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Ralf Wittenberg, Sprecher der Geschäftsführung von British American Tobacco (BAT Germany)

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Ein Lucky Strike für die Branche

Der Tabakkonzern BAT Germany hat einen neuen Lenker. Ralf Wittenberg ist ein zielstrebiger Manager und verlässlicher Westfale – auf ihm ruhen die Hoffnungen der gebeutelten Tabakindustrie.

Manche fragen sich, ob er der „Bruce Willis der Tabakindustrie“ ist? Ralf Wittenberg ist der Neue unter den Großen und hat sich in kürzester Zeit einigen Respekt erarbeitet. Dabei hat er mit Bruce Willis bestenfalls Zielstrebigkeit, Unbestechlichkeit und die Glatze gemein. Anders als der Holly­wood-Held ist Wittenberg aber alles andere als ein wortkarger Haudrauf. Er wirkt im Gegen­teil eher wie ein westfälisch-britischer Gentle­man, verlässlich und verbindlich unterwegs.

Im Sternzeichen des Zwillings geboren, ist Wittenberg – für die Tabakbranche eher unüblich – ein ziemlich Kreativer, ein ­Genussmensch, ja gar ein Schöngeist. „Meine schulischen Interessen lagen eher in den Geisteswissenschaften (Geschichte, Philosophie, Kunst, Sprachen) und im Sport“, gibt er im jungenhaften Tonfall eines Gedichte-Lesers zu. „Ursprünglich wollte ich Design studieren, habe mich dann aber für die verkäuferische Seite entschieden.“ Er studierte BWL mit Schwerpunkt Marketing in Deutschland und den USA. Danach ging es als Management-Trainee in die Werbung zu BBDO, damals wie heute die Top-Adresse in Deutschland. Dort betreute er Kunden aus den Branchen Konsumgüter und ­Mode bis hin zu Telekommunikation – und lernte geschickt verkaufen, wenn man geschickt kommuniziert.

Genau das ist bis heute eine Stärke Wittenbergs. Deshalb ruhen in der gebeutelten Branche einige Hoffnungen auf ihm. Dass er nämlich die Tabakindustrie öffnet, sie wieder stärker in den Dialog bringt und maßvolle Lösungen anstrebt – und sie vor neuen Attacken, Besteuerungen und Reglementierungen aus der Politik beschützt. Die Mitgliedsunternehmen des Deutschen ­Zigarettenverbands haben Wittenberg daher einstimmig zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Verbands gewählt. „Er ist unser Lucky Strike“, loben selbst kritische Konkurrenten den konzilianten Kommunikator, der auch die leisen Töne beherrscht.

Organisator des
 Formel-1-Teams

Wittenberg ist schon lange in der Branche. Nach drei Jahren in der Werbeagentur wechselte er bereits zu BAT in Hamburg, um als Brand Manager die Lizenzmarken des damaligen französischen Tabakmonopols (Gauloises, Gitanes) zu führen. Kurz danach wurde ihm Lucky Strike anvertraut, später der Rest des Markenportfolios als Leiter des Brand Managements.

Dann kam der Ruf in die Konzernzentrale nach London – und was eigentlich nur für ein Jahr geplant war, wurde eine 15-jährige Reise durch die BAT-Welt. Denn alles, was der Deutsche neu anpackte, gelang. Zuerst betreute er die Premium-Marke State Express 555 weltweit. Die Absatzschwerpunkte waren in Asien, also jettete er monatelang nach China, Vietnam sowie ­Malaysia und entfaltete das große Asien-Geschäft. Kurz darauf wurde er gebeten, das Formel-1-Team British American Racing zu organisieren, was ein ganz neues Aufgabenfeld bedeutete – vom Fahrzeug-/Team-Design über PR (mit Fahrer Jacques Villeneuve) über die Koordination mit Motorenpartner Honda bis hin zur TV-Rechte-Vermarktung mit asiatischen TV-Sendern.

