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Rafael Bolte ist seit 17 Jahren in diversen Positionen bei OSK tätig. Am Kölner Standort leitet er ein Team, das für Kunden ein breites Spektrum an Kommunikationsmaßnahmen abdeckt: von PR, über Vertriebskommunikation bis hin zu Social Media und Live-Events. Außerdem ist er seit Sommer 2018 Standortleiter von OSK Berlin, der Digitaleinheit von Oliver Schrott Kommunikation. Er entwickelt mit einem 25-köpfigen Team Websites, Apps, UI/UX, Chatbots, AR-Anwendungen und komplexe Kommunikationsplattformen.

Live-Erlebnis trotz Corona

PR- und Marketingverantwortlichen brennt eine Frage derzeit besonders unter den Nägeln: Wie können Unternehmen in der Corona-Krise ihre Produktneuheiten mit Wow-Effekt präsentieren? Die Antwort lautet: digital.

Virtuelle Live-Kommunikationsformate bieten Kunden und Journalisten eine leistungsstarke Alternative zu realen Pressekonferenzen, Messeshows und sonstigen Events – und das nicht nur in Krisenzeiten.
Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus wurden unzählige Veranstaltungen  kurzfristig abgesagt – so auch der Genfer Automobil-Salon. In Windeseile mussten Lösungen her, um die Medien, Kunden und Geschäftspartner dennoch zu erreichen. Ad hoc verlagerten daher viele Aussteller ihre Produktvorstellungen und Weltpremieren auf ihre eigenen digitalen Kanäle ins Netz. Mit sehr unterschiedlichen Herangehensweisen: von vorproduzierten Videos über Handykamera-Streams via Social Media bis hin zu hochwertigen Livestreams aus professionellen Studios war alles dabei. Die Möglichkeiten sind also vielfältig, aber was macht eine gute digitale Live-Kommunikation aus?

Den Nutzer begeistern

Zunächst sind die Grundvoraussetzungen identisch mit einem klassischen Event vor Livepublikum: Es gilt, die passenden Inhalte zielgruppengerecht und überzeugend aufzubereiten – mit Kompetenz und Leidenschaft. Der technische Stream ist nur die halbe Miete. Um den Nutzer wie bei einem realen Event zu begeistern, zählt das große Ganze: eine überraschende und zugleich intuitive User Experience, die auf bekannten und beliebten Kanälen realisiert wird.

Einige Veranstalter haben bisher beim Streaming quasi nur die Location gewechselt: Sie bestimmten das Netz zum neuen Veranstaltungsort für Pressekonferenzen, Weltpremieren und Live-Auftritte und übertrugen die Inhalte als Bewegtbild. Damit bleibt man jedoch weit hinter den technischen und konzeptionellen Möglichkeiten digitaler Live-Kommunikation zurück. Das gilt besonders für spezielle und anspruchsvolle Zielgruppen wie Journalisten, Investoren, aber auch ganz allgemein für die B2B-Kommunikation. In der heutigen digitalen Informationsflut sollten Inhalt, Format und technische Umsetzung absolut überzeugen. Das heißt nicht, dass digitale Live-Kommunikation aufwendig und kostspielig sein muss. Sie entfaltet aber nur dann ihre volle Wirkung, wenn man ihr genau so viel Aufmerksamkeit schenkt wie der klassischen Live-Kommunikation.

Best Practice: Mercedes me media

Ein modernes Tool für virtuelle Livekommunikation, das Nutzer wirklich begeistert, gleicht einem digitalen Content-Hub. Alle Materialien sind sofort verfügbar und individuell aufbereitet. Die Informationstiefe ist enorm, doch Filter und die UX sorgen dafür, dass der User sich gut zurechtfindet. Damit bietet die digitale Alternative gegenüber einer echten Messe sogar einige Vorteile: Dass im Content-Hub sämtliche Informationen und  Inhalte direkt abrufbar sind, bedeutet eine enorme Arbeitsentlastung für Journalisten, Blogger und andere Multiplikatoren.

