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Sparschwein auf chinesisch? Die Postbank könnte bald Besitzer aus dem Reich der Mitte haben. (Bild: Fotolia / ryanking999)

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Chinesischer Romanze rund um die Postbank?

KraussMaffei, Kuka und jetzt sogar die Postbank: Die Shoppingtour chinesischer Firmen könnte einen neuen Höhepunkt erreichen. Wie die „Financial Times“ berichtet, ist die Postbank ins Visier von Dalian Wanda geraten, genau jenes Mischkonzern, der erst kürzlich viele Multiplex-Kinipaläste in Deutschland erworben. Zwar gibt es noch keinen offiziellen Kontakt. Doch es bahnt sich etwas an. Wird es eine eurasische Liebesgeschichte der ganz neuen Dimension? Und gibt es ein Happy-End?

Keineswegs ausgeschlossen ist, dass die Deutsche Bank zu möglichen Verkaufsgesprächen ihrer hundertprozentigen Tochter Postbank durchaus bereit sein könnte. Der Deutsche-Bank-Privatkunden-Vorstand Christian Sewing stellte die Braut zuletzt sogar für Interessenten deutlich erkennbar ins Schaufenster und machte keinen Hehl daraus, dass man sich bei Deutschlands größtem Kreditinstitut ein Leben ohne die Tochter offenbar durchaus vorstellen kann: „Die Postbank steht zum Verkauf, aber der Preis muss stimmen“. Eine mögliche Trennung soll aber erst unter der Bedingung vollzogen werden, dass sie sich positiv auf die Kapitalausstattung der Deutschen Bank auswirkt.

Sollten die Chinesen nicht genügend Geld bieten, kommt eine Wiedereingliederung der eben erst verselbstständigten Postbank für die Deutsche Bank in Betracht. Postbank-Chef Frank Strauß plädiert indes vehement für die Autonomie der Postbank: „Ich bin überzeugt, dass die Postbank allein erfolgreich sein wird. Wir haben 14 Millionen Kunden und sind auf gutem Wege, unsere Eigenkapitalkosten zu verdienen, was in Deutschland eher ungewöhnlich ist. Wir haben eine klare Strategie, die auch gesellschaftlich akzeptiert ist. Das heißt, für die Postbank gibt es definitiv einen Platz in der deutschen Bankenlandschaft.“

Ob dieser Platz künftig unter chinesischer Aufsicht eingenommen wird? Die Kauflust von Dalian Wanda, das als Konglomerat von Einzelfirmen aufgebaut ist und von Wang Jianlin geleitet wird, der laut Forbes-Liste 2016 über ein Vermögen von 28,7 Milliarden US-Dollar verfügt und damit als reichster Mann Chinas gilt, ist jedenfalls nicht zu unterschätzen. Vor nur etwas über einem Jahr verleibte sich der Konzern das Filmstudio Legendary Entertainment ein, das unter anderem die Batman-Filme und „Jurassic World“ produzierte. Doch nicht nur in Hollywood hat sich Dalian Wanda eingekauft. Zudem gehören dem Konzern beispielsweise 20% der Anteile an Atlético Madrid, dem Champions-League Finalisten. Und bald vielleicht auch noch die Postbank? WIM

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