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Freiheitspreis der Medien 2018 in der Kategorie Wirtschaft und Finanzen: Verleger Wolfram Weimer, Laudatorin Ilse Aigner, Bundesbankpräsident Jens Weidmann, Verlegerin Christiane Goetz-Weimer (v.l.n.r.)

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Ludwig-Erhard-Gipfel: Große Namen, große Debatten

Beim Ludwig-Erhard-Gipfel 2018 am Tegernsee tauschten sich die Größen aus Politik, Wirtschaft und Medien aus – „Freiheitspreis der Medien 2018“ für Christian Lindner und Jens Weidmann

Der Tag, an dem der Ludwig-Erhard-Gipfel 2018 am Tegernsee stattfand, war zugleich symbolträchtig für Deutschland. An jenem Freitagmorgen verständigten sich CDU, CSU und SPD auf Gespräche für eine erneute Große Koalition. Ein Raunen ging durch den Saal des Seeforums in Rottach-Egern, als Verlegerin Christiane Goetz-Weimer den Teilnehmern die Nachricht von den nunmehr bevorstehenden Koalitionsverhandlungen verkündete. Auf Einladung der WEIMER MEDIA GROUP hatten sich etliche Größen aus Politik, Wirtschaft und Medien am Tegernsee getroffen. Mehr als 500 Gäste zählten Konferenztag und Gala-Abend.

„Neujahrsempfang des Freigeistes“

„Willkommen im Dialog 2018!“, sagte Verlegerin Christiane Goetz-Weimer, die das hochkarätige Gipfeltreffen gemeinsam mit ihrem Mann, dem Verleger Wolfram Weimer, veranstaltet. „Ich begrüße Sie in äußerst bewegten Zeiten, in denen wir uns Fragen stellen wie: ,Wohin treibt die Republik?‘“. Der „Jahresauftakt für Entscheider“ solle eine optimistische Perspektive zu bieten – trotz etlicher Krisenherde weltweit. Krisen wie um Diktator Kim Yong Un in Nordkorea, Präsident Donald Trump in den USA, Wladimir Putin in Russland, Recep Tayyip Erdogan in der Türkei, Religionskriege auf der arabischen Halbinsel, Migrationskrise, Merkel und die Regierungskrise, Medienkrise und Finanzkrise: „Wir schauen bewusst auf das Positive, um das Gesamtbild zu bekommen.“

Die Verlegerin, die zugleich eine versierte Journalistin ist, nannte als Beispiele den Jahrhundertsprung Asiens, den Aufstieg Lateinamerikas aus dem Elend, die weltweit guten Wirtschaftsaussichten, einen vielerorts verbesserten Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie geringere Müttersterblichkeit, bessere Schulbildung und schwindende Armut. Das seien befreiende Nachrichten für Millionen der Ärmsten, die zugleich zeigen würden, was gute Politik leisten kann. Und dennoch: „Europa ist in Bewegung und wir haben Gesprächsbedarf.“ Dialog sei wichtig, und das „im Ludwig Erhardschen Geiste von Respekt und Freiheit“. Nach diesem Prinzip tauschen beim Gipfel kluge Vordenker das freie Wort aus, die Teilnehmer reden offen und ehrlich miteinander. „Dieser Gipfel ist ein Neujahrsempfang des Freigeistes“, sagte Goetz-Weimer.