Nach dem Merger mit Rothmans erhielt er zum Millennium, gerade 34-jährig, seine erste Geschäftsführeraufgabe als Marketing- und Vertriebsdirektor für Großbritannien. 2004 ging es in gleicher Funktion nach Südafrika, den Heimatmarkt von Rothmans, wo BAT mit mehr als 90 % Marktanteil eine dominante Präsenz und mit über 1 000 Mitarbeitern eine große Marketing- und Vertriebsorganisation hat. 2006 wurde er Marketing- und Vertriebsdirektor für ganz Africa &
Middle East. 2009 kam dann mit der Schweiz die erste General- Management-Aufgabe, die ein Jahr später um 17 Märkte in Zentraleuropa (vom Baltikum bis Israel) ausgeweitet wurde. In den vier Jahren gelang es ihm, den fallenden Marktanteilstrend in der Schweiz wieder auf Wachstumskurs zu bringen und den Gewinn zu verdoppeln sowie den Marktanteil in der Mehrheit der weiteren Länder zu auszubauen.

Rückkehr in
die Heimat

Wittenberg geht daher ein Ruf als polyglotter Smartmanager voraus. 2013 verantwortete er bereits einmal von London aus die Marken Lucky Strike und Pall Mall weltweit, ehe er nach Deutschland geschickt wurde, um nun in seiner Heimat an alte Erfolge anzuknüpfen. Seit Januar 2014 leitet er das deutsche Geschäft von Hamburg aus, inklusive des großen Produktionsstandorts in Bayreuth. Gemeinsam mit über 2 100 Mitarbeiten will er „das Geschäft zum innovativsten und wachstumsstärksten Tabakunternehmen in Deutschland ausbauen“. Ein Ehrgeiz, der dann doch an Bruce Willis erinnert.

Wittenberg ist ein Sportsmann und ein Hundefreund. In Hamburg sieht man ihn schon mal mit seiner Frau oder mit seinem 15-jährigen Sohn bei Kultur­events oder in der HSV-Arena. Seine Familie und Freunde schätzen seine Loyalität. Denn er ist bei aller Weltläufigkeit ein unaufgeregter Westfale geblieben. Das bestätigen auch seine Mitarbeiter, die ihn ansonsten als „inhaltlich reflektiert“, „klar und menschlich als zugänglich“ wahrnehmen. Kein bisschen Bruce Willis.

BAT Germany – ein Kurzporträt

Die British American Tobacco (Germany) GmbH ist ein Tochterunternehmen von British American Tobacco p.l.c., dem global zweitgrößten internationalen Zigarettenhersteller. Zu den führenden Marken gehören Lucky Strike, Pall Mall, Kent und Dunhill. 2013 verkaufte das -Unternehmen 676 Mrd. Zigaretten, die in 46 Fabriken in 41 Ländern produziert wurden, und beschäftigte mehr als 57 000 Mitarbeiter in über 200 Ländern. Die British American Tobacco Gruppe führt im 
13. Jahr in Folge die globale Tabakindustrie in den Dow Jones Sus-tainability Indizes an. In Deutschland hat British American Tobacco einen Marktanteil von rund 19 % am gesamten Tabakmarkt. Marken des Unternehmens sind unter anderem die in den deutschen Top 10 vertretenen Lucky Strike und Pall Mall, die zudem Marktführer im Wachstumssegment der Zigaretten ohne Zusätze sind. Zum Portfolio des Unternehmens gehören weiter Marken wie Dunhill, Vogue, HB, Lord, Prince, Samson, Javaanse Jongens und Schwarzer Krauser. Seit 2006 wurde British American Tobacco Germany jedes Jahr mit dem Top Arbeitgeber Award ausgezeichnet und erreichte 2013 Platz 1 und 2014 Platz 2 (im deutschlandweiten Vergleich von 125 Unternehmen).

18.12.2014 | 10:10

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