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Die große Baustelle der Kryptowährungen... (Bild: Fotolia / Promesaartstudio)

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Die zehn aufregendsten Kryptowährungen

Kaum eine Anlageklasse hat die Finanzwelt im vergangenen Jahr so sehr in Atem gehalten, wie die der Kryptowährungen. Allen voran der Bitcoin – die wohl noch immer bekannteste digitale Münze – hat mit einem Kursplus von bis zu 2.000 Prozent für Aufsehen gesorgt und einige mutige Investoren reich gemacht. Doch nun ist der Bitcoin-Crash da. Was ist zu beachten?

Und auch in den ersten Wochen des neuen Jahres verging kein Tag, an dem die sogenannten Digital Coins in Finanzkreisen nicht zum Thema gemacht wurden. Allerdings vermehrt im negativen Sinne. So büßte der Bitcoin in den letzten sechs Wochen rund 60 Prozent an Wert ein, und die mutigen Bitcoin-Investoren, die ihren Reichtum noch nicht realisiert haben, müssen heftig um selbigen bangen. Und auch viele weitere Krypto-Münzen hatten mit kräftigen Kursverlusten zu kämpfen. So fielen beispielsweise Mitte Januar an nur einem Tag die Kurse der Digitalwährungen Bitcoin, Ethereum und Ripple um 18 beziehungsweise 22 und 30 Prozent.

Doch trotz solcher Einbrüche und der extrem hohen Schwankungsanfälligkeit der Währungen, scheinen sie sich als spekulative Anlageoption etabliert zu haben. Coinmarket.com listet inzwischen 1.506 verschiedene Cryptocurrencies mit einer Marktkapitalisierung von insgesamt 505 Milliarden Dollar. Wer aber sind die zehn größten? Eines sei schon mal vorweggenommen: Der Vorsprung des Bitcoin schrumpft. Die globale Kryptowelt, sie könnte früher als gedacht von anderen beherrscht werden. Und auch in Sachen Kurszuwachs war der Bitcoin zuletzt nicht mehr das Maß aller Dinge.

10. NEM

Die aus der Bewegung New Economy Movement (NEM) entstandene Kryptowährung XEM wurde im asiatischen Raum entwickelt und besitzt eine Marktkapitalisierung in Höhe von 6,8 Milliarden US-Dollar. Es gibt sie seit nunmehr knapp drei Jahren und sie hat eine „steile Karriere“ hinter sich. Zum Start war eine digitale XEM-Münze gerade einmal 0,0004 US-Dollar wert. Während sich daran lange Zeit kaum etwas änderte, explodierte im Zuge des weltweiten Krypto-Booms 2017 der Kurs. Anfang Januar sogar kurzzeitig bis auf 1,90 Dollar. Anschließend ging es zurück auf 0,76 Dollar. Nicht zuletzt ein Diebstahl der Währung auf einem Handelsplatz in Japan im Wert von 500 Millionen Dollar hatte Anleger verunsichert. Über das Jahr 2017 bis heute – sprich in dem Zeitraum, in dem Digitalwährungen als Investmentobjekt populär wurden – steht mit 25.300 Prozent aber immer noch ein beinahe unglaubliches Kursplus zu Buche.

9. EOS

Auf Rang neun der größten Cyber-Währungen folgt mit einer Marktkapitalisierung in Höhe von 7,6 Milliarden Dollar EOS. Und das obwohl es die Digitalwährung erst seit Juni 2017 gibt. Betrieben wird sie von dem privaten Unternehmen Block.one, das wiederum auf den als undurchsichtiges Steuerparadies bekannten Cayman Islands registriert ist. Die notwendige Software wurde im Zuge der Währungs-Einführung Nutzern als Open-Source-Code zur Verfügung gestellt. Wie bei NEM beziehungsweise XEM handelt es sich bei EOS um eine blockchain-basierte Kryptowährung, die mit einem Anstieg von zirka einem auf nun knapp zwölf Dollar ebenfalls auf ein hohes Kursplus von 1.050 Prozent verweisen kann. Die Menge der ausgebbaren EOS-Tokens ist auf eine Milliarde beschränkt.