Große Namen und die größte Zeitung der Welt

Den Konferenztag gestalteten vielfältige Debatten prominenter Redner. Zukunftswissenschaftler Prof. Ulrich Reinhardt sprach über das Thema „Schöne neue Arbeitswelt?“, Greg Hands, Minister of State for Trade Policy, beteuerte: „Trotz Brexit – Wir bleiben Partner“. Klaus Naumann, General a.D. und ehemaliger Vorsitzender des NATO-Militärausschusses, führte aus: „Ohne Sicherheit ist alles nichts“. Mit der Frage „Wohin treibt Europa?“ befasste sich Ingo Friedrich, Präsident des Europäischen Wirtschaftssenats und Vizepräsident des Europäischen Parlaments a.D.; „Wohin treibt der Westen?“ fragte der Unternehmer Walter Kohl, und Cherno Jobatey, Herausgeber und Chefredakteur der deutschen „Huffington Post“, hatte interessante Antworten zum Themenkomplex „Wohin treibt die Medienrepublik?“ Stefan Oschmann, CEO des Pharma-Konzerns Merck, widmete sich der „Digitalen Transformation“, und speziell bei Live-Hacker Sebastian Schreiber wurde es im Final Showcase definitiv digital. Darüberhinaus gab es Panels zu den Themen „Die globalen Wirtschaftstrends und die Finanzmärkte“, „Wohin führt uns die digitale Revolution?“ und „Wie verändern Innovationen die Finanzwirtschaft?“, bei denen Konzern-Entscheider und Firmenlenker Stellung bezogen.

Neben großer Namen bot der Ludwig-Erhard-Gipfel auch Großes im wörtlichen Sinn: Bibo Mayr stellte mit Verlegerin Christiane Goetz-Weimer die größte Zeitung der Welt vor. „Wenn gesagt wird, dass sich am Ludwig-Erhard-Gipfel die ganz Großen treffen, dann passt es hier in besonderer Weise“, sagte Goetz-Weimer lachend. Der ehemalige deutsche Basketball-Nationalspieler gilt mit seinen 2,22 Metern als der größte lebende Deutsche. Mayr präsentierte der Öffentlichkeit die XXL-Ausgabe des „WirtschaftsKuriers“, die aufgeschlagen 116,8 Zentimeter breit und 85 Zentimeter hoch ist. „In Ihren Händen sieht die ja ziemlich handlich aus“, fand Goetz-Weimer. Zum 60-jährigen Bestehen der Wirtschaftszeitung hatte die WEIMER MEDIA GROUP die Jubiläumsausgabe auf der größten Druckmaschine der Welt bei der Druckerei Himmer in Augsburg produzieren lassen. Mit den genannten Zeitungsmaßen im Bogenoffsetdruck übertrifft der Sonderdruck des „WirtschaftsKurier“ den bisherigen Weltrekord als größte Zeitung der Welt.

„Freiheitspreis der Medien 2018“ für Christian Lindner

Einen Gipfel-Höhepunkt bildete die Verleihung des „Freiheitspreises der Medien 2018“. Diesen erhielt der FDP-Bundes- und Fraktionsvorsitzende Christian Lindner in der Kategorie „Politik“. „Er hat aus zwei Millionen Zweitstimmen fünf Millionen gemacht“, sagte Verleger Wolfram Weimer über Linders Verdienst bei der letzten Bundestagswahl. Zudem habe er vor wenigen Wochen auch demonstriert, was es bedeutet, zu seinen Ideen zu stehen und „wie ein Freiheitskämpfer mit der Freiheit umgeht“. Bekanntlich hatte Linder der Jamaika-Koalition mit dem Satz „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren“ eine Absage erteilt.

Der 39-Jährige wurde mit dem „Freiheitspreis der Medien 2018“ bedacht, da er den deutschen Liberalismus zurück ins Parlament geführt und auch jenseits des tagespolitischen Geschäfts der „Idee der Freiheit und der Rechtsstaatlichkeit einen großen Dienst erwiesen“ habe. Weiter heißt es in der Jury-Begründung: „In seinen Positionen, seiner Sprache und seinem Humor verkörpert er zudem einen selten werdenden Mut zu Haltung und Autonomie und bricht zuweilen bewusst die engen Grenzen der politischen Korrektheit.“

