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(Foto: SUSE)

Corona-Krise im Einzelhandel: Drei smarte Technologien für die Zukunft

Digitale Technologien haben in den letzten Jahren bereits vermehrt Einzug in den Filialen des Einzelhandels gehalten. So wird der Warenbestand vor Ort digital gemanagt und Nachbestellungen bei Handelsketten und Lieferanten können automatisch angestoßen werden. Die Corona-Krise sorgt nun möglicherweise für einen noch viel größeren Innovationsschub im Einzelhandel.

Andreas Engel, Vice President EMEA Central bei SUSE, erklärt, wie Ladeninhaber und Einzelhändler sich auf das neue Kaufverhalten ihrer Kunden einstellen können

Wie soll das Einkaufen in Zukunft funktionieren? Zwingt die aktuelle Lage doch viele Händler, ihr Geschäftsmodell grundsätzlich zu überdenken und neu zu definieren. Neue Technologien im Edge- und IoT-Bereich können dabei eine Schlüsselrolle spielen. Sie erleichtern nicht nur die Einhaltung der aktuellen Sicherheitsvorschriften, sondern helfen auch, mit veränderten Markt- und Kundenanforderungen umzugehen.

Online- und stationären Handel intelligent verbinden

Die Ladenschließungen im März und April haben für zusätzliche Nachfrage bei vielen Online-Shops gesorgt. Doch Online-Lebensmittelhändler waren schon nach wenigen Tagen überlastet und auch große Logistikunternehmen stießen schnell an ihre Kapazitätsgrenzen. In den nächsten Monaten kommt es also darauf an, komfortable digitale Bestellmöglichkeiten und dezentrale Abhol- und Lieferangebote der lokalen Händler miteinander zu verbinden. Dies ist nur möglich, wenn digitale Verkaufskanäle das stationäre Geschäft ergänzen und alle Daten zwischen Kunden, Lieferanten und Händlern möglichst einfach, schnell und sicher ausgetauscht werden können – vom Online-Shop im Web bis zum Laden um die Ecke. IT-Systeme vor Ort müssen dafür reibungslos mit Diensten in der Cloud oder in den Rechenzentren der Handelsunternehmen zusammenspielen. Zudem ist ein durchgängiges Management und Monitoring erforderlich, wie es SUSE mit seiner Strategie „From Edge to Core to Cloud“ unterstützt. Nur so lassen sich Warenströme flexibler steuern und ganz dynamisch an den aktuellen Kundenbedarf anpassen.

Einkaufen sicherer machen – durch Automatisierung und smarte Systeme

Doch nicht nur der kontinuierliche Warenbestand stellt die Einzelhändler vor große Herausforderungen. Auch neue Hygienekonzepte und Abstandsregeln müssen Beachtung finden. Gezielt eingesetzte Technologien in Geschäftsräumen können helfen, die vorgeschriebenen Regelungen einzuhalten und das Ansteckungsrisiko für Kunden und Mitarbeiter zu minimieren. Mit smarten Überwachungstechnologien lässt sich beispielsweise sicherstellen, dass sich nur eine bestimmte Personenanzahl gleichzeitig in einem Laden aufhält. In größeren Gebäuden ist auch eine intelligente Indoor-Navigation der Besucher denkbar. Kontaktlose Bezahlmöglichkeiten und die automatisierte Bereitstellung von Waren reduzieren weitere mögliche Infektionsquellen. Die Amazon Go Stores mit ihrem „Just Walk Out“-Konzept könnten dabei als Vorbild dienen. Sensoren erkennen in diesen Läden automatisch, welche Waren ein Kunde aus dem Regal nimmt – die Abrechnung erfolgt dann beim Verlassen des Ladens drahtlos per App. Das Schlange stehen an einer Kasse entfällt komplett. Es muss aber nicht sofort die integrierte Komplettlösung sein – auch kleine Ergänzungen wie digitale Besucherzähler mit Einlassampel können Händlern in der aktuellen Situation weiterhelfen. Wichtig ist, bei der Investition in Edge- und IoT-Lösungen auf Systemkompatibilität auf allen Ebenen und einfach erweiterbare Architekturen zu achten.

Neue Kundenerlebnisse schaffen mit innovativen Services


Letztlich können Händler die aktuelle Krise nur gut überstehen, wenn auch die Umsätze bald wieder steigen. Daher ist es so wichtig, gerade jetzt die Kundenbindung zu stärken und für positive Einkaufserlebnisse zu sorgen. Ideenwettbewerbe wie die Initiative Retail Hack sammeln zurzeit Lösungsvorschläge für Wege aus der Krise – von neuen digitalen Beratungsdiensten wie Live Stream Shopping bis zum Einsatz von Augmented Reality im stationären Handel. Oft geht es dabei auch darum, lokale Händler untereinander zu vernetzen und gemeinsame Einkaufsplattformen aufzubauen. Bei der Entwicklung dieser neuen Angebote ist Zeit Geld. Je schneller sich gute Ideen in marktfähige Services verwandeln lassen, desto früher können Einzelhändler wieder Pluspunkte bei ihren Kunden sammeln. Es lohnt sich daher mehr denn je, auf agile Entwicklungsmethoden, offene Standards und die Power einer großen Community zu setzen.

13.05.2020 | 12:12

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