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Wenn nur der zu flache und daher leicht entflammbare Akku nicht wär'.... (Bild: Samsung)

Für Samsung eine Katastrophe: das Galaxy Note 7 (Bild: Twitter)

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Samsung zieht Galaxy Note 7 nach Pannenserie komplett zurück

Samsung reagiert auf die nicht endenwollende Brandserie beim eigentlich dorch noch fast brandneuen Galaxy Note 7. Die Produktion ist komplett beendet. Das Modell werde nicht mehr auf den Markt kommen, teilte ein Sprecher des südkoreanischen Smartphone-Marktführers mit. Verbraucher sollen das Geld für gekaufte Geräte erstattet bekommen. Der Schaden für Samsung geht in die Milliarden.

Bis zu zwei Milliarden könnte Samsung die Beseitigung des enormen Material- und Imageschadens kosten, die die offenkundige Fehlkonstruktion des Galaxy Note 7 verursacht hat. Die Aktie des weltweiten Marktführers für Mobiltelefone hat sich auf eine steile Talfahrt begeben. Das Papier hatte innerhalb der letzten Wochen mehrfach die historischen Höchststände bei rund 550 Euro getestet und notiert nun deutlich unter 500. Allein am 11. Oktober, dem Tag der Bekanntgabe des Produktionsstopps für das Pannengerät, ging es um knapp acht Prozent in den Keller.

Der Produktionsstopp des Galaxy Note 7, das vom Typ her eine Mischung aus Smartphone und Tablet-Computer ist, stellt den vorläufige Höhepunkt einer beispiellosen Pannenserie bei samsung das. Am Montag hatte das Unternehmen zunächst angekündigt, seine Produktionsplanung vorläufig zu ändern, ohne dies näher zu erläutern. Nach Berichten südkoreanischer und amerikanischer Medien hat Samsung die Produktion des Note 7 nun eingestellt, wie das Handelsblatt berichtet. Die Sicherheit der Verbraucher habe stets höchste Priorität für das Unternehmen, hieß es bei der Finanzzeitung. Samsung bitte alle Mobilfunkanbieter und Einzelhandelspartner, „den Verkauf und den Austausch des Galaxy Note 7 zu stoppen, während die Untersuchungen im Gang sind“.

Samsung arbeite mit der US-Verbraucherschutzbehörde CPSC zusammen, um die alle Fälle zu untersuchen, über die zuletzt berichtet worden sei. Der Verkaufsstopp sei der richtig Schritt, entgegnete der CPSC-Vorsitzende Elliot Kaye. „Niemand sollte sich Sorgen machen, dass sein Telefon ihn, seine Familie oder seinen Besitz in Gefahr bringt.“ Nach früheren Angaben der US-Verbraucherschutzbehörde könnte ein Grund für die Probleme beim ursprünglichen Note 7 gewesen sein, dass Akkus etwas zu groß für den Platz im Gehäuse geraten seien und es dadurch beim Einbau zu Kurzschlüssen in den Batterien kommen könne.

Die koreanische Behörde für Sicherheit und Standards (KAST) kündigte an, in Zusammenarbeit mit Samsung weitere Untersuchungen zu den Ursachen der Smartphone-Probleme anzustellen. Die im Heimatland von Samsung zuständige Behörde teilte dem Handelsblatt mit, es sei möglich, dass eine neue Art von Fehler in dem Mobiltelefon existiere, der über das Batterie-Problem hinausgehe.

Am Wochenende waren vier weitere Fälle in den USA bekanntgeworden, in denen nach Angaben der Betroffenen Austauschgeräte des Galaxy Note 7 in Brand gerieten, die von Samsung nach der Reaparatur als „sicher“ eingestuft worden waren. Am Mittwoch war ein Flugzeug in den USA kurz vor dem Start wegen eines brennenden Note 7 geräumt worden. Dabei handelte es sich dem Besitzer zufolge um ein solches Ersatzgerät.

Das Handelsblatt meldet zu den Terminen: „Samsung hatte Anfang September eine weltweite Umtauschaktion für rund 2,5 Millionen Geräte des Galaxy Note 7 wegen Brandgefahr bei den Akkus bekanntgegeben. Anfang Oktober hatte das Unternehmen dann den Verkauf in Südkorea wiederaufgenommen. Zuletzt war der Verkaufsstart in Europa für den 28. Oktober angekündigt worden.“ Dies alles ist nun obsolet. Ob Samsung dieses offenkundige Desaster insgesamt unbeschadet übersteht, erscheint nicht sicher. Gravierende Probleme stürzen in der Mobilfunkbranche auch Marktführer vom Thron und direkt in die relative Bedeutungslosigkeit. Die Verantwortlichen bei Samsung sollten sich an den Fall von Nokia erinnern. sig

11.10.2016 | 23:41

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