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EMEA-Fertigungsunternehmen prüfen Digitalisierungspläne

Laut ISG-Umfrage treiben Unternehmen der Automobil- und Fertigungsindustrie ihre digitale Transformation voran, um auf künftige Krisen und veränderte Kundenerwartungen vorbereitet zu sein.

Die meisten Hersteller in der EMEA-Region haben durch die COVID-19-Pandemie erhebliche Beeinträchtigungen ihrer Geschäftsprozesse erfahren und kämpfen noch immer mit krisenbedingten Lieferkettenunterbrechungen, so eine neue Umfrage der Information Services Group (ISG) (Nasdaq: III), einem führenden, globalen Marktforschungs- und Beratungsunternehmen im Technologie-Segment.

Die während der Krise verhängten Hygienerichtlinien, Lockdowns, Grenzschließungen und Remote-Arbeit-Auflagen hatten für fast 90 Prozent der Hersteller, die ISG in diesem Herbst befragt hat, erhebliche Auswirkungen auf ihre Geschäftsprozesse. Darüber hinaus gehen fast alle Befragten davon aus, dass sich die Verbraucheranforderungen infolge der Pandemie dauerhaft verändern werden. Diese Veränderungen kommen zu einer Zeit, in der die globale Automobilindustrie mit dem Übergang zu elektrischen Antriebssystemen und neuen Nutzungskonzepten bereits zwei historische Transformationsprozesse zu bewältigen hat.

COVID-19 hat die Notwendigkeit der digitalen Transformation für diese Unternehmen dringlicher gemacht, die Umsetzung verläuft jedoch nicht überall gleich erfolgreich, und viele Unternehmen sind unsicher, wie sie am besten vorgehen sollten, so das Ergebnis der Umfrage.

„In vielen Unternehmen ist man sehr zurückhaltend bei der Entscheidung, inwieweit Unternehmensressourcen und -konzepte angepasst werden müssen, um die Auswirkungen der Pandemie sicherer bewältigen zu können“, so ISG-Partner Christian Decker, Leiter der EMEA Smart Manufacturing Practice des Unternehmens. „Nur eine Minderheit der Befragten in unserer Umfrage hat sich dazu entschieden, einen ganz neuen Ansatz zu verfolgen.“

Die Studie gibt den Herstellern drei Empfehlungen: Die Entwicklung eines ganzheitlichen Kundenverständnisses, die Einführung einer funktionsübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Geschäfts- und IT-Teams und die Neugestaltung traditioneller Lieferantenbeziehungen als Partnerschaften.

Nahezu alle Hersteller der EMEA-Region haben bereits mit der Digitalisierung von Lieferketten, Kundeninterkationen und anderen Aspekten der Fertigung begonnen, die durch die Pandemie hervorgerufenen Veränderungen haben jedoch sowohl die Dringlichkeit als auch die Möglichkeiten für Veränderungen erhöht, berichtet ISG. Die Krise hat deutlich gemacht, wie anfällig Unternehmen der Automobil- und Fertigungsindustrie gegenüber globalen Erschütterungen sind, die ihrem Betrieb weitreichende Beschränkungen auferlegen.

Konstruktion, Beschaffung, Fertigung, Montage, Versand und andere Prozesse wurden durch die Beschränkungen in der Pandemie empfindlich gestört, auch durch die Notwendigkeit, die physische Interaktion zwischen Arbeitern in allen Unternehmensbereichen zu reduzieren. Die Digitalisierung könnte den Fertigungsunternehmen helfen, diese Herausforderungen durch innovative Technologien zu bewältigen, z. B. durch Augmented-Reality-Headsets für die Durchführung von Reparaturen aus der Ferne oder vorausschauende Wartung, die Ausfallzeiten und Serviceeinsätze vor Ort reduziert.

Für 68 Prozent der Befragten ist die Bewältigung von Lieferkettenunterbrechungen in den nächsten 18 Monaten eine Schlüsselpriorität. Viele wissen jedoch noch nicht, wie sie ihre Ökosysteme als Reaktion auf die Krise anpassen werden – durch Fusionen und Übernahmen, Industriekonsortien oder eine Rückkehr zur internen Beschaffung.

Tatsächlich zeigt die Umfrage, dass die meisten Unternehmen keine große Notwendigkeit sehen, ihre Roadmaps für die digitale Transformation anzupassen. Allerdings hat Kosteneffizienz durch die Pandemie eine höhere Priorität bei den Befragten.

Darüber hinaus verzeichnen fast neun von zehn Fertigungsunternehmen in der Studie, dass ihre Kunden sich mehr digitale Interaktion wünschen, insbesondere zusätzliche Möglichkeiten bei der Mitgestaltung der von ihnen gewünschten Produkte. Zwei Drittel berichten zudem, dass ihre Kunden sich mehr Auswahl bei den Kommunikationsmöglichkeiten mit ihnen wünschen, heißt es in der Studie.

Fast die Hälfte der Unternehmen (45 Prozent) gibt an, dass sie gut oder sehr gut darauf vorbereitet ist, neuen Kundenanforderungen gerecht zu werden. 39 Prozent sagen jedoch, dass interne Widerstände und langsame Veränderungsprozesse sie dabei behindern.

„Es ist aktuell wichtiger denn je, dass Unternehmen die sich ändernden Kundenanforderungen verstehen und in der Lage sind, schnell darauf zu reagieren“, erklärt Decker. „Dieses Maß an Kundenorientierung setzt eine funktionsübergreifende Zusammenarbeit zwischen allen Bereichen der Wertschöpfungskette voraus – dafür ist ein neues Betriebsmodell erforderlich“.

DXC Technology, T-Systems und Wipro unterstützten ISG bei der Durchführung der Studie „Pulse Check: Smart Manufacturing – Autumn 2020”, bei der im Herbst dieses Jahres 40 Top-Führungskräfte aus Unternehmen der Automobil- und Fertigungsindustrie in der EMEA-Region befragt wurden. Eine Kopie der Studie können Sie auf dieser Webseite herunterladen.

16.12.2020 | 17:35

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