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Perfektes Zusammenspiel: Für eine Belieferung am gleichen Tag müssen ­Logistiker alle Prozesse reibungslos aufeinander abstimmen.

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Heute bestellt – heute geliefert

Online-Shopping: Der Trend geht zur Belieferung am gleichen Tag. Können Händler und Logistiker das überhaupt stemmen? Und sind die Kunden bereit, einen Aufpreis dafür zu zahlen?

Online bestellte Waren kommen immer schneller beim Käufer an. Am Nachmittag bestellt, am Abend auf den Lkw, am Morgen in der Zustellung: Das ist mittlerweile praktisch Standard. Doch der Trend geht zu Same-Day-Delivery, wie die Branche das ausdrückt, also zur Zustellung der Ware am Tag der Bestellung.

Der Markt dafür dürfte bis 2020 in Westeuropa auf rund 3 Mrd. Euro wachsen. Damit wird er in wenigen Jahren 15 % des Umsatzes mit Standardpaketen ausmachen, heute sind es weniger als 1 %. Dieser Bereich wird schneller wachsen als der Online-Handel insgesamt, der jährlich um 11 % zulegen wird. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Branchenstudie der Unternehmensberatung McKinsey. Für die Analyse wurden mehr als 1 000 Konsumenten aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Schweden befragt.

„Same-Day-Delivery ist die konsequente Weiterentwicklung des Paketmarktes“, sagt Thomas Netzer, Leiter des Transport-, Logistik- und Infrastrukturbereichs von McKinsey Deutschland. „Es verbindet die Bequemlichkeit des Online-Einkaufs mit der sofortigen Produktverfügbarkeit des stationären Handels. Dies hat Vorteile für den Kunden und bietet auch Potenzial für Onlineshops, Multikanalhändler und Logistikunternehmen.“

In Großbritannien haben bereits 60 % der Befragten die Zustellung von Waren am gleichen Tag genutzt oder kennen das Konzept. In Deutschland sind dies nur 39 % (sofortige Lieferung nach Bestellung) beziehungsweise 27 % (Zustellung in festem Zeitfenster am selben Tag).

Aufpreis wie ein Paketporto

Die Zahlungsbereitschaft ist in allen untersuchten Märkten ähnlich: Etwa jeder zweite Kunde ist bereit, bei einem Einkaufswert von 59 Euro für eine taggleiche Zustellung 6 bis 7 Euro zu bezahlen. Mehr als 70 % würden 3,50 bis 4,50 Euro ausgeben – was in etwa dem normalen Paketporto entspricht. Insgesamt zeigt die Befragung, dass die Option einer taggleichen Zustellung dann attraktiv ist, wenn sie nicht mehr als rund 10 % des Einkaufswerts ausmacht.

Die sofortige Verfügbarkeit von Produkten kann die Position von Onlineshops gegenüber der sta­tionären Konkurrenz verbessern. Jan Krause, Koautor der Studie: „Wenn der Nachteil der Lieferzeit wegfällt, kann Onlineshopping seine Stärken in Form von größerer Auswahl und oft niedrigeren Preisen perfekt ausspielen.“

Multikanalhändlern bietet ­Same-Day-Delivery die Möglichkeit, stärker am E-Commerce-Boom teilzuhaben und so Kunden zurückzugewinnen. Durch die lokale Verfügbarkeit von Produkten in stationären Geschäften sparen die Händler Zeit und Kosten bei der Auslieferung.

Bei allen Chancen, die die taggleiche Zustellung bietet, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein: Wer am selben Tag liefern will, kann sich keine langen Transportwege leisten. Während Multikanalhändler mit ihren Filialen in den Städten bereits präsent sind, müssen Onlinehändler zunächst ein Netz an lokalen Lagern aufbauen. Je nach Geschäftsmodell kann auch die regionale Verfügbarkeit von Produkten ausreichen – insbesondere für Händler, die so viel Volumen generieren, dass sich häufige Fahrten zwischen Lager und Stadtzentren lohnen.

Außerdem müssen die Händler zuverlässig angeben können, ob das gewünschte Produkt vorrätig ist und am selben Tag ausgeliefert werden kann. Das beauftragte Logistikunternehmen wiederum muss in Echtzeit informiert werden, wo und wann es die Lieferung abholen soll.

Die dritte Voraussetzung ist eine schnelle Kommissionierung und Verpackung. Händler müssen erheblich investieren, um Vorlaufzeiten zu reduzieren und taggleiche Bestellungen bevorzugt abzuwickeln. Die Firmen, die von ihren Filialen aus liefern wollen, müssen dort die benötigten Fähigkeiten aufbauen.

Same-Day-Delivery erfordert­ zudem eine leistungsfähige­ Logistik, um die derzeit noch ­hohen Kosten in den Griff zu bekommen. „Logistiker müssen technisch auf der Höhe der Zeit sein, um das Zusammenspiel von Kommissionierung, Verpackung und Auslieferung innerhalb weniger Stunden zu meistern“, so Netzer. Aktuell experimentieren Marktteilnehmer noch mit verschiedenen Modellen: Große Logistikdienstleister weiten ihr traditionelles Geschäft aus, Neugründungen bündeln auf Online-Brokerplattformen lokale Lieferungen und große Einzelhändler nutzen die eigenen Fahrzeugflotten zur Auslieferung.

24.05.2014 | 15:55

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