Die Laudatio auf Lindner hielt der Professor für Öffentliches Recht und langjährige Richter am Bundesverfassungsgericht, Professor Udo Di Fabio. „Einem Bundesvorsitzenden der Liberalen einen Freiheitspreis zu verleihen, scheint wie Eulen nach Athen zu tragen“, sagte er schmunzelnd. Di Fabio lernte Linder kennen, als dieser noch ein junger Mann war: Der Politiker besuchte einst zwei juristische Seminare bei Di Fabio an der Universität Bonn. Damals saß Lindner bereits für die FDP im Landtag von Nordrhein-Westfalen. „Aufgefallen ist er mir wegen seiner intellektuellen, analytischen Schärfe“, erinnerte sich der Professor. Zudem sei Lindner ein „Multitalent“. Ein besondere Beganbung besitze Lindner auf dem „in Deutschland schwierigen Feld des Humors“. Neben jenem feinen Sensus, der für Lindners gewisses Charisma sorge, mache den Politiker sein freiheitspolitischer Kompass aus. „Die Deregulierung unseres Rechtsstaats ist sein Konzept. Das ist Freiheit, und deshalb ist der Freiheitspreis hier richtig lanciert“, sagte Di Fabio. Linder habe den Wählern seine ordnungspolitische Verlässlichkeit gezeigt – auch denjenigen, die vielleicht über die Koalitionsabsage enttäuscht seien.

Bei der Übergabe des Freiheitspeises mit dem Abbild von Ludwig Erhard witzelte Di Fabio: „Jetzt stellt ein FDP-Politiker ein Bild eines CDU-Politikers in sein Büro. Das gab es so vorher auch noch nicht.“ Der Ausgezeichnete sagte darüber: „Ich fasse den Freiheitspreis nicht als Würdigung meines Lebenswerks auf, sondern als Motivation.“ Wegen eines Lebensgefühls sei Lindner damals mit 18 Jahren in die Partei eingetreten: einer Freude am Leben, einem Optimismus, was den Liberalismus charakterisiere. „Der Preis der Freiheit ist Vielfalt.“ Es zeichne eine liberale Gesellschaft aus, dass Unterschiede bei Lebensentwürfen auch einen Unterschied machen dürfen. Mit dieser Haltung sei die FPD wieder zurückgekommen in den Deutschen Bundestag sowie in die Regierung dreier Landesparlamente. Über die Sondierungen und den „Sehnsuchtsort Jamaika“ sagte er: „Es wurde alles verklärt, und die FDP sollte dem zu einer Mehrheit verhelfen.“ Und er gab zu: „Es wurde sondiert, aber viel zu lange.“ Dieser Fehler werde ihm nicht mehr passieren, auch wenn die Entscheidung selbst richtig gewesen sei. Immerhin gebe es in einer Demokratie nicht nur die Pflicht zum Kompromiss, sondern auch die Pflicht zur Kontroverse. Lindner weiter: „Der Preis ermuntert mich, mit Mut zur Kontroverse zu stehen.“

„Freiheitspreis der Medien 2018“ für Jens Weidmann

In der Kategorie „Wirtschaft und Finanzen“ ging der „Freiheitspreis der Medien 2018“ an Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Die Laudatio auf den obersten deutschen Notenbanker hielt Ilse Aigner, Bayerns Stellvertretende Ministerpräsidentin und Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie. „Eigentlich darf die Politik die Arbeit eines Bundesbank-Präsidenten gar nicht beurteilen“, sagte die Staatsministerin. Im Falle von Jens Weidmann als seine Laudatorin erledige sie dies aber gern, fügte sie schmunzend hinzu. Weidmann sei auch deswegen ein Vorbild, „weil er in einer unglaublichen Geschwindigkeit Karriere gemacht hat“. Weidmann sei im Jahr 2011 als bis dahin jüngster Präsident in die Geschichte der Bundesbank eingegangen. Zudem sei er ein sehr „erfrischender Klartext-Sprecher“. Der 49-Jährige sei ein überzeugter Europäer, dem es um das Ganze gehe. Das halte ihn dennoch nicht von Kritik an der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ab. Seine Thesen und Werte propagiere er aber mit viel Fingerspitzengefühl.

