Ambiente Dining: Tim Mälzer am Stand von KAI. Seit 15 Jahren Markengesicht in Europa, prägt der Starkoch die Messerserien „Shun Premier“, „Kamagata“ und das Jubiläumsmesser „The Legend“.
Karrierealle Jobs
Zwischen Krise und Aufbruch: Die Ambiente als globaler Business-Hub
Was die Ambiente Frankfurt jetzt so relevant macht“
In einem schwierigen Marktumfeld vereint die Ambiente in Frankfurt internationale Topmarken, Newcomer und viele Neuzugänge. Die Konsumgütermärkte in Deutschland und Europa stehen wegen geopolitischer Krisen, Handelskonflikten und einer allgemeinen Verunsicherung der Konsumenten unter Druck. Dennoch zeigen die Messemärkte nach einer Phase wirtschaftlicher Verluste erste Tendenzen der Stabilisierung. „Die Messe fungiert dabei als internationaler Taktgeber für die Bereiche Dining, Living und Giving und dient als Plattform für das globale Projektgeschäft“, sagt Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. „Unsere Messen stehen für freien und stabilen Handel, für Fortschritt und Wohlstand. Und genau deshalb sind sie – trotz globaler Verwerfungen, Strukturwandel und geopolitischer Abschottungstendenzen – heute zeitgerechter denn je.“ Mit insgesamt über 4600 Ausstellern auf Ambiente, Christmasworld und Creativeworld erreicht das Messetrio das Vorjahresniveau und erweist sich als zuverlässige Business- und Netzwerkplattform. 2025 waren es 4689 Aussteller und 147.684 Besucherinnen und Besucher. Für 2026 werden erneut insgesamt über 170 Teilnehmernationen erwartet.
Die wirtschaftliche Relevanz des Frankfurter Messetrios ist immens. Zusammen mit der Christmasworld und der Creativeworld deckt die Ambiente ein Marktvolumen von rund 190 Milliarden Euro allein in der Europäischen Union ab. „Noch nie war die Transformation in der globalen Konsumgüterbranche so dynamisch und vielschichtig wie heute. Was jetzt mehr denn je zählt, sind mutige KMU, die den Markt mittragen – und resiliente und verlässliche Netzwerke“, erklärt Braun.
Dass der Markt resilient ist, zeigen die Zahlen des Vorjahres: 2025 erzielte der europäische Ambiente-Gesamtmarkt trotz schwieriger Bedingungen ein Umsatzplus von 0,7 Prozent auf 148 Milliarden Euro. In Deutschland liegt das Marktvolumen bei 33,4 Milliarden Euro. Dabei sind vor allem Elektrokleingeräte ein Wachstumsmotor. Im Bereich Glas, Porzellan und Keramik ist nach schwierigen Jahren eine Trendwende in Sicht. „Mit neuen Formaten zu den jeweiligen Wachstumssegmenten jeder Messe stoßen wir gezielt neue Geschäftspartnerschaften an“, sagt Braun. „Gezieltes Matchmaking funktioniert nach wie vor am besten im persönlichen Austausch während fünf intensiver Messetage – und erweitert über unser digitales Networking 365 Tage im Jahr.“
„Unsere Messen stehen
für freien und stabilen Handel, für Fortschritt
und Wohlstand.“
Detlef Braun,
Geschäftsführer Messe Frankfurt.
Der Strukturwandel im Vertrieb setzt sich ungebremst fort. Der Onlinehandel wächst weiter und beansprucht mittlerweile einen Marktanteil von 29,3 Prozent. Dies geht vor allem zulasten des stationären Fachhandels, der besonders in den Segmenten Glas, Porzellan, Keramik und Möbel Marktanteile verliert. Die Antwort der Branche liegt in der Verzahnung der Kanäle. „Menschen kaufen von Menschen. Marken müssen auf Social Media ein Gesicht zeigen und Geschichten erzählen, die authentisch, relevant und unterhaltsam sind“, sagt Sebastian Müller, Geschäftsführer von Gründl. „Wer das schafft, gewinnt Aufmerksamkeit, Vertrauen und am Ende auch die Kaufentscheidung – egal ob heute auf Instagram oder morgen im Live Shopping auf TikTok oder einem anderen Kanal.“
Ein zentraler Wachstumspfeiler ist das internationale Projektgeschäft rund um HoReCa, Hospitality Interiors und Contract Business, das mit Ambiente Projects zusammengefasst wird. Hier positioniert sich die Messe als führender Hub für gewerbliche Einrichtungslösungen – vom klassischen Hotel-Restaurant-Catering-Bedarf bis hin zu Interior Design für Architekturprojekte. Besonders hervorzuheben ist die Erweiterung des Interior Looks-Areals, das von elf auf 16 Marken angewachsen ist. Mit dem neuen Interior Design & Architecture Hub und der Hospitality Academy by Westwing schärft die Messe ihr Profil für professionelle Einkäufer und Planer. Auch Onliner wie Westwing gehen mit der Zeit. „Handel bedeutet heute nicht, sich zwischen online oder offline zu entscheiden. Entscheidend ist, Kundinnen und Kunden entlang ihres gesamten Entscheidungsprozesses zu begleiten und ihnen Sicherheit zu geben“, sagt Christina Mayr, VP Business Development von Westwing. „Deshalb stärken wir bewusst unsere physische Präsenz als Ergänzung zum Digitalen.“
In den Dining-Hallen bleibt die Ambiente mit zehn Hallenebenen weltweit führend. Neben Rückkehrern wie Ritzenhoff oder ARC setzen namhafte Keyplayer wie Victorinox, Wüsthof und Koziol Akzente. Ein besonderes Highlight ist die Kitchen Show in der Galleria 1, wo Live-Kochshows mit prominenten Gästen die Produkte in Szene setzen. Bei Living zeigen internationale Marken wie Ethnicraft oder Design House Stockholm die neuesten Trends im hochwertigen Interior Design. Auch Nischenthemen wie Raumdüfte wachsen stetig und ergänzen das Angebot rund um das Thema Wohnen.
Trotz der Vielzahl an Krisen bleibt zudem das Thema Nachhaltigkeit ein strategischer Eckpfeiler. Die Integration nachhaltiger Modelle bietet messbare Vorteile – von der Reduktion von Lieferkettenabhängigkeiten bis zur Senkung von Produktionskosten. „Die erfolgreiche Integration von Nachhaltigkeit in das eigene Geschäftsmodell bietet messbare Vorteile für herstellende Unternehmen“, sagt Finn-Maximilian Hillen, Geschäftsführer von Recozy Sustainable Manufacturing. Die Frankfurter Konsumgütermessen machen die zentralen Transformationstreiber und neue Geschäftschancen erlebbar.
05.02.2026 | 16:42
