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(Bild: Fotolia / ag visuell)

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Diversifikation: Worauf beim Aufbau eines soliden Portfolios zu achten ist

Die Diversifikation ist zwar eine der einfachsten, jedoch wohl eine der mit Abstand wichtigsten Grundregeln, wenn sich der Anleger ein erfolgreiches Aktien-Portfolio aufbauen möchte. Aber hinter der Begrifflichkeit Diversifikation steht nicht nur der Kauf von vielen unterschiedlichen Titeln - es geht auch um Marktrisiko und Korrelation.

Viele Anleger sind der Meinung, dass durch eine ausreichende Diversifikation ein sicheres Portfolio entstanden ist, das vor allen möglichen Turbulenzen und Schwankungen geschützt ist. Das ist aber nicht zu 100 Prozent richtig - Diversifikation schützt nur vor den unternehmensspezifischen Risiken. Das beste Beispiel? Der VW-Abgasskandal. Je mehr unterschiedliche Aktien gehalten werden, umso weniger wirken sich Probleme einzelner Unternehmen auf die Masse aus.

Jedoch gibt es noch eine weitere Gefahr, die nicht außer Acht gelassen werden darf - die Rede ist vom Marktrisiko: 2008, als die Immobilienblase am amerikanischen Markt geplatzt ist, kam es in weiterer Folge zum Börsencrash. Ganz egal, wie gut die Diversifikation war - fast jede Aktiengesellschaft musste Kursverluste hinnehmen.

Was bedeutet Korrelation?

Korrelation heißt, dass Aktien, Indizes oder ganze Anlageklassen gemeinsam steigen und fallen. Wer etwa Aktien von Volkswagen besitzt, der sollte sich nicht auch noch für Aktien von Continental entscheiden, weil Probleme in der Autobranche dazu führen werden, dass beide Unternehmen (VW als Automobilhersteller und Continental als Zulieferer) Kursverluste hinnehmen müssen. Viel interessanter ist die negative Korrelation - das heißt, es kommt zur entgegengesetzten Entwicklung.

Das beste Beispiel? Lufthansa und BP. Sinken nämlich die Ölpreise, so macht die BP deutlich weniger Gewinn - die Lufthansa muss jedoch weniger Kerosinkosten verbuchen, sodass es in weiterer Folge zu einer Gewinnsteigerung kommt. Eine hohe Korrelation kann aber auch von der geographischen Lage abhängen - wer sein Geld ausschließlich nur in Unternehmen eines Landes anlegt, so etwa nur in amerikanische oder deutsche Aktiengesellschaften, der hat kein gut diversifiziertes Portfolio, da politische Ereignisse oft die Aktien des ganzen Landes fallen oder steigen lassen.

In wie viele Aktiengesellschaften sollte man investieren?

Doch in wie viele unterschiedliche Aktiengesellschaften sollte man investieren? Vorweg geht es um die Beantwortung der Fragen, wie viel Geld zur Verfügung steht, welche Strategie verfolgt wird und wie hoch die Risikotoleranz ist. Wer 5.000 Euro investieren will, der braucht nicht daran zu denken, in 15 Aktiengesellschaften zu investieren - die Handelskosten würden den Großteil der Gewinne auffressen.

Wer hingegen 50.000 Euro oder mehr investieren will, der kann gut und gerne in 15 bis 20 Unternehmen investieren. In weiterer Folge geht es um die Strategie. Soll das Geld vorwiegend in stabile Standardwerte und Dividendenaktien gesteckt werden oder sollen es mitunter Wachstumsaktien sein? Zu beachten ist, dass Wachstumsaktien sehr wohl auch zum Totalausfall werden können. Am Ende ist es wichtig, dass hier eine gute Mischung entstanden ist. Man sollte keinesfalls das ganze Geld in stabile Unternehmen oder in Wachstumsaktien stecken.

Eine gute Alternative sind auch immer Fonds oder die günstigeren ETFs, mit denen man über ein einzelnes Wertpapier einen ganzen Index, Branche oder Anlageklasse abdecken kann, ohne sich über die Streuung Gedanken machen zu müssen. Der Nachteil ist hier, dass entsprechend weniger Kontrolle über die Depotzusammensetzung ausgeübt werden kann. Gerade für Einsteiger sind ETFs aber ein sehr gutes Instrument, um einen gewissen Grad an Diversifikation zu erlangen.

Wer sein Geld in Aktien steckt, der sollte sich immer bewusst sein, dass die Kurse auch einmal nach unten gehen können. Genau deshalb ist es wichtig, dass man nicht die gesamte Investitionssumme auf eine Karte setzt. Wer 10.000 Euro investieren will, sollte beispielsweise einen Teil in Technologiewerte, einen Teil in Mobilität und mitunter auch einen Teil in Immobilien stecken - nur dann, wenn das Geld in verschiedene Branchen angelegt ist, wobei sich die Aktiengesellschaften in unterschiedlichen Ländern befinden, kann von einer recht guten Streuung gesprochen werden.

04.06.2018 | 11:21

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