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Da war die Welt von Rocket Internet noch in Ordnung: die Samwer-Brüder am Tag des Börsenganges (Bild: Rocket Internet)

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Rocket Internet erleidet herbe Verluste

Die Berliner Internet-Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet beklagt im ersten Halbjahr herbe Verluste. Dennoch hält das Unternehmen an seinen Zielen fest. Viele Aktionären scheinen allerdings den Glauben an eine Kehrtwende zum Besseren zu verlieren und fliehen aus den Aktien.

Ausgelöst durch millionenschwere Abschreibungen auf seine Tochterunternehme rutscht Rocket-Internet tief in die roten Zahlen. Für das erste Halbjahr summieren sich die Verluste auf 617 Millionen Euro. Im Vorjahr verzeichnete das Berliner Unternehmen zwar auch ein Minus - allerdings fiel es mit knapp 46 Millionen Euro deutlich milder aus. Der Löwenanteil der aktuellen Verluste entfällt auf die Mode-Tochter Global Fashion Group, die einen Fehlbetrag in Höhe von 383 Millionen Euro beklagt. Weitere Abschreibungen bei Joint Ventures und anderen Investments im dreistelligen Millionen-Bereich steuern ebenfalls zu diesem negativen Ergebnis bei. Aufgrund der Ausgliederung von Tochtergesellschaften sanken die Umsätze auf 29 Millionen im ersten Halbjahr 2016. Im Vorjahr waren es noch 71 Millionen Euro.

Die Börse reagiert schockiert auf diese Zahlen. Im frühen Frankfurter Handel brach das Papier um rund acht Prozent ein. Zwischendurch gab die Aktie sogar um zwölf Prozent nach. Aktuell kosten die Rocket-Anteilsscheine etwas mehr als 17 Euro pro Stück. Wird bedacht, dass sie beim Start an der Börse vor knapp zwei Jahren stolze 42,50 Euro kosteten, kann von einem dramatischen Kursverfall die Rede sein. Zuletzt hatte sich die Aktie gerade erst erholt und war über die 19-Euro-Marke geklettert, nachdem sie Ende Juli auf ihr Allzeittief von 16,36 Euro gefallen war.

Trotz der äußerst ernüchternden Zahlen bleibt Rocket-Chef Oliver Samwer demonstrativ optimistisch: „Ungeachtet dieser Sondereffekte hält Rocket Internet weiterhin an den ausgegebenen Zielen fest. Nach wie vor erwarten wir, dass bis Ende 2017 mindestens drei unserer Beteiligungen profitabel sein werden, und die aggregierten operativen Verluste unserer wesentlichen Beteiligungen 2015 den Höchstpunkt hatten." Doch genau das hat er auch schon vor einigen Monaten gesagt. Da sich aber die Zahlen aktuell sehr verschlechtert haben, wird diese Aussage als das entlarvt, was sie wohl ist: Pfeifen im Walde. Das aber dürfte für umsichtige Anleger entschieden zu dünn sein. Den Rocket-Internet-Aktien könnte bald wieder ein neues Allzeit-Tief ins Haus stehen.

Wim Weimer

05.09.2016 | 22:16

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