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Gewogen und für zu leicht befunden: Takata zahlt Milliardenstrafe in den USA (Bild: Fotolia / kanvag)

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Takata zahlt Milliardenstrafe

Das ist auch für deutsche Autobauer wie BMW und VW interessant: der japanische Autozulieferer hat im Streit mit den US-Justizbehörden eine Strafe von einer Milliarde US-Dollar akzeptiert und ein Schuldeingeständnis abgegeben. Die defekten Airbags kommen Takata damit teuer zu stehen. Gegen drei Manager wurden Strafanzeigen gestellt. Takata-Airbags sind auch bei verschiedenen deutschen Herstellern verwendet worden.

Der japanische Airbag-Hersteller Takata hat sich mit der US-Justiz auf einen Vergleich im Streit um die defekten Airbags geeinigt, die dem Ruf des Unternehmens schon seit Jahren schweren Schaden zufügen. Das Unternehmen habe kriminelle Vergehen eingestanden und zahle Strafen in Höhe von einer Milliarde Dollar oder umgerechnet 940 Millionen Euro, wie die dpa vom US-Justizministerium erfuhr. Die Strafanzeigen gegen drei Takata-Manager sind schwerwiegend und könnten mit Gefängnisstrafen enden.

Ein Vergleich mit Volkswagen ist direkt nicht möglich, dennoch ist es aus deutscher Sicht interessant, wie die US-Justiz im Falle Takata vorgeht. Den drei nunmehr angezeigten langjährigen Takata-Angestellten wird Betrug und Verschwörung vorgeworfen. Die laut Anklageschrift bis 2015 in Japan und den USA für das Unternehmen tätigen Mitarbeiter würden mit manipulierten Testergebnissen bewusst die Risiken mangelhafter Airbags verschleiert haben, die mit mehreren tödlichen Unfällen in Zusammenhang stehen, so die Vorwürfe laut dpa. Im aktuellen Fall des ehemaligen VW-Vorstandschefs Martin Winterkorn, der von jüngst in den USA Kronzeugen weiter belastet wurde, klingen die Vorwürfe ganz ähnlich. Von einer ihm nahestehenden Person soll Winterkorn 2012 und nochmals 2014 über die VW-Manipulationen bei Dieselfahrzeugen informiert worden sein.

„Autozulieferer, die Produkte zum Schutz der Verbraucher vor Verletzungen oder tödlichen Unfällen verkaufen, müssen die Sicherheit vor den Profit stellen“, erklärte Bundesanwältin Barbara McQuade aus Michigan gegenüber dem Handelsblatt. „Wenn sie sich stattdessen für Betrug entscheiden, werden wir die verantwortlichen Personen und Unternehmen zur Rechenschaft ziehen.“ Die US-Justiz wirft Takata laut dpa vor, über ein Jahrzehnt lang systematisch Ergebnisse von Sicherheitstests manipuliert zu haben.

Die dpa weiter: „Das Unternehmen äußerte sich zunächst nicht zu dem Vergleich. Defekte Airbags des japanischen Zulieferers machen der Autoindustrie schon seit Jahren zu schaffen. Die Mängel haben in den USA zum Rückruf von fast 70 Millionen Airbags geführt. 42 Millionen Fahrzeuge diverser Hersteller sind betroffen.“ Die US-Verkehrsaufsicht geht demnach von mindestens elf Todesfällen und 184 Verletzten in den Vereinigten Staaten aus, die mit defekten Airbags von Takata in Zusammenhang gebracht werden.

14.01.2017 | 13:02

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