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Von Paris geht ein positiver Impuls auch in die deutsche Wirtschaft. (Bild: Fotolia / lazyllama)

Christian Nemeth (Bild: Zürcher Kantonalbank Österreich AG)

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Wahlergebnisse stützen die Finanzmärkte

Das im Vorfeld mitunter als politisches Risiko bezeichnete Superwahljahr in Europa verläuft bisher ganz im Sinne der Finanzmärkte. Der Sieg von Emmanuel Macron bei den französischen Präsidentschaftswahlen begünstigt Aktien und stärkt den Euro, denn von Macron ist eine proeuropäische Politik zu erwarten. Auch vom Wahlausgang in den Niederlanden ging keine weitere Verunsicherung aus.

Von Christian Nemeth

In ihrem aktuellen Marktausblick rechnet die Zürcher Kantonalbank Österreich AG damit, dass europäische Aktienmärkte vom aktuellen Anlageumfeld überproportional profitieren sollten. Zudem spricht vieles dafür, dass die Wachstumsbeschleunigung in diesem Jahr neben den Industriestaaten auch in den Schwellenländern Einzug hält. Nach anfänglich schwacher Tendenz legten die globalen Aktienmärkte im April zum Monatsende kräftig zu. Denn bereits nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich galt es als äußerst wahrscheinlich, dass kein populistisches, europakritisches Staatsoberhaupt in Paris an die Macht kommt.

Das Votum bei der Stichwahl am vergangen Sonntag war eindeutig. „Dieses Ergebnis beflügelt Aktien und stärkt auch den Euro. Damit verläuft das europäische Superwahljahr mit den Volksentscheiden in den Niederlanden und Frankreich bisher ganz im Sinne der Finanzmärkte“, analysiert Christian Nemeth, Vorstandsmitglied und Chief Investment Officer der Zürcher Kantonalbank Österreich AG. Der Fokus richtet sich nun bereits auf die französischen Parlamentswahlen Mitte Juni. Durchaus wahrscheinlich ist, dass Macron mit einer „Cohabitation“, also einem Premier, den nicht seine „En Marche!“-Bewegung stellt, vorliebnehmen muss. Den neuen Regierenden dürfte es dann schwer fallen, einen gemeinsamen Nenner für die politische Stoßrichtung zu finden – ein Reformstau droht.

Vieles spricht für raschen globalen Aufschwung

Unabhängig von politischen Ereignissen zeigt sich die globale Konjunktur in guter Verfassung. Beim globalen Handel zeichnet sich seit letztem Herbst eine Wende und somit eine erfreuliche Entwicklung ab. „Die Wirtschaftsdaten deuten immer mehr darauf hin, dass die Wachstumsbeschleunigung im Jahr 2017 nicht nur die Industriestaaten, sondern auch die Schwellenländer erfasst“, meint Nemeth. BIP-Wachstumsraten, die vergleichbar mit jenen vor der Finanzkrise wären, sind vorerst aber noch nicht zu erwarten. In den USA schaffen steigende Gewinne die Basis für eine weiterhin lebhafte Investitionstätigkeit. Die Eurozone ist von Vollbeschäftigung noch weit entfernt, allerdings ist die Arbeitslosenquote bereits seit Längerem rückläufig.

Aktien: Gewinnerwartungen und Kurse steigen

In den letzten Monaten haben die Finanzexperten die Prognosen für die Gewinnentwicklung der börsennotierten Unternehmen sukzessive hochgestuft. „Eine positive Gewinnentwicklung ist eine wichtige Voraussetzung für weiter steigende Kurse. Derzeit liegt das erwartete Gewinnwachstum für die entwickelten Märkte im Jahr 2017 zwischen 9 und 12 Prozent“, so der Experte der auf Private Banking spezialisierten Zürcher Kantonalbank Österreich AG. Das global breit abgestützte Wirtschaftswachstum und auch die jüngsten Wahlergebnisse in Europa machen Aktien weiterhin attraktiv. Zudem ist auch keine schärfere Gangart bei der US-Notenbank Fed zu befürchten. „Von diesem Anlageumfeld sollten vor allem die europäischen Aktienmärkte überproportional profitieren können. Auch aus Bewertungssicht spricht einiges für den alten Kontinent“, erläutert Nemeth. Bei Anleihen geht die in Österreich und Süddeutschland aktive Privatbank von einer Seitwärtsbewegung aus, das positive konjunkturelle Umfeld begünstigt auch hier die Segmente Unternehmensanleihen, High Yield und Emerging Markets.

12.05.2017 | 19:20

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