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BB Biotech legt gute Zahlen vor

Kontinuierliche Fortschritte der Biotech-Unternehmen und erneute Übernahmeaktivitäten sorgten für ein positives dritten Quartal 2016. Im letzten Quartal machte die Aktie von BB Biotech weiteren Boden gut und stieg um 11,9 Prozent in Schweizer Franken beziehungsweise 11,7 Prozent in Euro. Diese Performance ist mehr als dreimal so gut wie die der großen Aktienindizes weltweit.

Im letzten Quartal konnte die BB-Biotech-Aktie um 11,9 Prozent in Schweizer Franken beziehungsweise 11,7 Prozent in Euro zulegen. Auch der Innere Wert (NAV) legte überdurchschnittlich zu, woraus ein Quartalsgewinn von 392,1 Millionen Schweizer Franken resultierte. M&A-Aktivitäten zogen an und trugen ihren Teil zur Performance des Sektors bei. Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses standen die Übernahme von Medivation durch Pfizer sowie das Angebot von Allergan für Tobira.

Auch mit klinischen Entwicklungsprojekten geht es bei vielen Unternehmen vorwärts. Zu den Highlights gehörten Ionis, Agios, Kite, Sage, Radius sowie Alder. Die US-Wahlen am 8. November 2016 werfen zwar ihre Schatten voraus und Diskussionen über die Einführung möglicher Preiskontrollmechanismen beschäftigen die Anleger, BB Biotech erwartet jedoch im Falle etwaiger Veränderungen in den USA einen eher kontinuierlichen als plötzlichen Wandel.

Die BB Biotech AG hat im 3. Quartal 2016 mit Blick auf das weiterhin volatile Marktumfeld und mögliche Überreaktionen auf den Nachrichtenfluss vorsichtige Anpassungen ihres Portfolios vorgenommen. So stockte sie die zwei bestehenden Positionen Novo Nordisk und Regeneron im Berichtszeitraum auf und realisierte Gewinne in Celgene, Actelion, Tesaro, Swedish Orphan Biovitrum und Puma Biotechnology.

Die globalen Aktienmärkte schlossen im 3. Quartal 2016 allgemein fester, nachdem die US-Notenbank den Zeitpunkt für eine Zinsanhebung erneut verschoben hat und andere Zentralbanken an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten. BB Biotech erzielte im Berichtszeitraum einen Performancegewinn von 11,9 Prozent in Schweizer Franken und 11,7 Prozent in Euro. Der Innere Wert (NAV) von BB Biotech stieg um 15,5 Prozent in US-Dollar, 14,9 Prozent in Schweizer Franken und 14,3 Prozent in Euro.

Wichtige Ereignissen für BB Biotechs Portfolio

Medivation wurde von Pfizer für 81,50 US-Dollar pro Aktie übernommen, was einer Kaufsumme von 14,5 Millarrden US-Dollar entspricht. Tobira erhielt ein Übernahmeangebot von Allergan, das eine erste Zahlung von USD 28.35 pro Aktie zuzüglich weiterer erfolgsabhängiger Zahlungen im Wert von bis USD 49.84 pro Aktie vorsieht. Dies entspricht einer Summe von USD 600 Millionen für die erste Zahlung und weiteren USD 1.1 Mrd. bei Erreichen von Meilensteinen.

