Noch hinter Glas auf der IHM – jetzt Symbol des Küchen-Hypes: Der Thermomix TM7 als digitale Kochrevolution aus Wuppertal. (Foto: picture alliance)
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Thermomix TM7: Der neue Küchenchef sorgt für Rekorde – und Wartezeiten
Von einem Küchengerät, das 1971 als schlichter Mixer mit Heizfunktion begann, zum digitalen Sous-Chef der Moderne: Der Thermomix TM7 schreibt nicht nur Kochgeschichte – er diktiert sie.
Wuppertal ist dieser Tage mehr als die Heimat der Schwebebahn. Hier schreibt der Traditionskonzern Vorwerk ein Kapitel unternehmerischer Ausnahmezustände: 300.000 Bestellungen innerhalb weniger Wochen – ein Boom, der alles sprengt, was das Unternehmen für möglich hielt. Der neue Thermomix TM7, im April 2025 vorgestellt, bringt nicht nur frischen Wind in die Küchen, sondern auch ordentlich Bewegung in die Produktion.
Die Lieferzeit? Bis zu 18 Wochen. Eine Geduldsprobe, die viele Kundinnen und Kunden mit stoischer Begeisterung ertragen – denn das Gerät ist längst mehr als ein Haushaltshelfer. Mit KI-gestützter Rezeptintelligenz, smarter Küchenvernetzung und der Möglichkeit, sogar offen zu garen, wird der TM7 zum digitalen Küchenpartner, der das tägliche Kochen neu definiert.
Rekorde, die knistern wie ein heißes Ölbad
Die Euphorie ist real: Vorführtermine sind ausgebucht, soziale Netzwerke glühen vor Rezeptideen, und die Community agiert wie ein kulinarisches Kollektiv. Der Preis von 1.549 Euro? Kaum ein Hinderungsgrund. Der TM7 hat das geschafft, wovon Tech-Startups träumen – einen echten Hype im gesättigten Markt.
Vorwerk antwortet mit einer Produktionsoffensive. Neben dem Werk in Wuppertal laufen nun auch zwei französische Standorte heiß – darunter eine neue Fabrik in Donnemain-Saint-Mamès. Täglich sollen bald 6.000 Geräte vom Band rollen. „Wir fahren auf Anschlag, aber mit einem Lächeln“, sagt Vorstandssprecher Thomas Stoffmehl.
Von der Nische zum globalen Küchenstandard
Was einst auf Thermomix-Partys verkauft wurde, ist heute in 58 Ländern vertreten – ohne Einzelhandel, ausschließlich im Direktvertrieb. Ein Erfolgsmodell mit über 100.000 Beraterinnen und Beratern weltweit. Deutschland bleibt mit einem Umsatz von 477 Millionen Euro im Thermomix-Geschäft der unangefochtene Kernmarkt.
Für 2025 plant Vorwerk ambitioniert: Zwei Milliarden Euro Umsatz nur mit dem TM7. Zum Vergleich: 2024 lag der Gesamtumsatz bei 3,2 Milliarden Euro, wovon über die Hälfte auf den Thermomix entfiel. Das Gerät ist damit nicht nur Kassenschlager, sondern Herzstück der Konzernstrategie.
Kobold muss strampeln
Nicht alles glänzt im Konzernreich: Das Staubsauger-Geschäft mit dem Kobold steckt in einer Wachstumsdelle. Ein Minus von knapp 10 Prozent – vor allem, weil es an neuen Vertriebsleuten mangelt. Die Antwort? Umtauschaktionen und der Einstieg in den Gebrauchtmarkt.
Tradition trifft Zukunft
Vorwerk bleibt ein Familienunternehmen – gegründet 1883, mit weltweit 9.000 Beschäftigten, aber fest verwurzelt in Wuppertal. Und doch zeigt der TM7, dass selbst Traditionshäuser Innovationsmotoren sein können.
17.06.2025 | 22:34
