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Christian Koch, BB Biotech (Bild: BB Biotech)

(Bild: Gina Sanders / Fotolia)

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Biotechnologie-Aktien 2016 in einem Umfeld der Herausforderungen

Die Aktienmärkte wurden zu Jahresbeginn von einer Verkaufswelle erfasst. Zusammen mit dem gleichzeitig einsetzenden Markteinbruch führte dies dazu, dass die westlichen Aktienmärkte bis Februar zwischen zehn und 20 Prozent verloren. Im März stabilisierte sich die Lage und ein Teil der massiven Verluste konnte wieder aufgeholt werden.

Von Christian Koch

Die Biotech-Märkte verzeichneten deutlich grössere Verluste, bedingt durch Gewinnmitnahmen nach Jahren der Outperformance und Unsicherheiten in Folge des amerikanischen Wahlkampfs, der sich wiederholt mit den steigenden Gesundheitskosten und Medikamentenpreisen beschäftigt.

Der Branchen-Index Nasdaq Biotech Index (NBI) verlor im ersten Quartal knapp 23 Prozent in US-Dollar und musste damit einen der grössten  Quartalsverluste in seiner Geschichte hinnehmen. Die BB Biotech-Aktie schlug sich etwas besser. Sie verlor im ersten Quartal 17 Prozent in Euro und konnte den NBI sogar um nahezu zehn Prozent outperformen (in Lokalwährung). Die Aktie entwickelte sich damit besser als das Portfolio, dessen innerer Wert sich um rund 30 Prozent reduzierte. Diese Entwicklung führte dazu, dass die Differenz zwischen dem Aktienkurs und dem inneren Wert fast vollständig aufgeholt wurde.

Asymmetrische Marktreaktionen als zukünftige Performance-Chancen

Diese Entwicklung ist auf die Kursverluste zahlreicher Biotech-Unternehmen zurückzuführen. Die meisten Large-Caps erlebten in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres eine Korrektur von 10 bis 20 Prozent. Bei den Mid-Caps betrug sie 20 bis 40 Prozent, während zahlreiche Small-Caps gar die Hälfte oder mehr ihres Marktwerts einbüssten, obwohl nicht wenige von ihnen fundamentale Fortschritte erzielt hatten.

Erfolgreiche Innovationen mit anschliessenden erfolgreichen klinischen Studien in der Endphase und Produktzulassungen sind nach wie vor der Schlüssel zum Erfolg in der Biotechbranche. Anders als in den letzten Jahren reagierten die Aktienmärkte im ersten Quartal 2016 asymmetrisch auf solche Meilenstein-Meldungen von Biotechunternehmen. Die anhaltenden Mittelabflüsse sorgten auch bei Erfolgsmeldungen für Druck: Nach kurzen Kurserholungen nahmen die Marktteilnehmer nicht selten weitere Gewinne mit.

Positive News sahen wir unter anderem von Gilead, das mit seinem Einzeltabletten Regime auf TAF-Grundlage seine Marktführerschaft im HIV-Markt behalten will. Auch Actelion hat ein positives Gutachten zu Selexipag erhalten, wegen regulatorischer Verzögerungen erwarten wir die Markteinführung in Europa allerdings erst im zweiten Quartal.  Und Novo Nordisk vermeldete Erfolge aus zwei klinischen Diabetes Studien und könnte seinen Marktanteil in diesem Gebiet ausbauen.

Nach unserer Ansicht tragen die Bewertungen zahlreichen wichtigen Meilensteinen nicht angemessen Rechnung. Die Kurse dürften anziehen, sobald die Biotech-Aktienmärkte zu einer gewissen Selbstsicherheit zurückfinden und sich auf die positiven Fundamentaldaten besinnen.

Meilensteine stehen an

Wir erwarten weiterhin ein volatiles Anlagejahr. Der Jahresverlauf dürfte nach wie vor von der im Rahmen des US-Präsidentschaftswahlkampfs geführten Diskussion über die Finanzierung von Medikamenten begleitet werden. Der Newsflow seitens der Biotech-Unternehmen dürfte sich beschleunigen und das Kurspotenzial deutlich verstärken. Aus unserem Portfolio erwarten wir massgebliche Entscheidungen der Zulassungsbehörden für Intercept, Gilead, Neurocrine und Radius Health. Auch zahlreiche klinische Studienergebnisse sollten die Aktienkurse massgeblich beeinflussen, beispielsweise von Tesaro, Clovis, Incyte und Celgene. Die Bewertungen liegen deutlich unter dem Vorjahresniveau und bieten gute Einstiegschancen. Mit einer Stabilisierung der Aktienmärkte dürften auch M&A Aktivitäten wieder vermehrt ins Blickfeld rücken und dem Sektor Aufwind verleihen.

Dr. Christian Koch ist Mitglied im Investment Management Team von BB Biotech.

25.04.2016 | 12:05

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