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Besitzt unter anderem mehrere Brauereien und eine Porzellanmanufaktur: Seine Königliche Hoheit, Prinz Luitpold von Bayern.


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Macher der Woche: Prinz Luitpold von Bayern

Die Vorfahren des Chefs des Verbandes der Familienunternehmer haben schon Pest und Cholera überlebt. Corona wird die Unternehmerfamilie jetzt auch noch überstehen.

Familienunternehmern gelingt es manchmal, auch in schwierigen Phasen eine gewisse Gelassenheit zu verbreiten nach dem Motto: Was meinen Großvater nicht umgehauen hat, was meine Mutter fortführen konnte, werde ich auch nicht vor die Wand fahren. Und je mehr Vorfahren dokumentiert sind, desto ausgeprägter ist der Hang, auch in der Krise nicht zu verzagen. Vor diesem Hintergrund sind Menschen wie Seine Königliche Hoheit, Prinz Luitpold von Bayern, Besitzer mehrerer Brauereien und einer Porzellanmanufaktur, Veranstalter von jährlichen Tourismusattraktionen wie dem großen Ritterturnier auf Schloss Kaltenberg und bayerischer Landesvorsitzender im Verband der Familienunternehmer, der in diesen Tagen seinen Jahreskongress virtuell abgehalten hat, sehr entspannt. „Das Haus Wittelsbach“, sagt er auf die Frage des WirtschaftsKuriers, „gibt es seit 27 bis 28 Generationen, weil es immer feste Strukturen gab.“ Es habe in den vergangenen Jahrhunderten Pandemien wie Pest, Cholera und Pocken gegeben. „Es gab Kriege und Hungersnöte. In Krisen braucht es stabile Strukturen, um damit zurecht zu kommen.“

Der Satz ist ein listiger Vergleich, gilt er doch für Länder gleichermaßen wie für Familien. Länder mit klaren Strukturen, wasserdichten Gesundheits- und Sozialsystemen und geregelten Finanzen kämen besser durch die Krise, weil sie die Kraft hätten, sich veränderten Realitäten zu stellen, sagt der Prinz und fügt dann hinzu:  „Möglicherweise ist das in gewisser Hinsicht mit unserer Familie vergleichbar.“

Prinz Luitpold, Urenkel väterlicher- und mütterlicherseits des letzten bayerischen Königs und designierter Chef des Hauses Wittelsbach ist es als Unternehmer gelungen, das Geschlecht, aus dem er stammt, zur Marke zu machen. Wenn er im ferneren Ausland, beispielsweise in China gefragt wird, was denn sein Familienbusiness sei, dann antwortet er gern „We run the country“ und meint damit, dass seine Familie 738 Jahre an der Regierung gewesen ist, was einem schon wegen der langen Zeit doch einen gewissen Respekt abverlangt. Im kommerziellen Sinn und nicht als Ahnenforscher beschäftigt er sich damit, die historischen Figuren der Familie zu schützen. Wer sein Parfüm, seine Salami oder etwa seinen Wanderschuh „König Ludwig“ nennen will, muss bei ihm anklopfen. Das gleichnamige Bier stellt er selbst her und vertreibt es in alle Welt. „Es ist wichtig, dass man Herr der eigenen Geschichte bleibt“, meint er. Der Prinz leitet außerdem seit 2011 die Geschicke der Porzellanmanufaktur Nymphenburg, die ein Vorfahr einst mitgegründet hat, was etwa 280 Jahre her ist.

Wie es unternehmerisch so läuft in der Krise? Prinz Luitpold beschönigt es nicht. Beim Porzellan leidet der Absatz. „Ohne Kurzarbeit könnten wir das Personal nicht halten.“ Beim Ritterturnier, das sonst jährlich 10 000 Besucher anzieht, „haben wir ein ganzjähriges Berufsverbot“. Es stelle sich die Frage nach Schadensersatz, grummelt der Prinz. Und beim wichtigsten Standbein, dem Brauereigeschäft, sei der deutsche Markt angeschlagen, weil die Krise die Gastronomie getroffen habe. Im Ausland, vor allem in Asien, laufe es schon wieder besser. Aus seinen Antworten wird deutlich: Ein Unternehmer, der das Überstehen existenzieller Krisen, nicht in seinen Genen gespeichert hat, wäre vermutlich nervöser. Traditionsbewusstsein dagegen bedeutet eben auch die beruhigende Gewissheit, dass Krisen vorüberziehen.

Und es bedeutet, dass man sich bei aktuellen Fragen auf die großen Linien zurückzieht und die kleinen Scharmützel den anderen überlässt. Für den diesjährigen Bayernkongress der Familienunternehmer hat Prinz Luitpold Friedrich Merz als einen der Hauptreferenten gewonnen. Ob eine Vorliebe für ihn als Unions-Vorsitzenden und möglichen Kanzlerkandidaten habe? Staatsmännisch diplomatisch antwortet er: „Deutschland braucht insbesondere angesichts der ökonomischen Auswirkungen von Corona einen Kanzler, bei dem das Erwirtschaften vor dem Verteilen kommt.“ Und dass die Partei, der der Urenkel des letzten Königs naturgegeben nahe steht, ausgerechnet die Einführung einer Frauenquote bei sich selbst durchsetzen will, ist nun wirklich eher ein Scharmützel, auf das man als Königliche Hoheit nur sagen kann, die Partei wisse sicherlich selbst am besten was sie tue. Die große Linie dahinter lautet: Es sei letztlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, familienfreundlicher zu werden und Frauen mehr berufliche Teilhabe zu ermöglichen. Auch dafür besitzt das Haus Wittelsbach seine Vorbilder. Man denke nur an Elisabeth Amalie Eugenie, Herzogin in Bayern und aus einer Nebenlinie der Wittelsbacher stammend, die durch Heirat zur österreichisch-ungarische Kaiserin und von ihren Geschwistern stets „Sisi“ gerufen wurde.                                  

oli


31.07.2020 | 10:28

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