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„Auf den Zugang zur Mobilität kommt es an“

Olivier Reppert, CEO von Share Now, über den Zusammenschluss von car2go und DriveNow, die Ziele des neuen Unternehmens und die Bedeutung von flexibler Mobilität

WirtschaftsKurier: Wofür steht Share Now?

Olivier Reppert: Share Now vereint die vormals unabhängigen Carsharing-Dienste car2go und DriveNow unter einem Dach und ist Teil des Mobilitäts-Joint-Ventures der BMW Group und der Daimler AG. Zusammen sind wir der weltweit führende Anbieter im Bereich des Free Floating Carsharing mit über vier Millionen Kunden weltweit, allein drei Millionen davon in Europa. In 31 Städten in 14 Ländern können unsere Kunden mehr als 20 000 Fahrzeuge nutzen. Share Now schafft so eine nachhaltige sowie kostengünstige Alternative zum eigenen Auto und bietet einen einfachen Zugang zu einem wesentlichen Bestandteil unseres täglichen Lebens: der Mobilität.

Was sind die Ziele von Share Now?

Gemeinsam verfolgen wir bei Share Now ein klares Ziel: nachhaltige Mobilität für und mit Städten gestalten. Unsere Fahrzeuge sind bis zu sieben Mal höher ausgelastet als private Fahrzeuge. Stehen Privat-Pkws im Schnitt 23 Stunden am Tag ungenutzt herum, so sind unsere Autos bis zu sieben Stunden am Tag in Bewegung. Das zeigt: Carsharing gibt wertvollen Lebensraum frei und erfüllt nachhaltig die Mobilitätsbedürfnisse von Millionen Menschen. Menschen schaffen ihre privaten Autos ab, weil ihnen Carsharing eine echte Alternative bietet. Mit der Bündelung unserer Ressourcen und unseres Know-hows wollen wir diese positiven Effekte weiter verstärken.

Braucht man Ihrer Meinung nach in der Großstadt überhaupt ein eigenes Auto?

Wir hören von immer mehr Kunden, die auf ihr privates Auto verzichten oder den Zweitwagen abgeschafft haben. Und ich kann das auch sehr gut nachvollziehen. In der Großstadt braucht man heutzutage nicht unbedingt ein Auto. Es gibt so viele Mobilitätsangebote, mit denen sich der Alltag hervorragend bewältigen lässt. Ein eigenes Auto wird dann schnell zum finanziellen Klotz am Bein, obwohl es die meiste Zeit nur herumsteht.

Lohnt sich denn Carsharing von Share Now für Geschäftskunden ebenfalls?

Auch im beruflichen Alltag wird es immer wichtiger, flexibel mobil zu sein. Der Trend geht weg vom starren Dienstwagen, mit dem man in vielfacher Hinsicht eingeschränkt ist. Auf den Zugang zur Mobilität kommt es an. Mit Free Floating Carsharing lässt sich die tägliche Strecke zur Arbeit, aber auch der Weg vom Flughafen auf der nächsten Geschäftsreise einfach bewältigen. Das Beste dabei ist, dass Share Now eine wirklich kostengünstige Alternative ist.

Was glauben Sie, wie wird sich der Carsharing-Markt weiterentwickeln?

Carsharing steht erst ganz am Anfang des Wachstums. Große Unternehmensberatungen sagen dem Teilen von Autos ein enormes Umsatzwachstum für die kommenden Jahre voraus. Zudem werden wir ein immer wichtigerer Beschleuniger für die Elektromobilität sein. Viele Menschen erleben ihre erste Fahrt in einem Elektroauto durch das Carsharing. Gleichzeitig helfen wir, das Henne-Ei-Problem der Infrastruktur zu lösen. Denn überall dort, wo es Carsharing-Angebote gibt, sind die Ladesäulen immer gut ausgelastet.

Wo ist Share Now überall schon elektrisch unterwegs?

Aktuell fahren bereits 3200 unserer Fahrzeuge vollelektrisch. Rund 12 000 Fahrten werden täglich mit Share Now elektrisch und damit lokal emissionsfrei zurückgelegt. Noch dieses Jahr bauen wir unsere Elektro-Flotte weiter aus. Bis Ende des Jahres soll ein Viertel unserer Fahrzeuge elektrisch unterwegs sein, denn wir sind überzeugt, dass die Zukunft des Carsharings elektrisch ist. 

BMW und Daimler zusammen – ist das nicht auch ein „Clash of Culture“?

Die Unternehmenskultur der Carsharing-Töchter hat sich schon vorher von der Mentalität der Mutterhäuser unterschieden. Vieles ist sehr dynamisch, die Hierarchien sind flach. Ich staune jeden Tag, wie ähnlich die Mitarbeiter ticken, die jetzt unter einem Dach arbeiten. Natürlich gibt es auch Unterschiede. Wir versuchen mit viel Aufwand, wirklich das Beste von beiden Seiten in die gemeinsame Kultur des neuen Unternehmens einfließen zu lassen.

23.08.2019 | 10:43

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