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(Foto: Policen Direct)

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Lebensversicherung: Langfristige Stabilität schlägt kurzfristige Rendite

Droht nach einer Zinstalfahrt nun auch bei der Lebensversicherung ein Nullzins-Drama? Eine kurze Flaute sollte Kunden aber nicht abschrecken. Lebensversicherungen punkten mit ihrer langfristigen Stabilität.

Droht Kunden in der Lebensversicherung nach einer kleinen Pause der Zinstalfahrt tatsächlich das nächste Nullzins-Drama? Ist es wirklich eine Hiobsbotschaft, wie die Presse schreibt, wenn der Vorsitzende der Deutschen Aktuarvereinigung sagt „Das jetzige Zinsniveau an den Kapitalmärkten erhöht den Druck auf die Unternehmen"? Guido Bader als oberster Versicherungsmathematiker weiß, dass die Kapitallebensversicherung in ihren Ausformungen nicht so konstruiert ist, dass mit plötzlichen und vehementen Einbrüchen bei der laufenden Verzinsung zu rechnen ist. Durch den Ausgleich im Kollektiv und in der Zeit wie durch diverse Rückstellungen geben Lebensversicherer Entwicklungen stets gedämpft an ihre Kunden weiter. Allein an Reserven für die Niedrigzinsphase haben die 84 Lebensversicherer bereits 65 Milliarden Euro gebildet.

Weitere starke Kürzungen bei der Überschussdeklaration würden ohnehin fast nur noch das Neugeschäft betreffen. Die hohen Garantien in den Beständen werden nämlich sowieso bedient. Bei Lebens- und Rentenversicherungen geht es in erster Linie um langfristige Stabilität. Nicht zuletzt das ist ein Grund dafür, dass Jahr für Jahr allein das Neugeschäft deutscher Lebensversicherer mehr als 90 Milliarden Euro ausmacht. 91 Prozent der Verträge weisen immer noch Garantien auf. Denn Vorsorgesparer wollen zum Vertragsablauf mit ihrer privaten Altersvorsorge sicher rechnen können. Die Solvenzquoten geben sichere Anhaltspunkte zur Krisenfestigkeit auch unter Stress-Szenarien wie Börsencrahs. Insgesamt haben alle Versicherer diesen Solvenztest bestanden und können damit gewährleisten, auch in Zukunft ihren Verpflichtungen nachzukommen. Unternehmen, die ohne Bilanzierungshilfen besonders gute Zahlen erreichen, können es sich in Zukunft leisten, auch neuen Kunden weitreichende Garantien zu geben.

Für die Lebensversicherung gilt damit nach wie vor, insbesondere für bestehende Verträge: Wer garantiert und inflationssicher Renditen über Inflation erzielen und mit Blick auf ein hohes Alter Planungssicherheit haben will, findet kein vergleichbares Vorsorgeprodukt. Sicherer Beleg für die Qualität der Policen ist die gestiegene Nachfrage auf dem Zweitmarkt für Lebensversicherungen. Die im Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt für Lebensversicherungen (BVZL) organisierten seriösen Ankäufer konnten ihr Ankaufsvolumen auf 265 Millionen Euro steigern. Doch leider – auch wegen einer fehlenden gesetzlichen Hinweispflicht – wird ein Großteil der Policen nach wie vor gekündigt. Kunden, die dringend Geld benötigen, verschenken damit knapp 80 Millionen Euro, weil sie es nicht besser wissen. Einen anderen vernünftigen Grund als kurzfristigen Liquiditätsbedarf gibt es im Übrigen nicht, die Lebensversicherung vorzeitig zu beenden. So gelten im Zweitmarkt gehandelte Einzelverträge, gebrauchte Lebensversicherungen, längst als gefragtes Investment. Nicht zuletzt auch Unternehmen nutzen diese zum Liquiditätsmanagement und zur Vermeidung von Strafzinsen auf dem Geschäftskonto.

Rafael Kurz, Chefredakteur Policen Direkt

05.08.2019 | 09:14

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