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Foto: Küchen Schmidt.

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Comeback eines Hidden Champions

Vor 80 Jahren im Saarland gegründet, ist die exklusive Küchenmarke Schmidt heute Marktführer in Frankreich. Das in dritter Generation von zwei Schwestern geführte Familienunternehmen will nun im Heimatmarkt Deutschland durchstarten.

Über acht Dekaden in Familienhand hinweg weist Schmidt Küchen eine beachtliche Erfolgsbilanz aus: Marktführer in Frankreich, Platz fünf unter den größten Küchenproduzenten in Europa, Export in 24 Länder. Täglich verlassen über 3 400 Möbelelemente die Fabriken im elsässischen Lièpvre und Sélestat sowie im deutschen Türkismühle – die Jahresproduktion beläuft sich auf rund 180 000 Küchen. Das Traditionsunternehmen gehört zur deutsch-französischen Salm-Gruppe (Société Alsacienne de Meubles) und vertreibt seine individuell gefertigten Küchen über exklusiv gebundene Monomarken-Partnerhäuser auf Franchisebasis. Die wachsende Bedeutung des Unternehmens spiegelt sich in einer anziehenden Umsatzkurve. Lag der Umsatz im Jahr 1997 noch bei 112 Mio. Euro, konnte Schmidt den Umsatz bis 2013 auf rund 399 Mio. Euro fast vervierfachen. Trotz ihres historisch bedingten Doppelsitzes lag der Fokus des Europa-Geschäfts bislang in Frankreich. Doch das soll sich nun ändern. Die dritte Generation der Firmenführung will den deutschen Markt intensiver bearbeiten.


Ein Blick zurück: Das im Saarland und im Elsass beheimatete Familienunternehmen wurde von der wechselvollen Geschichte der beiden benachbarten Länder - Deutschland und Frankreich - geprägt. Hubert Schmidt, Großvater der heutigen Unternehmensführung, machte sich mit 27 Jahren zunächst in der Baubranche selbstständig. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fand das Saarland seinen Neuanfang als französisches Protektorat. Statt Häuser zu bauen, verlegte sich Hubert Schmidt ab 1946 auf die Fertigung praktischer und dekorativer Küchenbuffets nach Kundenwunsch. Von Türkismühle aus belieferte „Cuisines Schmidt“ bald mit einer eigenen Lastwagenflotte den schnell über das Saarland hinaus wachsenden Kundenkreis in Frankreich.

Dann bestimmte abermals die Politik eine Neuorientierung in der Firmenstrategie. Per Volksentscheid votierte das Saarland 1959 für Deutschland. Über Nacht entstand damit zwischen dem Produktionsstandort in Türkismühle und dem Absatzgebiet eine nationale Grenze mit einer für die Kalkulation nicht unerheblichen Zollschranke. Hubert Schmidt beschloss, seine französische Kundschaft fortan vom Elsass aus zu beliefern. Im elsässischen Liepvré, dem heutigen Hauptsitz des Unternehmens, richtete er seine Firma in einer ehemaligen Textilfabrik ein.

Im Jahr 1967 lösten Antonia Leitzgen, eine der drei Töchter des Firmengründers, und ihr Ehemann Karl Leitzgen den Gründer in der Geschäftsführung ab. Das neue Führungs-Duo erwies sich als Trendsetter. So sahen sie die revolutionäre Entwicklung auf dem Gebiet der Haushalts- und Elektrogeräte voraus und entwarfen anstelle von Küchenbuffets die ersten Einbauküchen nach Maß. Diese Neuausrichtung fand ihre Fortsetzung im Ausbau der Kompetenz in der Innenausstattung. Seither bietet Schmidt auch eine Möbelkollektion für Badezimmer und Einrichtungslösungen nach Maß an.

Seit 2006 führen deren Nachkommen Anne Leitzgen als „President“ der Salm-Gruppe die Geschäfte. Ihre Schwester Caroline Leitzgen lenkt am Stammsitz in Türkismühle das Marketing im wachsenden Deutschland-Geschäft.
Rund 90% der rund 1 400 Mitarbeiter werken im Elsass. Im Stammwerk Türkismühle sind über 150 Mitarbeiter in der Produktion sowie in der Händlerbetreuung beschäftigt. „Für die Expansion in Deutschland ist es sehr wichtig, mit einem Standort im Absatzgebiet vertreten zu sein“, räsoniert Caroline Leitzgen, die wie ihre Schwester Anne im Elsass aufwuchs und beide Sprachen beherrscht. Fest verankert in den durch den Rhein getrennten Kulturkreisen haben die Geschwister ein Gespür für die Kundenwünsche entwickelt und werden so den unterschiedlichen Ansprüchen der Kundschaft gerecht. „Die Deutschen wollen vor allem Stauraum und Funktionalität in ihrer Küche. Die Franzosen haben ein Faible für gelungenes Design“, markiert die Marketingchefin den Unterschied. „Nur wer beiden Kulturen in Zentraleuropa gerecht wird, kann die Chancen, die der EU-Wirtschaftsraum bietet, voll ausschöpfen“, folgert Caroline Leitzgen.

Begünstigt wird die Expansion von Schmidt Küchen durch den Megatrend hin zu Monomarken-Anbietern – von Apollo (Optik) bis zu Zwarovski (Kristallschmuck) - im deutschen Einzelhandel. Der Vertrieb über exklusive Partnerhäuser auch in Deutschland, dem größten Küchenmarkt in Europa, ist daher nur ein konsequenter Schritt. Schließlich blättern Schmidt-Kunden für eine indiviuell geplante Küche zwischen 8 000 bis 12 000 Euro - rund 20 % mehr als im Durchschnitt ausgegeben wird – Tendenz steigend. „Nach oben bleibt natürlich immer Luft“, verrät die Enkelin des Firmengründers.

Pressemitteilung

27.11.2014 | 22:05

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