Ein Beispiel für eine solche Plattform ist „Mercedes me media“. Das von Mercedes-Benz, OSK und seiner Digitaltochter OSK Berlin gemeinschaftlich entwickelte, innovative Tool für Live-Kommunikation bietet Journalisten und anderen Usern ein komplettes Service-Paket und zieht sie trotz räumlicher Trennung direkt und authentisch ins Geschehen. Nach der Absage des Genfer Automobil-Salons realisierte Mercedes-Benz über „Mercedes me media“ eine digitale Live-Pressekonferenz mit einer moderierten Produkt-Präsentation inklusive Interviewsequenzen und Einspielern. Die Service-Vorteile: Teilnehmer können auf dieser Plattform wie Regisseure im TV-Studio selbst auswählen, welche Kameraperspektive sie bevorzugen, hochauflösende Fotos vom Livestream erstellen, das komplette Redemanuskript der Präsentatoren einsehen und so parallel während des Live-Streams bereits an ihren Beiträgen arbeiten.

Mercedes-Benz nutzt „Mercedes me media“ bereits seit 2017. Unter anderem präsentierte der Autohersteller auf der Plattform im Jahr 2019 den neuen Mercedes-Benz GLA. Das war die erste rein digitale Weltpremiere ohne Live-Publikum, die zudem das virtuelle Erlebnis um spektakuläre Augmented Reality-Elemente ergänzte.

Content intuitiv erleben

Neue Software-Lösungen ermöglichen also digitale Live-Kommunikation, von der professionelle wie private Nutzer deutlich profitieren können. Unterschiedlichste Formen und Formate geben Inhalten einen individuellen Kontext – auf der eigenen unternehmensspezifischen Plattform, in der passenden Umgebung, multimedial und in Top-Qualität. Zusätzlich gibt es im Idealfall Download- und Magazinbereiche, hochwertige Fotos von Protagonisten und Produkten, Filmsequenzen, aufbereitete Zitate – oder ganze O-Töne aus Transkripten – sowie detaillierte Factsheets.

Diese Vielfalt des Contents kann zudem auf den jeweiligen Kommunikationskanälen der Stakeholder eingebunden werden. Egal ob daraus ein Blogartikel, ein Post, ein TV-Beitrag oder ein Zeitungsbericht wird – die verschiedenen Content-Bausteine bilden die optimale Basis.

Neben den Inhalten ist das Nutzererlebnis entscheidend. Eine intuitive und stringente Bedienoberfläche ist bei digitalen Plattformen für Live-Kommunikation unverzichtbar und das ganz unabhängig davon, ob die Nutzer mit einem stationären oder mobilen Endgerät auf die Plattform zugreifen. Denn die User sind oft unterwegs oder arbeiten – wie in der aktuellen Situation – im Homeoffice.

Auch interaktive Elemente sind wichtig: Ist es möglich, individuelle Untertitel im Livestream einzublenden? Gibt es eine weiterführende Informationsebene, über die Nutzer mehr über das Produkt und den Entstehungsprozess erfahren?

Weitere Kriterien für eine überzeugende Usability sind: verschiedene Perspektiven im Livestream, Such- und Filterfunktionen für Content sowie die Möglichkeit, Inhalte einfach per Share-Button auf weitere digitale Plattformen zu verlängern.

Digitale Live-Kommunikation: Jede Menge Potenzial

Auch in der aktuellen Situation, in der keine realen Events möglich sind, können Unternehmen durch professionelles Livestreaming Kunden, Journalisten und andere Stakeholder erreichen und von ihren Produkten und Themen überzeugen. Wichtig ist, dabei eine überzeugende digitale Plattform zu nutzen. Doch auch in Zukunft werden diese Technologien die Nutzer begeistern. Denn virtuelle Erfahrungen unterstreichen die digitale Transformation von Unternehmen einerseits und andererseits die vielen Potenziale, die Livestreaming-Plattformen für moderne Kommunikation bereithalten.

Über den Autor

Rafael Bolte ist seit 17 Jahren in diversen Positionen bei OSK tätig. Am Kölner Standort leitet er ein Team, das für Kunden ein breites Spektrum an Kommunikationsmaßnahmen abdeckt: von PR, über Vertriebskommunikation bis hin zu Social Media und Live-Events. Außerdem ist er seit Sommer 2018 Standortleiter von OSK Berlin, der Digitaleinheit von Oliver Schrott Kommunikation. Er entwickelt mit einem 25-köpfigen Team Websites, Apps, UI/UX, Chatbots, AR-Anwendungen und komplexe Kommunikationsplattformen.

30.03.2020 | 16:24

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