Darüber hinaus meldeten zahlreiche Unternehmen bedeutende Fortschritte bezüglich ihrer klinischen Entwicklungsprogramme. Ionis und sein Entwicklungspartner Biogen gaben den frühzeitigen Abschluss der Phase-III-Studie ENDEAR für Nusinersen zur Behandlung von Patienten mit spinaler Muskelatrophie dank positiver Zwischenergebnisse beim Erreichen motorischer Meilensteine bekannt. Agios und sein Entwicklungspartner Celgene kündigten an, dass sie den Zulassungsantrag für AG-221 zur Behandlung von AML-Patienten mit IDH-Mutationen schneller vorantreiben werden. Kite veröffentlichte positive erste Ergebnisse für KTE-019 als Therapie für DLBCL-Patienten. Sage meldete positive Phase-II-Daten für SAGE-547 bei schweren Nachgeburtsdepressionen. Die FDA erteilte SAGE-547 den "Breakthrough-Therapie"-Status. Radius Health präsentierte positive pharmakokinetische und pharmakodynamische Daten für sein Abaloparatid-Pflaster zur Behandlung von Osteoporose. Alder legte positive Phase-II-Daten für ALD403 bei chronischer Migräne vor.

Es gab jedoch auch negative beziehungsweise gemischt ausgefallene Unternehmensmeldungen: Novavax teilte mit, dass sein in Phase III befindlicher Impfstoff RSV den primären Endpunkt, der die Prävention einer moderaten bis schweren RSV-assoziierten Erkrankung der unteren Atemwege bei älteren Menschen vorsieht, nicht erreicht hat. Intra-Cellular Therapeutics verkündete, dass der zweite Phase-III-Versuch zu ITI-007 bei Schizophrenie-Patienten den primären Endpunkt nicht erreicht hat. Celgenes Phase-III-Versuch zu Revlimid bei diffus grosszelligem B-Zell-Lymphom belegte ein verbessertes progressionsfreies Überleben, jedoch keinen Vorteil beim Gesamtüberleben.

Innovationen gelten nach wie vor als stärkstes Argument für eine attraktive Preisgestaltung. Unternehmen, die fortschrittliche Biotech-Produkte entwickeln und gesundheitsökonomische Aspekte berücksichtigen, werden davon weiterhin profitieren. Zentralisierte Medikamenteneinkaufsorganisationen (PBM - pharmacy benefit manager) in den USA geraten derweil zunehmend in die Schusslinie. Sie fungieren als "Mittelmänner" zwischen Kostenträgern, Apotheken, Anbietern medizinischer Dienstleistungen und biopharmazeutischen Unternehmen. PBM wurde vielfach vorgeworfen, dass ihr Anteil an den Arzneimittelkosten in den USA zu hoch sei, sie aber weiterhin Einfluss auf die Einführung, Preise und Zahlungsbedingungen für Medikamente nehmen. Noch vor Kurzem senkte Novo Nordisk seine Umsatzprognose für 2017 wegen des anhaltenden Drucks durch die PBM, woraufhin der Aktienkurs des Unternehmens in den letzten Wochen deutlich nachgab.

Neuigkeiten zu BB Biotechs Portfolio im dritten Quartal 2016

BB Biotechs Portfoliounternehmen erreichten im dritten Quartal zahlreiche bedeutende klinische Meilensteine. Ionis und sein Partner Biogen gaben überraschend den frühen Abschluss der Phase-III-Studie Endear zur Behandlung von SMA-Typ-1-Patienten bekannt, die während einer Zwischenauswertung einen der co-primären Endpunkte erreichte. Die Studie zeigte, dass Säuglinge, denen Nusinersen verabreicht worden war, bei der Erreichung motorischer Meilensteine deutlich besser abschnitten als Säuglinge, die nicht mit dem Wirkstoff behandelt wurden. Biogen hat die Zulassungsunterlagen für den Wirkstoff bereits eingereicht, dessen Lancierung in Europa und den USA 2017 erwartet wird.

BB Biotech verfügt über viel Erfahrung im SMA-Bereich und hat ihr Portfolio um Avexis ergänzt. Dessen gentherapeutisches Produkt AVXS-101 zeigte bereits nach einmaliger Gabe erste, aber vielversprechende Verbesserungen bei Säuglingen mit SMA Typ 1. Die frühen Ergebnisse deuten auf beachtliche Verbesserungen beim Erreichen motorischer Meilensteine hin, im Gegensatz zu der aussichtslosen Zustandsverschlechterung bei nichtbehandelten Säuglingen.

