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Foto: renjith krishnan/FreeDigitalPhotos.net.

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Das Zeitfenster für Käufe schließt sich

Der Preisanstieg am deutschen Wohnungsmarkt hat sich beschleunigt. Das überrascht selbst Experten, denn einige Parameter haben sich negativ entwickelt.

Der Preisanstieg am deutschen Wohnungsmarkt hat sich in der ersten Jahreshälfte beschleunigt. Das belegen vom Verband deutscher Pfandbriefbanken vdp veröffentlichte Daten. Die Preise für selbst genutztes Wohneigentum lagen im Juni 4,4 % oberhalb der Vorjahreswerte. Damit fällt der Preisanstieg spürbar kräftiger als in den zurückliegenden Jahren aus. Zwischen 2012 und 2014 legten die Preise im Durchschnitt um etwas mehr als 3 % im Jahr zu. Noch deutlich schneller als bei den Eigenheimen klettern die Preise für Mehrfamilienhäuser nach oben. Das große Interesse von Investoren am deutschen Immobilienmarkt ließ die Preise zur Jahresmitte um 7,6 % gegenüber dem Vorjahr steigen.

Doch warum hat sich der Preisanstieg beschleunigt? Bei den Eigenheimen ist das höhere Tempo überraschend, denn die Hypothekenzinsen fallen nicht mehr. Sie sind zwar immer noch sehr niedrig, liegen aber bereits einige Zehntelstellen höher als beim bisherigen Tiefstand im April. Möglicherweise sind Kaufinteressenten derzeit verstärkt an Abschlüssen interessiert, weil mit weiterem Abwarten bei gleichzeitig steigenden Kaufpreisen der Einstieg in den Immobilienmarkt schwieriger wird.

Immobilien als Anlageform: Alternative zu Rohstoffen, Aktien und Co.

Für schmalere Budgets könnte sich das Zeitfenster, in dem der Kauf einer eigenen Immobilie realisierbar ist, zudem allmählich schließen. Auch für Investoren müsste die Attraktivität von Mehrfamilienhäusern aufgrund der fallenden Mietrenditen nachlassen. Aber offenbar ist angesichts fallender Anleiherenditen, rückläufiger Rohstoffpreise, volatiler und hoch bewerteter Aktien sowie zunehmender Probleme in den Schwellenländern der Mangel an Anlagealternativen so groß, dass sie verschlechterte Ertragschancen in Kauf nehmen.

Die Preisdynamik wird in den kommenden Quartalen wieder etwas nachlassen. Dafür sprechen steigende Fertigstellungszahlen. Ein größeres Angebot, eine verschlechterte Erschwinglichkeit und sinkende Renditen machen aber auch deutlich, dass das Fundament der Immobilienpreise an Solidität einbüßt, Rücksetzer also wahrscheinlicher werden.

23.09.2015 | 11:00

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