Findet gendergerechte Sprache im Job wichtig: Angelika Huber-Straßer (Foto: KPMG).



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Frauen haben das erste Wort: Angelika Huber-Straßer

Die Bereichsvorständin Corporates der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG über gendergerechte Sprache, Diversity als Wettbewerbsvorteil und Diskriminierung in einer digitalen Arbeitswelt.

WirtschaftsKurier: Wie war Ihr Wochenende?
 
Angelika Huber-Straßer: Ich hatte ein schönes Frühlingswochenende, an dem ich in den Bergen gewandert bin und analoge statt digitale Eindrücke gesammelt habe.
 
Wir diskutieren über Gleichstellung, Diversität, und Quote im Berufsleben. Diskutieren Sie da mit?
 
Da bin ich seit 25 Jahren immer dabei! Ich war häufig „the only girl in the room”, deshalb habe ich auch schon im Studium für Gleichberechtigung engagiert. Heute bin noch häufig „the only women in the board room“. Das Thema ist also leider immer noch aktuell. Empowering women – besonders die Förderung der jungen weiblichen Führungskräfte liegt mir am Herzen.
 
Was halten Sie von der Frauenquote im Unternehmen?

Da zitiere ich gerne Angela Merkel vom W20 in Berlin: „Wir haben Unternehmen Jahre lang angebettelt und gebeten. Die haben sich das Gesetz selbst erarbeitet – durch Nichtstun“. Wir haben in den letzten fünf Jahren beobachten können, dass sich der Anteil der Frauen in den Aufsichtsräten durch die gesetzliche Regelung auf 30 Prozent erhöht hat, während beim Frauenanteil in den Vorständen nur eine geringe Erhöhung zu sehen war.
 
Achten Sie ganz privat auf eine gendergerechte Sprache?
 
Meine Töchter und meinen Sohn spreche ich mit der gleichen Sprache an.
 
Und im Beruf?
 
In unsere Studie „Global Female Leader Outlook“ haben 48 Prozent der Frauen in Deutschland geantwortet, dass sie in der Kommunikation diskriminiert werden. Im Berufsleben ist gendergerechte Sprache besonders wichtig, weil Sprache auch Biases generiert. Das gilt auch für digitale Kommunikationstools und Technologien wie „artificial Intelligence“, die zunehmend Einfluss auf unser Leben nimmt. Die zukünftige virtuelle Welt muss ohne Gender-Biases, Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen sein.
 
KPMG hat jüngst die Studie „KPMG CEO Pulse Survey“ veröffentlicht. Was ist aus Ihrer Sicht der spannendste Punkt darin?
 
Der spannendste Punkt im Hinblick auf Diversity ist die Tatsache, dass 92 Prozent der befragten CEOs glauben, dass Unternehmen zukünftig weit mehr an ihrer Diversity Performance gemessen werden als bisher. Zudem erkennen 94 Prozent der in Deutschland befragten CEOs an, dass es noch ein weiter Weg bis zur Gleichberechtigung in Führungspositionen ist.
 
Zum Schluss ein Wort an die Männer . . .

Schön, dass es Euch gibt! Diversität ist die Grundlage für Freiheit, Kreativität, Wachstum und Erfolg!
 
Das Gespräch führte Oliver Stock

29.03.2021 | 09:00

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