8. Litecoin

Während sowohl NEM als auch EOS auf dem Kryptomarkt eher noch Unbekannte sind, gibt es den Litecoin schon seit Oktober 2011. Mit einer Marktkapitalisierung von 9,1 Milliarden Dollar nimmt er Rang 8 der größten Kryptowährungen ein. Gegründet hat ihn Charlie Lee, ein Software-Ingenieur aus San Francisco. Im Dezember 2017 sorgte er für Aufsehen, als er all seine eigenen Litecoins aufgrund angeblicher Interessenskonflikte verkaufte. Womöglich wollte er seine Erfindung aber auch nur endgültig in „echtes Geld“ ummünzen. Schließlich war der Litecoin bis dahin um über 8.000 Prozent in seinem Kurswert angestiegen. Mitte Dezember hatte er bei 361 Dollar ein Rekordhoch markiert. Inzwischen ist ein Litecoin „nur“ noch 165 Dollar wert, was allerdings immer noch einem Kursplus von 3.750 Prozent Zeit seines Bestehens entspricht. Die Litecoin-Menge ist auf 84 Millionen Münzen beschränkt, zirka 55 Millionen dürften derzeit im Umlauf sein. Technisch ähnelt das Litecoin-System stark dem des Bitcoin. Heißt: die Erstellung läuft dezentral und über das inzwischen bekannte Mining-System ab.

7. Stellar

Auf Rang sieben folgt mit 9,5 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung die Kryptowährung Stellar Lumens, kurz: Stellar oder XLM. Stellar wurde 2014 von den beiden Entwicklern Jed McCaleb und Joyce Kim ins Leben gerufen und bietet in Form eines Open-Source-Protokolls Nutzern den Austausch von Werten an. Im Gegensatz zum Großteil der im Ranking vertretenen Cyber-Währungen basiert Stellar nicht auf dem Blockchain-System. Ein Kursfeuerwerk brannte die Computer-Währung zuletzt dennoch ab. Gestartet mit einem Wert von zirka 0,003 Dollar steht inzwischen ein Kurs von 0,53 Dollar auf den Bildschirmen. Ein Plus von 17.500 Prozent. Seit letztem Oktober arbeitet Stellar gar mit IBM in Sachen globaler Zahlungsgeschwindigkeit zusammen.

6. NEO

Rang sechs nimmt mit einer Marktkapitalisierung von 9,6 Milliarden Dollar und nur knapp vor Stellar wieder eine blockchain-basierte Kryptowährung ein. NEO wurde schon des Öfteren als das Ethereum Chinas bezeichnet und wird für die Entwicklung digitaler Assets oder Smart Contracts genutzt. Ihr Kurs steht inzwischen bei über 147 Dollar, was einer Steigerung von mehr als 81.000 Prozent im Vergleich zu den 0,18 US-Dollar, die NEO anfangs wert war, entspricht. Gegründet wurde NEO bereits 2014 von Da Hongfei in China, allerdings noch unter den Namen Antshares.

5. Cardano

Mit dem Cardano-Coin können Anleger erst seit rund drei Monaten handeln. Dafür hat er sich mit einer Marktkapitalisierung von inzwischen 13,3 Milliarden Dollar erstaunlich schnell und nachhaltig in den Top-Ten der größten Kryptowährungen festsetzen können. Geht es nach seinen Gründern – entwickelt wurde er 2014 von mehreren asiatischen IT-lern und Investoren – soll Cardano dazu beitragen alle aktuellen Probleme, Schwierigkeiten und Herausforderungen der Krypto-Branche zu lösen. So legen die Gründer unter anderem Wert auf Transparenz und wollen sich offen gegenüber Institutionen und Regularien zeigen. Zuletzt schienen immer mehr Investoren davon überzeugt, dass dieses Konzept Cardano zum großen Durchbruch verhelfen könnte. Über 2.500 Prozent legte die Digitalwährung sei Oktober 2017 in ihrem Wert zu. Derzeit ist ein Coin zirka 0,51 Dollar wert.

4. Bitcoin Cash

Mit einer Marktkapitalisierung von 25,4 Milliarden Dollar landet der Bitcoin Cash bereits mit deutlichem Abstand zu seinen Verfolgern auf Rang vier. Entstanden ist er erst im August des vergangenen Jahres durch die Abspaltung vom Netzwerk des Bitcoin. Grund dafür war der Wunsch der Bitcoin-Verantwortlichen das Blockgrößen-Limit zu erweitern, um mehr Transaktionen möglich zu machen.  Derzeit ist der Bitcoin Cash zirka 1.500 Dollar wert. Mit einem Kursplus in Höhe von 170 Prozent konnte der Bitcoin Cash seinen Wert deutlich weniger stark steigern, als die bereits aufgeführten Konkurrenten. Das dürfte wohl hauptsächlich an seiner bereits bei der Einführung hohen Bewertung gelegen haben, was wiederum seinen Grund in der Abspaltung vom Bitcoin hatte.

