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Heimatliebe gilt hierzulande noch etwas - auch bei der Geldanlage

Die deutschen Arbeitnehmer zieht's nach Hause (Bild:Oerlikon)

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Am deutschen Markt orientiert

Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht, heißt es in einer norddeutschen Redensart. Und tatsächlich ist die Heimatverbundenheit der Bundesbürger erstaunlich groß. Das stellt Lars Brandau fest, der Geschäftsführer des Deutschen Derivate-Verbandes. Eine Forsa-Studie aus dem vergangenen Jahr ergibt nach seinen Angaben, dass rund zwei Drittel der Berufstätigen in Deutschland ihr Arbeitsumfeld in der unmittelbaren Region haben. Die Mehrheit weigere sich demnach, für einen neuen Job weiter wegzuziehen. Die lokale Verwurzelung zöge sich gemäß dieser Studie durch alle Altersschichten. Die berufliche Mobilität, oftmals eingefordert, halte sich demnach in engen Grenzen. Brandau weiter:

Und was für Esskultur und mangelnde Mobilität gilt, lässt sich ohne weiteres auf die Anlagekultur übertragen. Wie weit gehen eigener Horizont und Mut bei der Geldanlage? Richten Privatanleger hierbei ihren Fokus ausschließlich auf bekannte deutsche Indizes wie den DAX und den kleinen Bruder M-und S-DAX?

Diese Frage muss mit einem deutlichen „Ja“ beantwortet werden. In einer aktuellen Trend-Umfrage des Deutschen Derivate Verbands, an der sich mehr als 2.700 Personen beteiligten, gaben 70 Prozent der Befragten an, dass sie sich bei Anlage- und Hebelprodukten primär für den DAX als Index-Basiswert entscheiden. Knapp elf Prozent sprachen sich für den M-DAX und/oder S-DAX aus. Der US-amerikanische Dow Jones kommt auf einen Anteil von 8,6 Prozent, liegt damit aber noch vor dem Euro Stoxx 50 (7,8 Prozent). Nur knapp drei Prozent entscheiden sich bei ihrer Auswahl für den Nikkei 225 als bevorzugten Index.

Viele Anleger investieren also nach dem Motto „Daheim ist es am Schönsten“. Sie vertrauen eher deutschen Unternehmen und deren Zukunfts- und Innovationsfähigkeit. Natürlich erwirtschaften viele DAX-Titel auch einen erheblichen Umsatzanteil im Ausland. So setzte beispielsweise Bayer im vergangenen Jahr mehr als neun Milliarden Euro in der Region Asien/Pazifik um. Auch für die Automobilbrache ist der Absatz jenseits unserer Landesgrenzen wichtig. Insofern kaufen sich Anleger über ein DAX-Investment auch ein Stück Internationalität mit ein.

Aber stimmt auch die Performance der bevorzugten Indizes?  In den zurückliegenden Jahren sind Anleger mit dem Deutschen Aktien Index außerordentlich gut gefahren. Der Leitindex legte 2012 und 2013 jeweils zweistellig zu und auch 2014 konnte sich die Performance sehen lassen. In diesem Jahr zeigen sich DAX und M-DAX extrem schwankungsbreit.

Welche Konsequenzen kann der Anleger nun ziehen? Mit der breiten Streuung über Assetklassen und Länder hinweg, sollten Kleinanleger langfristig gut aufgestellt sein. Natürlich müssen Investoren sich darüber im Klaren sein, dass etwaige Abschwünge, rezessive Tendenzen oder ein Drehen an der Zinsschraube immer auch spürbare Auswirkungen auf andere Märkte haben. Generell macht es aber auch künftigSinn, sich Märkten jenseits der eigenen Landesgrenze zu öffnen.

11.09.2015 | 15:32

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