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Das Schönste kommt erst noch

Die MVV Energie erntet die ersten Früchte ihres umfangreichen Investitionsprogramms, das erst zeitversetzt voll ergebniswirksam wird. Der Umsatz stieg erstmals über 4 Mrd. Euro. Allerdings belastet die branchenweit gesunkene Strommarge das Ergebnis.

Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie (WKN: A0H52F, ISIN: DE000A0H52F5) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 (1. Oktober 2012 – 30. September 2013) zum ersten Mal in seiner Unternehmensgeschichte beim Jahresumsatz die Marke von 4 Milliarden Euro übertroffen und damit den Vorjahreswert noch einmal um 4 Prozent gesteigert, wie die Unternehmensgruppe auf ihrer diesjährigen Bilanzpressekonferenz in Frankfurt mitteilte. Nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden der Unternehmensgruppe, Dr. Georg Müller,
ist „das ein Beleg dafür, dass unsere strategische Ausrichtung stimmt und unser operatives Geschäft läuft“. Auch der bereinigte Jahresüberschuss nach Fremdanteilen und damit der Gewinn nach Zinsen, Steuern und Anteilen anderer Aktionäre stieg im letzten Geschäftsjahr um 6 Prozent von 80 auf 85 Millionen Euro.

Hingegen belastet die in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich gesunkene Marge in der Stromerzeugung die gesamte Energiebranche und damit auch MVV Energie. Dr. Müller: „Die aktuellen Marktentwicklungen hinterlassen auch bei uns Spuren.“ So ist das bereinigte operative Ergebnis, das Adjusted EBIT, im Geschäftsjahr 2012/13 gegenüber dem Vorjahr, wie in den unterjährigen Prognosen bereits erwartet, um knapp 6 Prozent auf 210 Millionen Euro zurückgegangen.

2014/15 steigt das operative Ergebnis wieder

„Überraschend ist dies für uns nicht“, so der MVV Energie Vorstandsvorsitzende, „Diese Ergebnisdelle wird uns auch im aktuellen Geschäftsjahr 2013/14 noch begleiten.“ Das Unternehmen vermarkte seine eigene Stromerzeugung in Tranchen über mehrere Jahre. Damit erfolge die Vermarktung nun vollständig auf dem niedrigen Preis- und Spreadniveau. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen daher bei einem weiter leicht steigenden Umsatz ein Adjusted EBIT zwischen 170 und 185 Millionen Euro. Gleichzeitig rechnet der Vorstand für das Folgejahr, also für das Geschäftsjahr 2014/15, wieder mit einem ansteigenden operativen Ergebnis.

Hintergrund für diesen optimistischen Ausblick ab 2014/15 ist das in den letzten drei Jahren konsequent umgesetzte Investitionsprogramm des Mannheimer Energiekonzerns. Insgesamt 3 Milliarden Euro investiert MVV Energie bis 2020 dabei in erneuerbare Energien, in Energieeffizienz, Kraft-Wärme-Kopplung und die energetische Nutzung von Abfällen, in den Ausbau der umweltfreundlichen Fernwärme an allen Standorten sowie in die Modernisierung und Pflege von Netzen und Anlagen. Davon sind mehr als 2 Milliarden Euro bereits investiert oder entsprechende Investitionen beschlossen. Allein im letzten Geschäftsjahr investierte MVV Energie 392 Millionen Euro und erreichte damit auch in diesem Bereich eine neue Rekordmarke.

