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(Foto: Bayernwerk)


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Klimaneutralität als Antrieb für neue Technologien und Wachstum

Das Energieunternehmen Bayernwerk richtet seine Zukunft am Ziel der Klimaneutralität in Bayern aus. Dazu entwickelt das Unternehmen ein dezentrales Energiekonzept, das neue ökologische Potentiale eröffnet.

Die dreihunderttausendste PV-Anlage wird demnächst an das Energienetz des Bayernwerks angeschlossen. 70 Prozent Erneuerbare Energie fließen heute schon in den Leitungen des Energieunternehmens. Um die Weichen hin zu Klimaneutralität zu stellen, arbeitet das Unternehmen an der Umsetzung eines gänzlich neuen Energiekonzepts für Bayern. Es geht um die nachhaltige Vernetzung von Stadt und Land auf Basis kleiner und regionaler Energiekreisläufe. Das hat der Vorstand des Bayernwerks am Donnerstag, 22. Oktober 2020, in seiner Jahrespressekonferenz mitgeteilt.

Von großen Herausforderungen sprach Bayernwerk-Vorstandsvorsitzender Reimund Gotzel bei der Jahrespressekonferenz des Unternehmens in Regensburg, die auch digital im Live-Stream übertragen wurde. „Wir müssen einem rasanten Wandel in der Gesellschaft gerecht werden. Viele Menschen ändern ihre grundsätzliche Lebenseinstellung. Das trifft konkret die Haltung zu Umwelt- und Klimaschutz, aber ebenso die Gestaltung ihres persönlichen Lebens, auch des Berufslebens“, betonte Reimund Gotzel. Zudem müsse das Unternehmen steigendem Wettbewerbs- und Kostendruck standhalten. „Um unsere Wettbewerbsposition zu stärken, entwicklen wir im Bayernwerk moderne Formen der Zusammenarbeit, arbeiten an ständiger Optimierung, digitalisieren in allen Unternehmensteilen und bauen unsere Position in Wachstumsmärkten rund um Energielösungen gezielt aus“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Darüber hinaus entwickle das Bayernwerk seine strategische Positionierung als Gestalter der Energiezukunft in Bayern weiter.

Die Integration hunderttausender regenerativer Anlagen, die Entwicklung der dazu notwendigen technologischen Meilensteine und der Erhalt einer hohen Versorgungssicherheit sind laut Reimund Gotzel die wesentlichen Wegmarken auf dem bisherigen Kurs in die bayerische Energiezukunft. Das sei jedoch nicht genug.

CO2-neutrales Energiesystem als Ziel

„Wir stehen als Energieunternehmen nicht nur in der Verantwortung, wenn es um eine sichere Versorgung geht. Die Menschen wünschen sich für morgen und für kommende Generationen eine möglichst CO2-neutrale Zukunft und sie nehmen uns in die Pflicht. Entsprechend machen wir die Gestaltung eines CO2-neutralen Energiesystems zum Fixpunkt unserer künftigen unternehmerischen Ausrichtung. Das ist unser Antrieb für neue Entwicklungen und unternehmerisches Wachstum. Wir richten unsere Arbeit vollumfänglich an Nachhaltigkeit und ökologischer Verantwortung aus. Dafür soll das Bayernwerk der Zukunft stehen wie kein anderes bayerisches Energieunternehmen“, betonte Reimund Gotzel. Die Bayernwerk-Gruppe will bis spätestens 2030 klimaneutral sein. Beispielsweise werden die 1.500 Fuhrparkfahrzeuge laut Gotzel bis 2025 rein elektrisch unterwegs sein.

„Energie aus der Nähe“ Schlüssel zur Klimaneutralität

„Energie aus der Nähe“ ist für das Bayernwerk die Energieform dieses Jahrhunderts. Daran arbeitet das Unternehmen bereits erfolgreich mit seinen energetischen Lösungen für städtische Quartiere, wie dem Münchner Werksviertel. In ländlicheren Regionen entwickelt das Bayernwerk gemeinsam mit Kommunen sogenannte lokale Strommärkte, in denen Erzeugung und Verbrauch lokal zusammenkommen und sich die Sektoren Mobilität, Wärme und Strom vernetzen. Ein weiteres Projekt geht in Kürze in Viechtach (Niederbayern) an den Start.

Flower-Power als technologisches Zukunftskonzept

Der technische Vorstand des Bayernwerks, Dr. Egon Westphal, stellte die technologische Basis für die Entwicklung des dezentralen Energiesystems der Zukunft vor. „Stadt und Land haben einen großen Unterschied. In der Stadt sind mehr Verbraucher angesiedelt. Regenerative Energiequellen entstehen jedoch auf dem Land. Dort ist deutlich mehr Platz für Photovoltaik- und auch Windkraftanlagen. Wenn regenerative Erzeugung die Basis unseres Energiesystems sein soll, dann müssen wir die regenerativen Energiequellen auf dem Land bündeln und mit nahegelegenen städtischen Räumen optimal vernetzen“, erläuterte Egon Westphal. Laut einer Studie des Bayernwerks leben im Jahr 2030 bilanziell über 60 Prozent der Bayern in Gebieten mit einem Erzeugungsüberschuss. Im Lastzentrum – also in städtischen Regionen - wohnt und arbeitet vermehrt der Kunde, der nicht nur Strom bezieht, sondern diesen auch selbst erzeugt und mit seinen Ladestationen, Speichern und Wärmepumpen flexibel bereitstellen kann. „Bayern wird in Zukunft zu einer energetischen Blumenwiese, in der sich Kunden je nach individuellen Bedürfnissen mit ihrer heimischen Energie versorgen können. Jede Stadt wird von den umliegenden Gebieten abhängig sein, wie ein Blütenkelch von seinen Blütenblättern. Aus dem Bild heraus haben wir dieses Konzept auch „Flower-Power“ getauft“, so Egon Westphal. Die Vorteile des Konzepts seien gravierend. Die Erhöhung des lokalen Nutzungsgrades Erneuerbarer Energie und kürzere Verteilstrecken führen zu einer Verbesserung der CO2-Bilanz. Die Schaffung lokaler Energiesysteme erhöhe die Wertschöpfung vor Ort.

