Anzeige
Deichmann-Filiale in Frankfurt, Bildquelle: Vytautas Kielaitis/Shutterstock.com

Typisches Bild in europäischen Fußgängerzonen: eine Deichmann-Filiale / Quelle: Vytautas Kielaitis/Shutterstock.com

Anzeige

Deichmann: Ein Schuhimperium made in Germany

Mit Hilfe prominenter Botschafter

Von Essen aus hat das Familienunternehmen Deichmann vor über 100 Jahren die Welt erobert. Noch heute ist die Zentrale der Firma mitten im Herzen des Ruhrgebiets. Nüchtern sind die Bürogebäude der Verwaltung, doch nach außen präsentiert sich der Weltkonzern bunt und modebewusst. Hier zeigt sich die Handschrift von Heinrich Deichmann (55), der das Unternehmen seit 1999 in dritter Generation leitet.
Denn der Sohn des 2014 verstorbenen Heinz-Horst Deichmann setzt verstärkt auf die Unterstützung von Prominenten. Halle Berry, Cindy Crawford, die Sugar Babes und Sylvie Meis haben bereits eigene Kollektionen für den Schuhhändler zusammengestellt. Zuletzt verpflichtete Deichmann die Sängerin Ellie Goulding als Testimonial mit einer eigenen Schuhlinie.

Mehr Blogger, mehr Lifestyle

Der Shoe Step Awards fand 2017 bereits zum 6. Mal statt und rückt in sieben Kategorien die ins Rampenlicht, die für den Konzern im Online-Zeitalter wichtiger sind denn je: Moderedakteure und Blogger. Im Jahr 2016 verkaufte Deichmann weltweit rund 173 Millionen Paar Schuhe. Alleine in Deutschland gingen 2016 rund 73 Millionen Schuhe über die Ladentheke.

Knapp 40.000 Menschen arbeiten weltweit für Europas größten Schuhhändler, von dem es mittlerweile über 3.800 Filialen in 26 Ländern gibt. Mit zur Unternehmensgruppe gehören die Marken Roland und MyShoes mit eigenen Filialen und Online-Shops; in der Schweiz kennt man das Unternehmen als Dosenbach, in den Niederlanden heißt es van Haren. Eine Familienstiftung mit Sitz in der Schweiz hat für die Geschäftstätigkeit des Unternehmens, wie gelegentlich behauptet, übrigens nie eine Rolle gespielt. Sie wurde außerdem bereits 2012 aufgelöst.

Soziales Engagement

Trotz der über 5,6 Milliarden Euro Konzernumsatz in 2016 bleibt der Deichmann-Chef trotzdem bodenständig. In einem Gespräch mit dem "Handelsblatt" 2012 sinniert er vor allem über seine Pflichten als Christ. Auch in einem Interview, das er kürzlich der "Gala" gab, sagte er: "Was mir sehr früh imponiert hat, war, dass mein Vater nicht nur wirtschaftlich erfolgreich war, sondern dass er mit dem Erfolg immer viel Gutes getan hat". Er selbst engagiert sich genauso wie sein Vater einst für sozial schwächere Menschen. Die Stiftung "Wort und Tat", die Heinz-Horst Deichmann 1977 gegründet hat, hat dieses Jahr 40-jähriges Jubiläum gefeiert.

Heinrich Deichmann freut sich über die Erfolge der Stiftung, die unter anderem in Indien aktiv ist: "Wenn man in den Südosten Indiens reist, sieht man noch sehr viel Armut. Aber wenn man in unsere Projekte kommt, ob in die Schulen oder Krankenhäuser, dann hat man immer das Gefühl, man betritt Inseln der Liebe." In Indien hat die Stiftung acht Schulen für je 2.000 Kinder gebaut. "Sie stammen alle aus völlig unterprivilegierten Schichten und erhalten hier richtig gut Unterricht", so Deichmann. Die Schulausbildung ermöglicht den Kindern später einen guten Job, ist sich der 55-Jährige sicher.

Deichmann selbst hat auch zwei Kinder. Er könne sich vorstellen, dass die in das Familienunternehmen irgendwann mal einsteigen. "Ich glaube, es gibt da gute Perspektiven." Doch wirklich sicher sein kann er sich da nie. Schließlich war selbst für ihn zunächst nicht klar, dass er in die Fußstapfen seines Vaters treten würde. Ursprünglich wollte Heinrich Deichmann Arzt werden...

27.12.2017 | 13:25

Artikel teilen: