswegs der größte ausländische Investor in der EU: Das Reich der Mitte liegt bei der Zahl der Firmenübernahmen auf Platz vier hinter den USA, Schweiz und Frankreich. US-Unternehmen waren mit 162 Firmenkäufen nach wie vor mit Abstand die aktivsten Investoren in Deutschland.

Mehr als die Hälfte der 86 Milliarden gaben die Chinesen, wie dpa berichtet, für ein einziges Unternehmen aus: Der Schweizer Syngenta-Konzern – Hersteller von Agrarchemie und Saatgut – kostete laut EY 44 Milliarden Euro. Größter chinesischer Neuerwerb in Deutschland war der Kauf des Augsburger Roboterherstellers Kuka, der demnach mit knapp 4,7 Milliarden Euro zu Buche schlug.

03.02.2017 | 14:04

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