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Gott sei Dank, sie fliegen wieder: Pilotenstreiks bei Lufthansa sind vorläufig abgesagt. (Bild: Lufthansa)

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Lufthansa: Piloten wollen verhandeln

Die Streiks der Lufthansa-Piloten sind zumindest für einige Wochen ausgesetzt. Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit kehrt nach ihren letzten, drastischen Streiks wieder an den Verhandlungstisch zurück, die Forderung von 22 Prozent Lohnerhöhung rückwirkend könnte relativiert werden. Sogar die Kollegen des Bodenpersonals hatten gegen die Wünsche der Piloten protestiert. Auch eine mögliche Schlichtung ist nun wieder im Gespräch.

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) kündigte am Freitag an, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, wie das Handelsblatt berichtet. In der kommenden Woche soll mit dem Unternehmen über das weitere Vorgehen inklusive einer Schlichtung beraten werden, teilte die Gewerkschaft in Frankfurt mit. „In der Folge werden bis zum Abschluss dieser Beratungen bei Lufthansa keine weiteren Streikmaßnahmen zu einem neuen Vergütungstarifvertrag durchgeführt.“

Rückblick: Die Piloten hatten zuletzt Ende November in einer 14. Runde ihres Kampfes gegen ihren Arbeitgeber Lufthansa, der letztlich aber ein Kampf gegen die sich ändernden Zeiten ist, sechs Tage lang gestreikt und dem Unternehmen einen Schaden von rund 100 Millionen Euro zugefügt. Rund 4.450 Flüge mit 525.000 betroffenen Passagieren blieben am Boden.

Nach der Streikwelle hatten Lufthansa und VC sondiert, ob sie wieder in Verhandlungen einsteigen können. Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens hatte den Piloten zuvor ein verbessertes Angebot unterbreitet. Die Airline bietet eine Erhöhung der Bezüge in zwei Stufen um insgesamt 4,4 Prozent und zusätzlich eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern an. Dieses Angebot ist nicht wie die vorherige Offerte an weitere Bedingungen zum Beispiel in der Altersversorgung geknüpft. Die Piloten hatten dagegen unverwandt eine zuvor um 22 Prozent verbesserte Bezahlung verlangt.

Lufthansa und Cockpit streiten schon seit Jahren um die Gehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings. Wirtschaftsvertreter wie die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände hatten vor weiteren Arbeitsniederlegungen und Flugausfällen in den nächsten Wochen gewarnt.

09.12.2016 | 15:19

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