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Blick in die Zukunft bei Uniper (Foto: Uniper)

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Uniper: Erfolgsstart ohne Zukunft

Uniper war nur für exakt einen Tag im DAX notiert und brachte dabei das Mutterunternehmen E.On zum Absturz. Über 14 Prozent musste die E.On-Aktie einbüßen. Auch am Tag Eins nach der Abspaltung geht es weiter bergab. Auf E.On ohne konventionelle Kraftwerkssparte vertrauen die Anleger nicht wie erhofft: das Papier notiert inzwischen bei unter sieben Euro. Uniper wird hingegen positiv von Aktionären angenommen.

E.On befindet sich momentan auf Talfahrt. Das neue, grünere E.ON, das sich den alten und vermeintlich schmutzigen Energien in Form einer Unternehmensausgründung namens Uniper entledigt hat, begeistert die Anleger aktuell ganz und gar nicht. In zwei Tagen verlor das E.On-Papier mehr als 15 Prozentpunkte und ist jetzt für weniger als sieben Euro kaufbar. So ganz misslungen war das neue E.On-Projekt aber nicht. Denn Uniper selbst kommt in den ersten Handelstagen recht gut am Markt an. Positive Analystenmeinungen befeuerten die Uniper-Aktie zusätzlich, sodass die Aktie nun seit ihrem Börsengang am Montag rund sechs Prozent dazugewann. Ein Unternehmen ohne langfristige Zukunftsaussichten ist ungewöhnlich, aber bisher eine gute Börsenstory.

Hohe Kosten und Altlasten werden wohl auf E.On und Uniper zu kommen – denn beide haben Teile des Atomkraftprogramms in ihren Büchern stehen: Und AKW-Betreiber müssen, wie Reuters berichtet, für die Atommüll-Finanzierung schon ab Ende dieses Jahres insgesamt 26,4 Milliarden Euro in bar in eine Stiftung einzahlen. Das sehe die grundsätzliche Einigung zwischen Bundesregierung einerseits sowie E.On, RWE, EnBW und Vattenfall andererseits vor, die noch vor Jahresende Gesetzeskraft erlangen solle, berichtete die „Börsen-Zeitung“.

Die öffentlich-rechtliche Stiftung wird im Gegenzug zu ihrer milliardenschweren Ertüchtigung mit Barmitteln von den Konzernen E.On und RWE die Verantwortung für Durchführung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung des Atommülls übernehmen. Die Summe von 26,4 Milliarden Euro basiert dabei auf den Preisen des Jahres 2016 und einer Verzinsung der bisher gebildeten Rückstellungen der Konzerne von jährlich 4,58 Prozent, wie das Handelsblatt berichtet. Da die Zinsen aber weiter im Keller sind, kann der Bedarf an Geldern, die zurückzustellen sind, durchaus noch steigen.

Ende April hatte die Atomkommission des Bundes der Regierung nach Reuters-Informationen eine Summe von 23,3 Milliarden Euro empfohlen. Für die End- und Zwischenlagerung haben die vier Versorger schon 17,2 Milliarden Euro an Rückstellungen in ihren Bilanzen gebildet, die nun spätestens 2022 in einen öffentlich-rechtlichen Fonds fließen sollen. Dazu verlangt die Kommission aber einen Risiko-Aufschlag von 6,1 Milliarden, der zusätzlich aufgebracht werden muss. Ratenzahlung ist möglich. Die Zahlen sind alle auf Basis von Angaben aus dem Jahr 2014 berechnet. Überweisen die Versorger das Geld später, steigt die Gesamtsumme, da die Versorger eine Verzinsung von rund 4,5 Prozent für die Rückstellungen angeben.

13.09.2016 | 13:42

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