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Ein Weingut in Bordeaux: Es liefert nicht nur einen guten Ertrag, sondern ist auch ein schönes Anwesen. Chinesen lieben solche Objekte.

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Wein ist das neue Gold

Ein gutes Glas Rotwein dürfte demnächst teurer werden. Nach einer Untersuchung von Morgan Stanley liegt die Nachfrage nach edlen Tropfen weit höher als die Produktion. Im vergangenen Jahr hätten 300 Mio. Kisten mit je zwölf Flaschen mehr abgesetzt werden können – das war die größte Fehlmenge seit über 40 Jahren. Gleichzeitig sank die Produktion auf das niedrigste Niveau seit vier Jahrzehnten.

Das Problem: Seit dem Höhepunkt im Jahr 2004, als die Produktion die Nachfrage um 600 Mio. Kisten übertraf, ist die Liefermenge kontinuierlich zurückgegangen. Gleichzeitig hat der globale Weindurst seit 1995 zugenommen. Während Frankreich mit einem Anteil von 12 % nach wie vor der weltweit größte Konsument ist, folgen die USA mittlerweile dicht dahinter auf Platz zwei. Die Vereinigten Staaten sind zusammen mit China die Haupttreiber des gestiegenen Weinverbrauchs.

Insgesamt gibt es momentan weltweit etwa 1 Mio. Produzenten, die 2,8 Mrd. Kisten pro Jahr produzieren. Der Rückgang, der sich derzeit bemerkbar macht, ist vor allem auf sinkende Erträge in Europa aufgrund von schlechtem Wetter zurückzuführen. Die neuen Weinländer wie die USA, Australien, Argentinien, Chile, Süd­afrika und Neuseeland konnten trotz steigender Produktion die Lücke nicht füllen: Das führt zu anziehenden Preisen.

Mit dem vermehrten Weingenuss nimmt international auch das Interesse an Weingütern zu. Die Immobilientochter des Auktionshauses Christie’s trägt diesem Trend Rechnung und hat in diesem Jahr einen Beratungsservice für Käufer von Weinbaubetrieben gegründet. Dabei will die Gesellschaft von ihrer Expertise und ­ihren Kontakten profitieren, die durch ihre langjährige Erfahrung im Wein-Auktionsgeschäfts entstanden sind. Denn das Marktsegment der Weingüter ist klein und verschwiegen, da ist die Hilfe von Profis für die oft berühmten Käufer sinnvoll. Von dem Medien-Tycoon Rupert Murdoch ist beispielsweise in diesem Sommer bekannt geworden, dass er in Los Angeles für angeblich knapp 30 Mio. US-Dollar ein 16 Hektar großes Weingut gekauft hat.

Auch bei den Chinesen finden sowohl gute Tröpfchen als auch ertragreiche Erzeugungs­­be­triebe immer mehr Anklang. Die Dependance von Christie’s in Hongkong berichtet, dass der ­chi­nesische Durst nach auslän­dischen Weinen in den letzten Jahren stark angestiegen ist. So wurden bei neun Weinauktionen 2012 in Hongkong ein Umsatz von 36,9 Mio. US-Dollar erzielt. Laut der französischen ­Safer (Sociétés d’Aménagement Foncier et d’Etablissement Rural) wurden in der Region Bordeaux im Jahr 2011 35 Weingüter verkauft – 60 % der Käufer waren Chinesen. Und 2012 wurden 37 Weingüter veräußert – 62 % gingen an Chinesen.

10.02.2014 | 07:54

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