Radius Health meldete weitere Fortschritte bei seinem Abaloparatid-Programm. Die subkutane Darreichungsform - Abaloparatid-SC - dürfte Ende 2016 ein positives CHMP-Gutachten erhalten. Radius Health hat zudem dessen Zulassung in den USA beantragt. Mit einer Entscheidung der FDA wird 2017 gerechnet. Verbesserungen des transdermalen Pflasters - eine weitere Verabreichungsform Abaloparatids - wirkten sich deutlich positiv auf dessen Verabreichungsprofil aus. Seine Wirkung ist mit derjenigen der subkutanen Variante vergleichbar und erlaubt wegen der bestehenden Bioäquivalenz möglicherweise ein kürzeres Zulassungsverfahren ohne eine weitere Langzeit-Frakturstudie. Das Abaloparatid-Pflaster könnte eventuell die grosse Gruppe der Patienten ansprechen, die keine regelmässigen Spritzen erhalten möchten.

Medizin im Detail

Sage verzeichnet weiterhin beachtliche Fortschritte bei der Entwicklung seiner Neurologie-Pipeline. Zwar verschob das Unternehmen die Veröffentlichung der Phase-III-Daten zu SAGE-547 für die Behandlung von SRSE-Patienten auf 2017, veröffentlichte aber für den Wirkstoff positive Daten einer Phase-II-Studie zur Behandlung schwerer Nachgeburtsdepressionen (PPD). Bei 7 von 10 Patientinnen, denen SAGE-547 verabreicht worden war, wurde eine Remission der Depression beobachtet, im Gegensatz zur Placebo-Gruppe mit einem Verhältnis von 1:11 (p = 0,008).

Agios und Partner Celgene teilten mit, dass Celgene einen Zulassungsantrag für AG-221 schneller als ursprünglich geplant einreichen will. AG-221 ist ein oraler Inhibitor von IDH2-Mutationen (Isocitrat-Dehydrogenase 2) bei relapsierter und/oder refraktorischer akuter myeloischer Leukämie (AML). Der Zulassungsantrag (NDA) basiert auf der breit angelegten Phase-I/II-Studie und den für 2018 erwarteten Daten eines Phase-III-Programms. Bei der Entwicklung seines Wirkstoffs AG-120 zur Behandlung von AML-Patienten mit IDH1-Mutationen, an dem Agios alle Rechte hält, setzt das Unternehmen auf ähnliche klinische Versuchsstudien, die möglicherweise bereits 2017 zur Einreichung des Zulassungsantrags (NDA) führen.

Das Portfolio musste im dritten Quartal jedoch auch einige unerwartete Rückschläge hinnehmen. Celgene sei herausgegriffen. Die Firma legte ein Update für seine Phase-III-Studie REMARC zu Revlimid als Erhaltungstherapie bei Patienten mit diffus grosszelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) vor, die auf den gegenwärtigen Behandlungsstandard (R-CHOP-Therapie) reagieren. Der primäre Endpunkt, also das progressionsfreie Überleben, zeigte eine statistische Signifikanz, aber die Zwischenanalyse ergab beim Gesamtüberleben keinen medizinischen Nutzen. Celgene wird keine Zulassung für diese Indikation (DLBCL) beantragen. Allerdings wird das Unternehmen im kommenden Jahr Daten weiterer Versuche zur Behandlung von Patienten mit Lymphomen veröffentlichen. Dieser Misserfolg beeinträchtigt Revlimids Wachstumstrend nur geringfügig und hatte daher begrenzten Einfluss auf Celgenes Aktienkurs.

