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Gold hat den Ruf einer Krisenwährung. Doch aktuell leidet das Edelmetall unter einem Wertverfall. (Bild: ponsulak/FreeDigitalPhotos.net)

Gold hat den Ruf einer Krisenwährung. Doch aktuell leidet das Edelmetall unter einem Wertverfall. (Bild: ponsulak/FreeDigitalPhotos.net)

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Goldpreis stark unter Druck

Vor kurzem war dem Goldpreis noch ein bemerkenswertes Comeback gelungen. Manche glaubten gar an alten Glanz. Jetzt haben die Barren wieder ordentlich an Wert verloren - wohin führt die Rallye?

Das Wort von Janet Yellen wird gefürchtet. Die US-Notenbankchefin und ihre Fed können für Kurssprünge sorgen oder Hoffnungen zerplatzen lassen. Meist geht es dabei um den US-Leitzins, der ein Indikator für Wachstumsaussichten ist. Vor wenigen Tagen sagte Yellen nun, dass in den kommenden Monaten mit einer geldpolitischen Korrektur zu rechnen sei. Wann genau, ist unklar - doch die nächste Gelegenheit zur Zinserhöhung bietet sich schon bei der Sitzung des „Federal Open Market Committee“ Mitte Juni. Ausschlaggebend dürfte sein, wie sich die US-Konjunktur entwickelt.

Für den Goldpreis sind das betrübliche Nachrichten. In der jüngeren Vergangenheit gab die „Krisenwährung“ wiederholt bei starker US-Konjunktur und erholten Aktienmärkten nach. Anfang Mai stand der Preis für das Edelmetall im Vergleich zum Jahresbeginn noch mit 21 Prozent im Plus. Mittlerweile ist die Feinunze jedoch nur noch rund 1.210 US-Dollar wert, was seit dem Zwischenhoch einen Verlust von über sechs Prozent darstellt. Ist das nur eine Gegenbewegung nach dem starken Kursanstieg? Oder leidet Gold weiter unter dem Druck anderer Geldanlagen?

Wahrscheinlichkeit der Zinserhöhung berechnet

Eugen Weinberg, Leiter Rohstoffanalyse bei der Commerzbank, weist auf die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die amerikanische Notenbank hin. Laut dem Fed Fund Future betrage die Chance eines Zinsschritts nach oben im Juni rund 30 Prozent, im Juli jedoch schon mehr als 50 Prozent. Wer am Markt offensiv agiert und gerne spekuliert, trifft mit Gold eher die falsche Wahl. Weinberg sieht die Gefahr, dass der Goldpreis um weitere 50 US-Dollar nachgeben könnte. 

Der Blick auf den Chart hingegen spricht eher für eine erneute Erholung des Goldpreises. Wer die letzte Hausse verpasst hat, könnte von dem nun wieder niedrigeren Wert angezogen werden und Gold als Anlage wählen, wenn Zweifel am allgegenwärtigen Konjunkturoptimismus bestehen. Weil in den USA heute anlässlich des Memorial Day der Handel ruht, ist ein eher ruhiger Nachmittag zu erwarten. Schon in den nächsten Wochen könnte sich allerdings das Schicksal des Goldpreises entscheiden. 

Marius Mestermann

30.05.2016 | 13:36

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