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Foto: Börse München.

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Gettex: Börse München greift an

Die Börse München hat eine neue Handelsplattform gestartet. Gettex wendet sich an kostenbewusste Privatanleger.

Einen Wettbewerbsvorsprung erhofft sich die Börse München von der Einführung einer neuen Tradingplattform. Gettex startete im Januar 2015 mit renommierten Partnern: Makler ist die Baader Bank, die als Marktführer in diesem Bereich gilt. Als erster Partner wurde die comdirect, Marktführerin im Online-Wertpapiergeschäft mit über 1,8 Mio. Kunden, angeschlossen. Jochen Thiel und Andreas Schmidt, Vorstände der Bayerischen Börse AG, gehen davon aus, dass im Laufe des Jahres weitere Partner dazukommen. Man sei mit allen Direktbrokern sowie vielen Banken im Gespräch.

Wegfall der Courtage

Vorteil der Plattform sind sehr niedrige Abwicklungskosten für den Kunden. Sie entstehen durch den Wegfall der Courtage – ­einer Position, die bei fast allen anderen Börsen anfällt. „Dieser Kostenvorteil macht sich auf jeden Fall bemerkbar“, meint Jan Enno Einfeld, Leiter Trading bei comdirect. Das könne bei einer Ak­tienorder über 10 000 Euro bis zu 12 Euro ausmachen.

Gettex verfolgt das Best-Execution-Prinzip. In der Ordermaske wird Anlegern bei jeder Transaktion in Realtime-Kursen angezeigt, welche die für sie besten Börsenplätze sind. Handelbar sind 13 000 Wertpapiere – das ist nahezu das gesamte in Deutschland börslich handelbare Spektrum: 2800 Aktien, 3000 Fonds und ETFs sowie rund 6000 Anleihen, darunter ein laut Bayerischer Börse „einzigartiges“ Angebot von 2500 Fremdwährungsanleihen. Alle gängigen Ordertypen wie Limit und Stop-Loss-Limit stehen zur Verfügung. Auch sogenannte intelligente Varianten wie Trailing-Stop, One Cancels Other oder Next Order lassen sich einsetzen.

Thiel sieht in der neuen Plattform für Anleger einen „echten Mehrwert“, mit dem sich Gettex im Markt von vergleichbaren Angeboten abhebt. Vorstandskollege Schmidt betonte bei der Vorstellung außerdem das positive Image der Börse München mit ihrer öffentlich-rechtlichen Struktur, die den Marktteilnehmern Neutralität garantiere. „Damit bieten wir eine hohe Transparenz, über die außerbörsliche Institutionen nicht verfügen“, meinte Schmidt.

Gettex wird auf einem neuen System betrieben, das die Bayerische Börse AG mit der pdv Financial Service GmbH, Hamburg, entwickelt hat. „Durch den Einsatz von etablierten Standardmodulen konnten wir die Entwicklungszeit kurz halten“, so Thiel. Damit verfolgen die Münchner mittelfristig das Ziel, die gesamte Wertschöpfungskette im Wertpapierhandel zu optimieren, Synergien zu schaffen und für Anleger Kosten zu sparen. Gettex soll parallel zum bereits bestehenden Handelssystem der bayerischen Börse, Max-One, aufgebaut werden, das gut im Markt einführt sei und eine „treue Kundschaft“ habe, so Schmidt. Wer Wert auf besonderen Service legt, ist nach Ansicht des Vorstands bei Max-One „am besten aufgehoben“. Max-One soll in einem Folgeprojekt ebenfalls auf der technisch als innovativ beschriebenen Plattform umgesetzt werden.

Ausbau des Marktanteils

Mit diesen Initiativen will die Börse München ihren Marktanteil ausbauen und beim kostenbewussten Privatanleger punkten. Derzeit liegt ihr Marktanteil am Handel aller deutschen Börsen ohne Berücksichtigung des Xetra-Markts und des Zertifikatehandels bei 3,5 %. „Wir greifen an. Im Wettbewerb mit außerbörslichen Anbietern und anderen Börsen in Deutschland wollen wir mit Gettex wieder Marktanteile gewinnen“, sagt Schmidt.

fr

17.03.2015 | 16:19

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