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Kreisch! Zalando-Aktien waren noch nie so begehrt. (Bild: Zalando)

Mit schriller Werbung zum Erfolg: Zalando wirbt auch mit fiktiven Bankräubern. (Bild: Zalando / Standbild aus Werbespot)

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Zalando vor neuem Allzeithoch?

Der Weg von Zalando ist mit schrillen Werbekampagnen und Millionen zurückgeschickter Pakete gepflastert. Doch der Online-Händler ist heute so erfolgreich, dass er zu den drei größten seiner Art in Deutschland gehört. Anleger reißen sich um die Aktie, die ihrem noch jungen Allzeithoch mit großen Schritten näherrückt. Gibt es noch heute eine neue Bestmarke?

2008 gegründet, 2016 fast ganz oben, an der Spitze des Marktes für Versandhandel: Zalando ist ein Synonym für Erfolgsgeschichte. Mode-Handel im Internet funktioniert so gut, dass der Konzern mittlerweile in einem Halbjahr Umsatzerlöse von 1,7 Milliarden Euro macht. Auch der Gewinn in den ersten sechs Monaten dieses Jahres konnte sich mit 53,2 Millionen Euro sehen lassen, kletterte er doch um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Wer die Wertentwicklung der Zalando-Aktie seit dem Börsengang 2010 betrachtet, erkennt eine wilde Rallye mit hohen Bergen und tiefen Tälern. Der Kursrutsch zur Jahresmitte 2016 schockierte viele Anleger und Beobachter, ist jedoch längst Vergangenheit. Aktuell steht die Aktie bei rund 37 Euro bei einem Vierteljahresplus von fast 50 Prozent. Logische Konsequenz: Die Pole Position im MDAX.

Nur Amazon und Otto sind größer

Doch nicht nur indextechnisch spielt Zalando in der ersten Liga: Wie die Handelsforscher vom Institut EHI zusammen mit Statista in einer aktuellen Studie aufzeigen, gehört Zalando zum fast erdrückend dominanten Spitzentrio im deutschen Online-Handel. Gemeinsam mit Amazon und Otto erzielte der deutsche Versandhändler im vergangenen Jahr einen Umsatz von über elf Milliarden Euro – fast so viel wie die 97 nachfolgenden Unternehmen zusammen, berichtet das „Manager-Magazin“.

Mode verkauft sich online also bestens, Zalando weiß genau wie es geht. Doch die Berliner können und wollen mehr. Im Interview mit der Schweizer „Handelszeitung“ sagte der Schweiz- und Österreich-Chef des Konzerns, Dominik Rief: „Der erste Schritt mit der Digitalisierung war es, einen grossen Produktkatalog online verfügbar zu machen. Der nächste Schritt ist nun, alle Bereiche der Modeindustrie zu vernetzen.“ So könne sich jeder Einzelne auf sein Kerngebiet fokussieren, während Zalando sich darum kümmere, alles zu verbinden.

Mehr als Mode: Analyse sorgt für Euphorie

Dabei arbeitet Zalando am Puls der Zeit, streckt seine Fühler auf allen Kanälen aus. Besonders bildstarke soziale Medien wie Instagram gepaart mit Topmodels wie Cara Delevingne helfen bei der Popularitätssteigerung, auf YouTube postete Zalando zuletzt Yoga-Tutorials. Es geht also nicht mehr nur um Liefern und Zurückschicken oder um’s schrille Schreien, wenn der Postbote klingelt. Es geht auch um ein suggeriertes Lebensgefühl – und letztendlich steht dahinter ein klar definiertes Ziel: das ganz große Geld.

Und die Taktik scheint aufzugehen. Zalando-Aktien sind im Moment wieder der letzte Schrei. Nachgeholfen hat da vor allem die australische Investmentbank Macquarie, die am Dienstag mit einer Studie für Shopping-Laune bei den Anlegern sorgte. Analyst Andreas Inderst verlieh Zalando das Prädikat „Outperform“ und platzierte das Kursziel für einen fairen Wert bei 50 Euro. Zur Erinnerung: Derzeit ist das Papier „nur“ 37 Euro wert und nähert sich dem Allzeithoch von 37,65 Euro aus dem August mit großen Schritten.

Anleger sollten natürlich bedenken, dass Zalando zum Teil von einem Hype um die Online-Handelsbranche lebt. Gegen die harten Zahlen spricht aber auch das nicht. Denn der erwähnte Halbjahresumsatz von 1,7 Milliarden Euro lag 2015 noch bei 1,3 Milliarden Euro – der Begriff „Riesenpotential“ drängt sich förmlich auf. Marius Mestermann

23.09.2016 | 10:30

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