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(Bild: Shutterstock)


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Unternehmer wollen keine Impfpolizei sein

Soll der Chef oder die Chefin im Betrieb eine Impfung vorschreiben? Für Unternehmen ist die Antwort ein klarer Fall: Es wird nur Empfehlungen geben, sagen die meisten in einer exklusiven Untersuchung. Bei der Frage, wie sie es kontrollieren, sind viele ratlos.

Deutschlands Führungskräfte wollen nicht zu Türstehern der Corona-Politik werden. Gut 70 Prozent von ihnen lehnen ab, am Arbeitsplatz den Impfstatus von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu überprüfen. Das ergibt eine exklusive Umfrage im Auftrag von Deutschlands Mittelstandportalen „Markt und Mittelstand“ und „WirtschaftsKurier“. Die Institute Ifak und Forsa befragten dafür Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung im Rahmen einer Stichprobe aus 2,9 Millionen Top-Entscheidern in Deutschland.

Dabei positionieren sich Arbeitgeber in der umstrittenen Frage, ob es in einzelnen Betrieben eine Impfplicht geben soll, eindeutig: So geben 69 Prozent an, ihren Leuten zwar einen Impfschutz empfehlen, diesen aber nicht kontrollieren zu wollen. Zuletzt hatten einzelne Politiker, wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, für einzelne Berufsgruppen eine Impfplicht vorgeschlagen. Wer die Einhaltung am Arbeitsplatz kontrollieren soll, blieb dabei offen.

Der Impfstoffhersteller Biontech hat bereits die Impfung der eigenen Mitarbeiter angekündigt. Nach Informationen von „Markt und Mittelstand“ sowie „WirtschaftsKurier“ ist er auch mit anderen relevanten Zulieferern im Gespräch über Sonderlieferungen von Impfstoff für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Firmen.

23 Prozent geben gar keine Empfehlung ab

Der Chef des Göttinger Pharma-Unternehmens Sartorius, Joachim Kreuzburg, gehört mit seiner Firma zu den relevanten Zulieferern. Auf die Frage, ob er in seinem Unternehmen eine Impfpflicht einfordert, sagte er: „Nein. Aber wir werden die Impfung sehr klar empfehlen.“ Eine Kontrolle durch den Arbeitgeber sieht er ebenfalls skeptisch. „Ich würde dazu neigen, dies zu verneinen, auch wenn wir ein systemrelevantes Unternehmen sind. Aber wenn wir ehrlich sind, haben wir auf diese Frage heute noch keine abschließende Antwort“, sagte Kreuzburg.

In der gleichen Umfrage gab knapp ein Viertel der Vorgesetzten sogar an, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Impfung überhaupt nicht empfehlen zu wollen – 23 Prozent äußerten sich dementsprechend. Lediglich vier Prozent der Entscheider befürworten eine Impfplicht am Arbeitsplatz, die auch kontrolliert wird.
Das ermöglicht zudem Rückschlüsse auf weitere Politikervorschläge: Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte zuletzt ebenfalls eine Bevorzugung von Geimpften bei Ausnahmen von Einschränkungen am Arbeitsplatz oder in der Freizeit ins Spiel gebracht. Auch hier blieb die Frage offen, wie das kontrolltechnisch umgesetzt werden soll. Nun ist klar: Die Betriebe werden es in der großen Mehrheit nicht machen.                 

pr/oli


21.01.2021 | 09:26

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