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Sorgen um den Yen: Das Japan-Risiko steigt

Nun ist die japanische Wirtschaft also wieder in die ­Rezession gerutscht. Die riesigen Ausgabenprogramme haben nichts gebracht – ­außer noch mehr Schulden. Das lässt Zweifel an dem geldpolitischen Kurs der Bank von Japan aufkommen. Zu Recht.

Ein Vermehren der Geldmenge macht eine Volkswirtschaft nun einmal nicht reicher – auch wenn diese ökonomische Einsicht dieser Tage in vielen Regionen der Welt geflissentlich beiseitegeschoben wird. Auch und gerade in Japan. Das Land steuert mittlerweile auf eine Staatsverschuldungsquote von 250 % des BIPs hin – der höchste Wert unter den entwickelten Ländern. Dazu kommt: Nicht nur die Wirtschaft stagniert, auch die Erwerbsbevölkerung schrumpft. Dies dürfte zu einer Abnahme der Wirtschaftsleistung und damit zu einer weiteren Verschärfung der Schuldenproblematik führen.

Die Japaner werden ärmer

Seit 2001 ist Japan überdies keine „Exportnation“ mehr, sondern ist zu einer „Importnation“ geworden. Die heimische Güterversorgung hängt mehr denn je davon ab, dass der Yen als Anlagewährung akzeptiert wird. Und die Japaner müssen immer mehr Inlandsgüter hingeben, um ihre Importe zu bezahlen. Mit anderen Worten: Sie werden ärmer. Das akute „Japan-Risiko“ besteht darin, dass Vertrauensverluste eine Währungskrise auslösen könnten. Sollte zum Beispiel die Erwartung um sich greifen, dass die Bank von Japan mit ihrer Geldvermehrungs-politik die Kaufkraft des Yen schwächt, dann könnte das eine Kapitalflucht aus dem Yen auslösen.

Eine solche Entwicklung „könnte vermutlich sehr rasch ablaufen, weil wichtige Marktindikatoren wie etwa die Zinssätze von der Bank von Japan kontrolliert werden und daher aufkeimende Probleme nicht mit einem zeitlichen Vorlauf anzeigen können“, schreibt Degussa in einem Marktreport. Eine Währungskrise in Japan hätte vermutlich ernste Folgen für die internationale Wirtschaft. fr

24.02.2015 | 13:14

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