Der „Freiheitspreis der Medien 2018“ gehe an den Bundesbank-Präsidenten, der seit 2015 zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrats der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel ist, „wegen seines mutigen Eintretens für Geldwertstabilität und die Verteidigung unabhängiger Zentralbanken durch die Politik“. In der Jury-Begründung heißt es dazu: „Jens Weidmann hat sich als unabhängiger Geist und Gestalter erwiesen, der seine Positionen mit hoher Sachkompetenz, klaren Wertvorstellungen, Autorität und Glaubwürdigkeit vertritt. Sein fester innerer Kompass lässt ihn das seriöse Ziel der nachhaltigen Geldwertstabilität auch gegen den politischen Mainstream verfolgen.“ Als Präsident der Deutschen Bundesbank und Mitglied des EZB-Rates hat Weidmann mehrfach vor einer zu lockeren Geldpolitik und dem Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB gewarnt. Er gilt als aussichtsreicher Kandidat für das Amt des EZB-Präsidenten und Nachfolger von Mario Draghi, dessen Amtszeit 2019 endet.

Bei der Auszeichnung im Seeforum in Rottach-Egern bekam Weidmann einen mehrere Kilogramm schweren und von Künstlerin Suse Kohler gestalteten Preis überreicht: ein Abbild von Gipfel-Namensgeber Ludwig Erhard auf einer Glasplatte und einem Sockel aus Ulmenholz. „Auf jeden Fall ein gewichtiger Preis, wie Sie gemerkt haben. Er ist sehr schwer“, sagte Weidmann nach der Übergabe durch die Verleger Wolfram Weimer und Christiane Goetz-Weimer schmunzelnd. In seiner Rede bekräftigte der Bundesbanker sein „Eintreten für stabiles Geld und eine nachwertige Geldpolitik“. Es sei die Aufgabe der Geldpolitik, eine Politik der Preisstabilität umzusetzen.

Weidmann betonte sein Credo, eine moderate Teuerung anzustreben „und keine Null-Inflation“, da eine Inflationsrate von null nicht optimal sei. „Das streben auch die anderen Notenbanken an.“ Ideal sei vielmehr eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent. „Das Mandat der EZB ist es, Preisstabilität anzustreben und nicht einen Zins, der allen gefällt.“ Letzteren gebe es ohnehin nicht. Deshalb erklärte der Bundesbank-Präsident weiter, dass er sich auch künftig für ein Ende der Nullzinspolitik einsetzen werde. „Das Niedrigzinsumfeld belastet.“ Langfristig der richtige Weg sei eine Stabilisierung – wenn auch nicht zu schnell. Warum, erklärte Weidmann mit einem Vergleich: „Wenn Taucher aus zu großer Tiefe aufsteigen, dann wird es gefährlich.“

Gala-Abend als glamouröser Abschluss

Nach dem langen, informativen Konferenztag im Seeforum beschloss der Gala-Abend den Ludwig-Erhard-Gipfel 2018. Der Gastgeber des Gala-Abends, das spektakulär in festlich-buntes Licht getauchte Hotel DAS TEGERNSEE in Tegernsee, sorgte bei den rund 300 Teilnehmern für einen glamourösen Abschluss. Eine Eisskulptur mit dem Konterfei Ludwig Erhards begrüßte die Gäste, die sich ein internationales, feines Buffet von frischen Austern über Burger, Alpen-Brotzeit und Trüffelpasta bis hin zu Eis aus dem Stickstoff schmecken ließen. Bei Musik der Liveband da Capo und Walking Acts von eventpeppers gingen die Networking-Gespräche in ungezwungenem Ambiente bis in die frühen Morgenstunden. Vera König

13.01.2018 | 19:56

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