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Wirtschaftsrat fordert marktwirtschaftlichen Rahmen für die Energiewende

Der Wirtschaftsrat der CDU e. V. fordert anlässlich seiner 17. Klausurtagung Energie- und Umweltpolitik von der Bundesregierung einen marktwirtschaftlichen Rahmen für ein digitales, sektorenübergreifendes Echtzeit-Energiesystem.

„Das Energiesystem wird immer dezentraler, interaktiver und sektorenübergreifender“, bilanziert Generalsekretär Wolfgang Steiger. „Es braucht daher ein wettbewerbsfähiges Gegenmodell zu immer mehr staatlichen Eingriffen ins Energiesystem. Der staatliche Anteil am Strompreis muss gesenkt, die Flexibilität gesteigert werden. Angebot und Nachfrage sollten im Stromsystem jederzeit ausgeglichen sein.“ 



Damit der Transformationsprozess der Energiewende gelingt und der Energie- und Industriestandort Deutschland wieder gestärkt wird, setzt sich der Wirtschaftsrat in einer neuen Studie für eine marktwirtschaftliche, digitale und europäische Neuausrichtung der Energie-und Klimapolitik ein. „Wir müssen Künstliche Intelligenz, die Blockchain-Technologie oder die neue Mobilfunktechnologie 5G zur Weiterentwicklung der Energiewende und dem Aufbau einer digitalen Infrastruktur nutzen, um Potenziale für Effizienz und Innovation zu heben“, ist Wolfgang Steiger überzeugt. „Nur wenn dabei alle künftigen energie- und klimapolitischen Entscheidungen in eine industriepolitische Gesamtstrategie eingebettet werden, können wir die schleichenden Desinvestitionen stoppen und die Energiewende zum Motor für Wachstum und Innovationen machen.“



Es gilt daher, einen ganzheitlichen Ansatz für die Energieversorgung von Morgen am Industriestandort Deutschland vorzulegen. Eine Echtzeit-Energiewirtschaft mit Millionen von Geräten, die aktiven Zugang zu Energiemärkten und Systemdienstleistungen erhalten, ermöglicht die Einbindung einer Vielzahl neuer Marktakteure. Märkte werden dadurch liquider und effizienter, außerdem erhöht sich die Versorgungssicherheit. „In einem interaktiven Energiesystem müssen Verbraucher effizient selbst entscheiden, ob ihre Geräte Strom verbrauchen oder ins Netz einspeisen sollen“, sagt Wolfgang Steiger. „Die benötigte Infrastruktur, insbesondere Energienetze, muss datenbasiert ausgebaut und betrieben werden. Dies ermöglicht, Schnittstellen zwischen Sektoren effizient zu nutzen.“ 



Weitere sinnvolle Bestandteile eines ganzheitlichen Ansatzes wären ein sektoren- und länderübergreifendes marktwirtschaftliches CO2-Preissignal, eine konsequente System- und Marktintegration der Erneuerbaren, und ein beschleunigter Netzausbau auf allen Spannungsebenen.

22.03.2019 | 15:52

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