Verteilnetz wird zur digitalen Vernetzungsplattform

Das Verteilnetz wird laut Egon Westphal mit „Flower-Power“ zur digitalisierten Vernetzungs-Plattform der Energiewende. „Bereits heute finden sich mehr als 160.000 Wärmepumpen, Direkt- und Speicherheizungen, 30.000 Kleinspeicher und 1.600 Ladepunkte im Bayernwerk-Netz. In 2030 erwarten wir in Bayern rund zwei Millionen elektrische PKW, 660.000 Wärmepumpen und etwa 380.000 Kleinspeicher“, betonte der Technikvorstand. Um die Vernetzung zwischen Mobilität und Stromnetz auf den Weg zu bringen, arbeite das Bayernwerk aktuell in unterschiedlichen Forschungsprojekten unter anderem intensiv mit der bayerischen Automobilindustrie zusammen. Egon Westphal: „Die Perspektiven und Anwendungsmöglichkeiten sind spannend. Schon heute weisen Elektroautos Batteriekapazitäten von rund 40 kWh in der Kompaktklasse und bis zu 100 kWh bei Premiumfahrzeugen auf. Ein 4-Personen-Haushalt ohne besondere elektrische Anwendungen hat einen mittleren elektrischen Energiebedarf von rund 10 kWh pro Tag. Ein Elektroauto wäre also in der Lage, einen 4-Personen-Haushalt mehrere Tage mit elektrischer Energie zu versorgen. Zudem kann die Energie an jedem Ort bereitgestellt werden, den das Fahrzeug erreichen kann.“

Transformation in der Arbeitswelt


Die strategische Weiterentwicklung umfasst laut Andreas Ladda, Personalvorstand des Bayernwerks, auch die Arbeitswelt im Unternehmen. „In einer komplexer werdenden Welt liegt die Lösung für Herausforderungen immer seltener bei einzelnen Funktionen oder Bereichen. Deshalb fördern wir aktiv die Vernetzung der Organisation, das Erlernen neuer Methoden und sogenanntes crossfunktionales Arbeiten. Zudem entwickeln wir unsere Führungs- und Achtsamkeitskultur konsequent weiter“, erklärte der Personalvorstand. Große Herausforderungen seien der demografische Wandel und das Aneignen neuer Kompetenzen, die in der Arbeitswelt von morgen und im Energiesystem der Zukunft unerlässlich seien.

„Der demografische Wandel trifft auch das Bayernwerk. Zwischen 2020 und 2030 verlassen rund ein Drittel unserer rund 3.000 Kolleginnen und Kollegen das Unternehmen altersbedingt. Auf der anderen Seite wird das Nachbesetzen immer schwieriger, da weniger junge Menschen auf den Arbeitsmarkt kommen“, beschrieb Andreas Ladda die Herausforderung. Neben der Gewinnung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie einer kontinuierlichen Qualifikationsentwicklung stehe die Arbeitsorganisation im Fokus. „Zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeits- und Organisationsentwicklung haben wir eine Initiative zur Förderung strategischer Technologien für den Arbeitsalltag gestartet. Hier beschäftigen wir uns beispielsweise in Form von Technologie-Scouting mit relevanten technischen Potentialen wie Robotics oder künstlicher Intelligenz. Die Frage lautet: Welche Potentiale können wir in unseren Arbeitsalltag integrieren? Und dann müssen wir natürlich die dafür notwendigen Kompetenzen entwickeln. Unser Lernprozess wird dauerhaft sein“, so Andreas Ladda. Das Unternehmen müsse spannend und als Arbeitgeber hoch attraktiv bleiben. Deshalb arbeiten wir konsequent auch an unserer Arbeitgebermarke.

Mit der Transformation und der Weiterentwicklung der strategischen Ausrichtung sieht Andreas Ladda das Bayernwerk gut gerüstet: „Wir haben eine spannende Position am Arbeitgebermarkt. Durch die Einbindung in die E.ON-Familie vereinen wir die Innovationskraft eines Konzerns mit regionaler Nähe. Mit unseren Innovationen sind wir aktiver Gestalter und Treiber eines CO2-neutralen Energiesystems in Bayern und bieten als Energieunternehmen ein spannendes Umfeld mit unverzichtbaren Tätigkeiten, auf die man stolz sein kann: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichern die Energieversorgung und sind systemrelevant für sieben Millionen Menschen, Industrie und Gewerbe in weiten Teilen Bayerns – und das vor, während und nach der Pandemie.“

22.10.2020 | 16:45

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