Erste Früchte der Investitionen

„Wir ernten bereits die ersten Früchte dieser Investitionen“, betonte der MVV-Chef. Das begrenze auch die negativen Auswirkungen der wirtschaftlich schwierigen Marktbedingungen. Ihre vollen Ergebnisbeiträge können die Wachstumsinvestitionen jedoch erst zeitversetzt leisten: „Ein neues Kraftwerk, wie die Abfallverwertungsanlage in Plymouth oder das Biomasse-Kraftwerk in Ridham Dock, liefert erst Ergebnis, wenn es den Regelbetrieb aufgenommen hat.“ Neben diesen beiden in Bau befindlichen Kraftwerksprojekten in Großbritannien verwies MVV Energie auf die im letzten Geschäftsjahr erreichte Verdoppelung der Kapazitäten bei der Windkraft an Land von 73 auf 144 Megawatt sowie auf den Bau der beiden konzerneigenen Biomethananlagen. Einen Investitionsschwerpunkt im Bereich der Fernwärme und der Kraft-Wärme-Kopplung bildete der sukzessiv in Betrieb gehende Fernwärmespeicher auf dem Gelände des Grosskraftwerks in Mannheim, wo derzeit auch mit dem neuen Block 9 einer der modernsten und effizientesten Kohlekraftwerksblöcke in Europa entsteht.

Mit seinem Investitionsprogramm bekennt sich das Unternehmen „seit Jahren ohne Wenn und Aber“, so Dr. Müller, zum Umbau der Energieversorgung, bei dem erneuerbare Energien die Leitfunktion übernehmen. Es gehe nun um die zukunftsfeste Gestaltung des neuen Energiesystems, um auch künftig eine umweltfreundliche, sichere und bezahlbare Energieversorgung zu gewährleisten.

Koalitionsvertrag zeigt in die richtige Richtung

Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD zeige dabei in die richtige Richtung und stelle wichtige Weichen für die Energieversorgung der Zukunft. Eine große Koalition mit ihrer breiten Mehrheit in Bundestag und Bundesrat habe die historische Chance und Verpflichtung, diesen Umbau mit Mut zu Reformen und mit den Schwerpunkten auf den Ausbau der erneuerbaren Energien, auf den Klimaschutz und auf Energieeffizienz voranzutreiben. Dabei spricht sich das
Mannheimer Energieunternehmen insbesondere für eine schrittweise, tiefgreifende und mit Augenmaß umgesetzte Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG), eine Stärkung der Kraft-Wärme-Kopplung und längerfristig für einen technologieoffenen und wettbewerblichen Kapazitätsmarkt bei den für die Versorgungssicherheit unverzichtbaren konventionellen Kraftwerke aus.

Den stärksten Umsatzanstieg verzeichnet MVV Energie im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 mit einem Plus von 10 Prozent im Berichtssegment Erzeugung und Infrastruktur. Er stammt vor allem aus dem erfolgreichen Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere Windenergie an Land und Biomethan, sowie aus dem Netzgeschäft. Beim Handel und Portfoliomanagement ist der höhere Umsatz insbesondere auf gestiegene Gashandelsmengen im Zuge der Portfoliobewirtschaftung zurückzuführen. Im umsatzstärksten Berichtssegment Vertrieb und Dienstleistungen ist es dem Unternehmen gelungen, den Umsatz in dem intensiver gewordenen Wettbewerb um 9 Prozent zu steigern. Dazu haben auch die Erfolge bei der Direktvermarktung erneuerbarer Energien über das Marktprämienmodell beigetragen. Mittlerweile ist MVV Energie in Deutschland Marktführer bei der Direktvermarktung im Photovoltaik-Bereich.

Kontinuität bei der Dividende

Die Entwicklung des operativen Ergebnisses ist von gegenläufigen Faktoren geprägt. So haben im Berichtssegment Handel und Portfoliomanagement die Auswirkungen der anhaltend niedrigen Erzeugungsmarge sowie die Belastungen aus den nicht mehr frei zugeteilten CO2-Zertifikaten zu einem Rückgang um 19 Millionen Euro geführt. Die Entwicklung im Berichtssegment Erzeugung und Infrastruktur spiegelt auch den erfolgreichen Ausbau der erneuerbaren Energien
mit einem Plus von 8 auf 149 Millionen Euro wider.

Das Jahresergebnis bildet für das Unternehmen auch die Grundlage für die Fortsetzung seiner auf Kontinuität ausgerichteten Dividendenpolitik. So empfiehlt der Aufsichtsrat auf Vorschlag des Vorstands der am 14. März 2014 in Mannheim stattfindenden Hauptversammlung eine unveränderte Dividende in Höhe von 90 Cent je Aktie.

13.12.2013 | 17:05

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