3. Ripple

Den Auftakt in die Top-3 macht mit einer Marktkapitalisierung von 44 Milliarden Dollar die Digitalwährung Ripple. Entwickelt wurde sie ursprünglich von Ryan Fugger, Jed McCaleb und Chris Larsen. Das Vermögen von letzterem schätzte des US-Magazin Forbes dank Ripple zuletzt auf 59 Milliarden Dollar. Schuld daran war ein exorbitanter Kursanstieg von über 36.000 Prozent innerhalb weniger Wochen. Gegründet 2012 und im August 2013 noch mit 0,006 Dollar bewertet war ein Ripple-Coin im Januar 2018 kurzzeitig 3,70 Dollar wert. Im Anschluss allerdings halbierte sich sein Wert innerhalb kürzester Zeit wieder. Derzeit steht ein Kurs von 1,14 Dollar zu Buche. Ripple basiert nicht auf der Blockchain-Technologie, ist dagegen ein Open-Source-Protokoll für ein Zahlungsnetzwerk und wurde vor allem für Finanzdienstleister entwickelt, um möglichst sicher und kostengünstig Überweisungen ins Ausland tätigen zu können.

2. Ethereum

Mit 106,8 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung weiß Ethereum seine Verfolger deutlich hinter sich und muss sich nur einer Konkurrenzwährung geschlagen geben. Wie der Bitcoin nutzt auch Ethereum die Blockchain-Technologie. Der große Unterscheid der beiden Cyber-Währungen liegt darin begründet, dass Ethereum nicht allein ein Kryptowährung, sondern gleichzeitig auch eine Plattform für Distributed Apps, die wiederum aus Smart Contracts bestehen, ist. Anwendung finden diese unter anderem im Crowdfunding oder der virtuellen Organisation. Technologisch scheint Ethereum daher weit mehr zu bieten, als der Bitcoin es kann. Gegründet und entwickelt wurde das System 2015 von Vitalik Buterin, Gavin Wood und Jeffrey Wilcke. Wie mit allen anderen Digitalwährungen konnte man auch mit Ethereum über das Jahr 2017 hinweg ein reicher Mann oder eine reiche Frau werden. War ein Coin des Krypto-Giganten im August 2015 gerade einmal 2,80 Dollar wert, sind es jetzt 1.097. Das entspricht einer Kurssteigerung von zirka 38.700 Prozent.

1. Bitcoin

Noch liegt er mit einer Marktkapitalisierung von 168,9 Milliarden Dollar unangefochten auf Rang eins, der Bitcoin und die wohl stärkste „Marke“ unter den Cyber-Währungen. Wer ihn entwickelt hat, ist bis heute unklar. Das Zahlungssystem, auf dem er basiert, wurde allerdings wohl zum ersten Mal 2008 in einem Dokument veröffentlicht, das mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto versehen war. Die ersten Bitcoin-Wechselkurse entstanden 2010 und waren über Foren ausgehandelt gewesen. Sie bewegten sich lange im einstelligen Bereich. Über die Jahre 2012 und 2013 setzte dann durch zunehmende Bekanntheit und mediale Berichterstattung ein Aufwärtstrend ein, im April 2013 war ein Bitcoin bereits 135 Dollar wert, im November zum ersten Mal über 1.000 Dollar. Anschließend ging es wieder bergab, ehe 2017 die große Kursexplosion einsetzte, die beinahe alle anderen Kryptowährungen in ihren Kursverläufen mit nach oben nahm. Der Bitcoin selbst stieg zwischenzeitlich auf über 20.000 Dollar, verteuerte sich so innerhalb eines Jahres um 2.000 Prozent. Ein regelrechter Hype war um die Computerwährung ausgebrochen, sogar zwei US-Terminbörsen stiegen Ende 2017 in das Krypto-Geschäft mit ein und boten den Handel mit Bitcoin-Futures an. Wenig später folgte dann aber der von vielen Experten lang prophezeite Crash. Mit einem derzeitigen Kurs von unter 8.000 Dollar hat sich der Wert der Digitalwährung über die letzten Tage 2017 und den Januar des neuen Jahres hinweg mehr als halbiert. Der Bitcoin-Crash – er dürfte jetzt endgültig dasein.

04.02.2018 | 00:05

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