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Höchstes Gebäude der Welt, Foto: Gensler.

Der Shanghai Tower ist mit seiner Endhöhe von 632 Metern neuer Rekordhalter: das höchste Gebäude Chinas und – nach dem Burj Khalifa in Dubai – das zweithöchste Bauwerk der Welt. (Foto: Gensler)

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Chinas neuer Super-Wolkenkratzer

Der Wettlauf um das höchste Gebäude der Welt geht in die nächste Runde: Nachdem Saudi-Arabien mit dem Bau seines über einen Kilometer hohen Kingdom Towers begonnen hat, meldet China die Fertigstellung des spektakulären Shanghai Towers.

Am 29. November 2008 wurde der Grundstein gelegt, nun ist er fertig –
Chinas neuer Wolkenkratzer-Stolz. Der Shanghai Tower ist mit seiner Endhöhe von 632 Metern neuer Rekordhalter: das höchste Gebäude Chinas, das zweithöchste der ganzen Welt. Lediglich der 828 Meter hohe Burj Khalifa in Dubai ist noch gewaltiger. Die Baukosten belaufen sich offiziell auf 4,2 Mrd. US-Dollar. Federführend gebaut wurde der Wolkenkratzer vom amerikanischen Architekturbüro Gensler aus San Francisco, dem umsatzstärksten Architektenkonzern der Vereinigten Staaten mit 4 200 Mitarbeitern.

Mit dem fertigen Innenausbau wird noch in diesem Jahr gerechnet, bis Mitte 2015 soll zudem in den oberen Stockwerken des Turms ein Luxushotel in Betrieb genommen werden. In 561 Metern Höhe ist eine öffentliche und offene Aussichtsplattform vorgesehen. Das Gebäude hat 128 Etagen über und fünf Etagen unter der Erde mit einer Flurfläche von insgesamt 420 000 Quadratmetern. Zusammen mit dem 420 Meter hohen Jin Mao Tower und dem 492 Meter hohen Shanghai World Financial Center bildet es ein markantes Ensemble von drei gigantischen Wolkenkratzern im Shanghaier Finanzdis­trikt Pudong.

Der Turm besteht innen aus neun zylindrischen, aufeinandergestapelten Segmenten, die von einer Glasfassade eingefasst werden. Die äußere Gebäudehülle verdreht sich dabei nach oben. Dazwischen sind Hallen­gärten in verschiedenen Höhen als öffentliche Plätze für die Einwohner Shanghais geplant. Der Shanghai Tower wird oben – neben dem Hotel – zahlreiche Büros und dazu Ausstellungsräume haben. Im unteren Bereich soll ein Einkaufszentrum entstehen.

Die verdrehte Fassade ist so konstruiert, dass sie die Windbelastung des inneren Rings enorm reduziert. Die Verdrehung soll auch dazu verwendet werden, Regenwasser für die Klimaanlage und die Heizung zu sammeln. Windturbinen sollen zudem Energie für das Gebäude liefern. Es ist das erste Bauwerk dieser Größenordnung, das durch ein Doppelwandsystem quasi wie eine Thermoskanne aufgebaut ist und dadurch Energie sparen soll.

Marshall Strabala, Sprecher von Gensler, sagte in einem Interview, was Chinesen gern hören, dass nämlich der Shanghai Tower Chinas dynamische Zukunft vertreten wird: „Er wird eindrücklich die Zukunft des dynamischen chinesischen Geistes demonstrieren. Es wird keinen anderen so einzigartigen und ausgereiften Turm auf der Welt geben.“ Fasziniert hat er offenbar bereits die beiden russischen Gebäudekletterer Wadim Machorow und Vitaly Raskalow, die am 12. Februar 2014 bei der (illegalen) Besteigung des Turms ein Video aufgenommen haben, das im Internet Zigmillionen Abrufe verzeichnet.

Wettlauf um das höchste Hochhaus

Doch der Hochhaus-Ehrgeiz Chinas scheint auch mit dem Shanghai Tower noch nicht gestillt. Bereits jetzt stehen von den 15 höchsten Gebäuden der Welt allein acht in China. Doch es werden mehr. Denn die Stadt Shenzhen baut bereits am zukünftig zweithöchsten Gebäude der Welt, dem Pingan International Finance Center. Der von dem Architekturbüro Kohn Pedersen Fox geplante Komplex soll zwei Wolkenkratzer umfassen. Das Hauptgebäude soll mit einer projektierten Gesamthöhe von 660 Metern den Shanghai Tower noch übertreffen.

Und was Shenzhen wie Shanghai recht ist, das ist Wuhan billig. Die Millionenmetropole hat dieser Tage angekündigt, gleich kilo­meterhohe Zwillingstürme zu bauen – Projektname „Phoenix Towers“. Damit wäre dann auch der Burj Khalifa übertroffen. Die Projektzeichnungen zeigen zwei nadelförmige Gebäude mit pinkfarbener Außenfassade, ­zwischen ihnen „schweben“ riesige Kugeln wie Planeten in der Luft. Und weil Wuhan in China auch „Stadt der 1 000 Seen“ genannt wird, werden die entfernt an den Eiffelturm erinnernden Hochhäuser auf einer Insel inmitten eines Sees gebaut.


WK

11.10.2014 | 13:25

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