BB Biotech als Akteur im Markt

M&A-Transaktionen spielten eine bedeutende Rolle für BB Biotechs Performance im dritten Quartal. Zwar haben viele grosse Pharmakonzerne und Biotech-Unternehmen Übernahmebereitschaft signalisiert, aber nur wenige sind tatsächlich aktiv geworden. Die BB Biotech AG hat derweil im dritten Quartal 2016 mit Blick auf das weiterhin volatile Marktumfeld und mögliche Überreaktionen auf den Nachrichtenfluss vorsichtige Anpassungen ihres Portfolios vorgenommen. So stockte sie ihre zwei bestehenden Positionen in Novo Nordisk und Regeneron im Berichtszeitraum auf. Dieser Schritt spiegelt BB Biotechs Vertrauen in das Wachstumspotenzial der beiden grosskapitalisierten Unternehmen wider. Auch die Position in Sage wurde wegen der starken Phase-II-Daten für dessen Wirkstoff bei schweren Wochenbettdepressionen ausgebaut. Darüber hinaus stärkte BB Biotech ihr Engagement in Macrogenics und in Intra-Cellular Therapeutics.

Ihre Positionen in Celgene, Actelion, Tesaro, Swedish Orphan Biovitrum und Puma Biotechnology reduzierte BB Biotech zugunsten von Gewinnmitnahmen. Wie bereits angesprochen, schloss BB Biotech ihre Positionen in Medivation und Tobira, wodurch beachtliche Gewinne und Barmittelzuflüsse erzielt wurden.

Das Portfolio wurde um Avexis erweitert. Avexis entwickelt AVXS-101, eine rekombinante Adeno-assoziierte Virus-9 (AAV9)-Therapie, die ein vollständiges und funktionales „motor neuron 1“ (SMN 1)-Gen in die Motoneuronen des Patienten ermöglichen kann. Der Wirkstoff wird derzeit im Rahmen einer laufenden Phase-I-Studie bei Patienten mit SMA Typ 1 getestet. Erste vielversprechende Ergebnisse belegen verbesserte motorische Funktionen. Dem Produkt wurde von der FDA bereits der Status als „Orphan-Drug“ und „Breakthrough-Therapie“ zuerkannt.

Ausblick für den Sektor und das Portfolio

BB Biotech erwartet auch im weiteren Jahresverlauf eine anhaltend volatile Entwicklung der Biotech-Aktien. Die US-Präsidentschaftswahlen und das Erreichen zahlreicher Meilensteine von Unternehmen wird die Branche beeinflussen. Mögliche Produktzulassungen und eine Vielzahl klinischer Versuchsdaten dürften den Schlusspunkt unter ein sehr ereignisreiches Jahr 2016 setzen. Der Nachrichtenfluss bietet Potential für höhere Unternehmensbewertungen. Für das Portfolio von BB Biotech massgebliche regulatorische Meilensteine stehen unter anderem bei folgenden Unternehmen an: Regeneron - Sarilumab zur Behandlung rheumatischer Arthritis, Radius Health - CHMP-Gutachten für Abaloparatid-SC bei Osteoporose, Cempra - Solithromycin bei ambulant erworbener Pneunomie Zudem wird die Veröffentlichung potenziell wichtiger klinischer Studienergebnisse erwartet, unter anderem für Celgene, Gilead, Halozyme und Actelion.

Diese Meilensteine dürften die Aufmerksamkeit auf die fundamentale Stärke des Portfolios von BB Biotech im Besonderen und den Biotech-Sektor im Allgemeinen lenken. Auch die Dritt- und Viertquartalszahlen sollten stark ausfallen und die solide operative Performance bestätigen. Mit Blick auf die unverkennbaren M&A-Chancen, die sich Pharmaunternehmen bieten, dürfte auch die Konsolidierung innerhalb des Sektors nach mehreren Quartalen mit deutlich rückläufiger Übernahmeaktivität weiter zunehmen. BB Biotech fokussiert sich weiterhin auf Biotech-Unternehmen mit Innovationen, die zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten führen und über das Potenzial verfügen, einen substantiellen Mehrwert für Patienten, Gesundheitssysteme und Aktionäre zugleich zu schaffen.

24.10.2016 | 12:30

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