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Hat die Pandemie genutzt: Start-Up-Unternehmer Tobias Teuber.


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Macher der Woche: Tobias Teuber

Der Startupunternehmer setzt auf personalisierte Empfehlungen zu Gesundheit und Fitness. Seit dem vergangenen Jahr hat er einen Corona-Antikörpertest im Programm, das hat dem Unternehmen einen Schub gebracht.

Die besten Geschäftsideen entstehen möglicherweise dann, wenn einem selbst auffällt, dass es das passende Angebot noch nicht gibt. So war es bei Tobias Teuber. Er habe sich unwohl gefühlt, nicht fit, oft schlapp. Er suchte nach einem Test, mit dem er selbst feststellen konnte, was los war. „Aber es war ein schwieriges Unterfangen“, sagt Teuber. Allein schon Laborergebnisse verstehen zu können, habe ihn überfordert. Das war 2014, und es war der Auslöser für die Geburtsstunde von Lykon ein Jahr später.

Die individuelle Gesundheit prüfen

Lykon bietet eine personalisierte Gesundheitsberatung an – und liegt damit voll im Trend. Letztlich beruhen auch die neuen Impfstoffe von Biontech, Moderna und Co. auf der Idee, dass jeder Körper seine eigene Medizin braucht und am besten in die Lage versetzt werden sollte, sie selbst zu produzieren. Lykon setzt in seinem Segment auf Blut- und DNA-Analysen. Eine Vielzahl von Tests ermöglicht es, den individuellen Gesundheitszustand oder genetischen Stoffwechseltyp eines Menschen sichtbar zu machen. Ziel ist das, was Teuber damals wollte: ein gesünderes, fiteres und leistungsstärkeres Leben. Wer sich bei Lykon meldet, kann Tests seiner Wahl bestellen, schickt Proben ein und erhält abschließend eine verständliche Erklärung der Ergebnisse. Ergänzt wird die Auswertung um maßgeschneiderte Empfehlungen und Rezepte, die von Sportmedizinern und Ernährungswissenschaftlern entwickelt wurden. In einigen Fällen übernehmen Krankenkassen die Kosten für die Bluttests.

Hinter dem Angebot stecken Softwareentwickler, Marketingfachleute und einige Mediziner – aber nur als Berater. Teuber, ganz digitaler Startupunternehmer, setzte von vornherein auf eine Softwareplattform, die mit Daten gefüttert, Empfehlungen ausspuckt – nicht mehr und nicht weniger. Teuber vermeidet es von „Therapie“ oder „Rezept“ zu sprechen, er baut mehr auf eine Lifestyle getriebene Kundschaft, als auf Menschen, die medizinische Hilfe benötigen. Viele Neugierige sind unter seinen Kunden, 60 Prozent seien Frauen, 25 bis 55 Jahre alt sei die Kernklientel, „Selftracker, Sportler, Ernährungsbewusste“, beschreibt Teuber seine Kundschaft. 40 Mitarbeiter, einen mittleren einstelligen Millionen-Umsatz, Sitz in Berlin, seit Gründung stetiges Wachstum – und seit Corona noch einmal ein Schub.

Corona-Test fürs Kaufhaus

Lykon bietet einen Corona-Antikörper-Test an, der im Kaufhaus und der Drogerie zu haben ist. „Läuft wie die Feuerwehr“, sagt Teuber. Der 44jährige rechnet damit, die Welle noch bis Ende dieses Jahres abreiten zu können und outet sich damit als waschechter Startup-Unternehmer und Mittelständler: Wo sich eine Chance bietet, wird es gemacht – ganz gleich, ob es bisher zur Angebotspalette oder zum Geschäftsmodell gehört hatte. 41 Jahre ist Teuber heute. Er ist mit seinem Unternehmen erwachsen geworden, vom Idealisten zum Realisten gereift. Inzwischen, sagt er, könne er sich in einigen Jahren einen Exit vorstellen. „„Ich kann mir in einigen Jahren einen Exit vorstellen. „Wichtig ist“, sagt er und klingt, wie jemand, der ein liebgewonnenes Zuchtpferd zu verkaufen hat, „dass das Unternehmen in gute Hände gerät und auch der Preis spielt natürlich eine Rolle.“                  

oli

15.01.2021 | 13:50

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